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Derzeit bei 25 ProzentFinanzminister bekräftigt: Körperschaftssteuer sinkt "in Richtung 21 Prozent"

Noch in dieser Legislaturperiode soll in Österreich die versprochene Senkung der Körperschaftssteuer (KöSt) umgesetzt werden. Zudem könnte der Gewinnfreibetrag von 13 auf 15 Prozent erhöht werden.

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Eine Steuerreform soll dafür sorgen, dass Unternehmen mehr Eigenkapital aufbauen können
Eine Steuerreform soll dafür sorgen, dass Unternehmen mehr Eigenkapital aufbauen können © stock.adobe.com
 

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer haben am Montag einmal mehr auf Maßnahmen gedrängt, um in Unternehmen mehr Eigenkapital aufzubauen. Das wäre wichtig, damit die heimischen Betriebe für eine mögliche nächste Krise gerüstet sind, sagte Blümel. Neben anderen Stützungsmaßnahmen wies Blümel als Möglichkeiten auf eine unlängst vorgestellte neue Rechtsform für Wagniskapital (Sicaf) und eine fiktive Eigenkapitalverzinsung hin.

Fremdkapital mit Eigenkapital steuerlich gleichzustellen sei "eine sehr neutrale Vorgangsweise", so Blümel zu Kritikern, die meinen, es würden nur große und kapitalstarke Firmen profitieren. Denn es gebe auch kleine Firmen, die Gewinne schreiben. Es gehe um einen Zinssatz auf Basis des Euribor mit einem Aufschlag von rund zwei Prozent. Der Gesetzesentwurf sei bereits vor einem Jahr in einem Ministerratsvortrag verankert worden und liege beim Koalitionspartner. Je nachdem, wann es eine Einigung auf die Details gebe, könne der Entwurf eingebracht werden. Konkret soll ein Anteil des Eigenkapitals als fiktive Betriebsausgabe steuerfrei gestellt werden.

KöST noch in dieser Legislaturperiode

Blümel bestätigte auch, dass es noch in dieser Legislaturperiode zu einer Absenkung der KöSt von derzeit 25 "in Richtung 21 Prozent" kommen soll. Das sei insbesondere angesichts der Diskussionen um einen international verankerten Mindest-Steuersatz von 15 Prozent für Unternehmensgewinne wichtig, um im internationalen Wettbewerb nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Angesichts der Entwicklung der Steuerstrukturen in anderen Ländern, in der Konkurrenz vor allem mit in Zentraleuropa, zeige sich "dass es gut ist, wenn wir die Steuern weiter senken", ergänzte Mahrer: "Im Wettbewerb mit den umliegenden Ländern liegen wir zum jetzigen Zeitpunkt einfach zu hoch". WKÖ-Generalsekretär Karl-Heinz Kopf ergänzte, dass parallel zur KöSt-Senkung auch angedacht sei, den Gewinnfreibetrag von 13 auf 15 Prozent zu erhöhen.

Mahrer will Freistellung von KESt diskutieren

Mahrer wies darauf hin, dass nur 13 Prozent der Investitionen in Österreich von der öffentlichen Hand getätigt werden, der Rest von Privaten, vor allem den Unternehmen. Um die bevorstehende digitale Transformation der Wirtschaft und den Umbau zu mehr Nachhaltigkeit zu finanzieren, werde es weitere Anreize für Private brauchen. Darüber habe es in den letzten Monaten sehr viele Gespräche gegeben, insbesondere mit dem Finanzministerium und der Börse und "jetzt wissen wir sehr genau, was wir wollen".

Wichtig ist laut Mahrer, mittel- und langfristige Investitionen zu fördern, nicht aber kurzfristige Spekulationen. Ein Gedanke ist daher eine Freistellung von der Kapitalertragssteuer (KESt.) in Abhängigkeit der Behaltedauer. Eine KESt-Behaltefrist für "Grüne" Wertpapiere könnte auch Klimaschutzinvestitionen fördern.

Kommentare (9)
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heri13
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Wo ist mein Beitrag?

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heri13
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Das Geschenke verteilen für die Wirtschaft geht weiter!

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Patriot
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Das ist wieder eine bodenlose Frechheit von Kurz und Blümel!

Für die Klein- und Mittelbetriebe, sowie für die Arbeitnehmer und Pensionisten gilt ein Steuersatz bis zu 50%, aber für ihre Großspender wollen ihn die Türkisen auf 21% senken.
Angesichts der durch Corona bedingten zusätzlichen ca. 43 Mrd. Schulden eine bodenlose Frechheit und Gemeinheit der ganzen Bevölkerung gegenüber!

kritik53
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Hallo Patriot

Wenn man bewusst etwas falsches behauptet oder es einfach nicht besser weiß, sollte man lieber keinen Kommentar schreiben.

Trieblhe
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@Patriot

Du musst für deinen Vergleich auch die KEST zur KÖST rechnen. Entweder Unwissen oder absichtlich weggelassen.

Hapi67
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Während global

von der längst überfälligen 15% Steuer gesprochen wird(ist noch weit entfernt und bis dato nur eine Schlagzeile) wird parallel das Steuerdumping der Nationalstaaten im Sinne von Wettbewerbsvorteilen weitergetrieben.
Die Gewinner stehen bereits fest.
Und als grüner Koalitionspartner, der bei jedem ebenfalls im Regierungsorogramm festgehaltenen Projekt gebremst und vertröstet wird, wäre es vorteilheift die türkisen Stümper einfach anlaufen zu lassen.

Vielen Dank

illyespresso
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Wo werden die Steuern gesenkt?

Auf Gewinne - und KöSt und dafür dürfen wir Arbeitenden beinahe so viel Steuer in einem Monat zahlen, wie unsere Herr und Frau MilliardärInnen kaum in einem Jahr. Die Gewinn explodieren und die Erträge sind beinahe schon zum schämen hoch und dann will man noch weniger dvon abgeben, wenn es aber kracht, dürfen wir mit unseren Steuern, dann wieder die nächsten 25 Jahre die zeche zahlen - währen die Geretteten sich auf ihrem Motorboot am Wörthersee vergnügen.

kritik53
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Keine Ahnung

Sie haben keine Ahnung, welche Steuern beim Unternehmensgewinn anfallen. Die 25% Köst sind von jedem Euro zu bezahlen, ohne dass der Gesellschafter den Gewinn für sich verwenden kann.
Will er das bereits mit 25% versteuerte Geld aus dem Betrieb entnehmen, müssen davon neuerlich 27 ,5% Kest bezahlt werden.
Ich gehe nicht davon aus, dass der Durchschnitts-Österreicher einen solchen Prozentsatz von seinem Gehalt abliefert.
Ihr Kommentar ist daher schon fast als Hetzte aufzufassen.

SANDOKAN13
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Früher oder später

werden alle Steuern massivst erhöht werden müssen. Oder glaubt jemand die 170 Mia, die uns die Pandemie gekostet hat zahlt uns wer anderer. Ebenso die SV Abgaben und Gebühren. Es wird sehr wenig netto vom Brutto übrig bleiben in den nächsten Jahren und zu einer gigantischen Verarmungsgswelle führen!!