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Regulierung gefordertEZB-Chefin Lagarde kritisiert "komische Geschäfte" mit Bitcoin

Bitcoin sei ein hochspekulatives Anlageobjekt, das reguliert werden müsse, fordert Christine Lagarde, die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie bringt die Kryptowährung in die Nähe von Geldwäsche.

EZB-Chefin Christine Lagarde © AFP
 

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat sich für eine weltweite Regulierung der Kryptowährung Bitcoin ausgesprochen. "Es muss eine Regulierung geben", sagte sie am Mittwoch in einem Interview auf dem Online-Forum "Reuters Next". Und dies müsse auf globaler Ebene geschehen. "Denn wenn es ein Schlupfloch gibt, wird dieses Schlupfloch genutzt", fügte Lagarde hinzu.

Bitcoin sei ein hochspekulatives Anlageobjekt, bei dem es "einige komische Geschäfte und einige interessante und total verwerfliche Geldwäsche-Aktivitäten" gegeben habe, so Lagarde. Konkrete Beispiele nannte die EZB-Chefin nicht.

Geschäfte im Darknet

Kryptowährungen sind nach wie vor nur wenig reguliert. Zudem unterliegen sie teils erheblichen Kursschwankungen. Bitcoin werden immer noch häufig für Geschäfte im Darknet verwendet, dem für illegale Geschäfte genutzten Teil des Internets. Außerdem kommt es immer wieder zu Hackerangriffen auf Cyber-Plattformen, bei denen digitale Münzen erbeutet werden. Zuletzt hatte der Kurs der ältesten Cyber-Devise einen Höhenflug hingelegt. Kryptowährungen etablierten sich trotz aller Unsicherheiten mehr und mehr als ernst zu nehmende Anlageobjekte für Investoren.

Indes wurde am Mittwoch eine Rekordbeteiligung bei einer öffentlichen Befragung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einem digitalen Euro bekannt: 8.221 Antworten von Bürgerinnen und Bürgern, Firmen und Verbänden seien eingegangen, teilten die Währungshüter zum Abschluss der dreimonatigen Konsultationen in Frankfurt mit.

Digitaler Euro?

Wichtig ist den Teilnehmern laut EZB vor allem der Datenschutz bei Zahlungen (41 Prozent der Antworten), Sicherheit (17 Prozent) sowie europaweite Reichweite (10 Prozent) einer möglichen digitalen Version der Gemeinschaftswährung.

Im Frühjahr will die Notenbank eine detaillierte Auswertung der Eingaben zum Für und Wider eines digitalen Euro veröffentlichen. Auf Basis der Konsultationsergebnisse und weiterer interner Arbeiten will die EZB dann gegen Mitte 2021 eine Grundsatzentscheidung dazu treffen, ob das Projekt eines digitalen Euros weiterverfolgt wird.

"Die hohe Anzahl von Antworten auf unsere Umfrage zeigt das große Interesse der europäischen Bürger und Unternehmen an der Gestaltung der Vision eines digitalen Euro", befand EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta. "Die Meinungen von Bürgern, Unternehmen und allen Beteiligten sind für uns von größter Bedeutung, wenn wir beurteilen, welchen Anwendungsfällen ein digitaler Euro am besten dienen könnte."

Kommentare (4)
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Elli123
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Digitaler Euro

Wahnsinn, gleich 8200 Bürger/innen der EU haben ihre Meinung zum digitalen Euro geäußert, und das bei fast 450.000.000 Millionen EU-BürgerInnen, eine Rekordbeteiligung! Wenn sich mehr als die Hälfte der 8200 BürgerInnen für den digitalen Euro aussprechen, wir wohl der analoge Euro abgeschafft. Die Geldflüsse können endlich besser überwacht werden. Die Regierungen und Finanzämter haben bereits den Sekt eingekühlt. Aber zuvor sollten noch schnell die bösen Bitcoin-Geschäfte reguliert werden, um nicht dorthin ausweichen zu können. Kluger Schachzug!

wlan
4
9
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Der digitale Euro ,ommt so sicher wie das Amen im Gebet...

Das dies das Ende der letzten Freiheit (Bargeld) ist, muss uns auch klar sein!
Dies mussen wir unter allen Umständen verhindern!

crawler
6
2
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Eine der Fragen wäre:

Für wen wäre das die letzte Freiheit? Der Hinweis auf Trinkgeld wäre wohl zu wenig.

VH7F
2
6
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Komische Geschäfte?

Weil defakto niemand darauf Zugriff hat? Ein digitaler Sachwert, den man relativ einfach verstecken kann.