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Patent-Staatspreis an TremitasKärntner Parkinson-Sensor unter den besten Erfindungen Österreichs

Der kleine Stift zur Tremormessung vom Klagenfurter Start-up Tremitas ist eines der besten Patente Österreichs.

Der „Tremipen“ sieht aus wie ein Kuli mit Digitalanzeige: Der Messwert erscheint zum Ablesen auf dem Display
Der „Tremipen“ sieht aus wie ein Kuli mit Digitalanzeige: Der Messwert erscheint zum Ablesen auf dem Display © Tremitas/KK
 

Das preisgekrönte Produkt sieht aus wie ein Kugelschreiber oder ein Fiebermesser. Weiß und unauffällig.

Hinter der Technologie, die vom jungen Klagenfurter Unternehmen Tremitas stammt, steckt aber eine ausgeklügelte Technologie. Der Tremipen, wie sich der „Kuli“ nennt, zeigt Menschen, die an Parkinson leiden, binnen Sekunden, wie es ihnen geht. Sie müssen ihn nur in der Hand halten. Der Sensor misst den Tremor, also das Zittern der Hände, und wertet es sogleich aus: Der Messwert erscheint zum Ablesen auf dem Display.

Die Idee zu Tremipen kam Tremitas-Gründer Tibor Zajki-Zechmeister während seines Studiums der Medizinischen Informationstechnik an der FH Klagenfurt.

Für seine Innovation wurde dem Kärntner Start-up nun der Staatspreis für das beste Patent verliehen. Und zwar in der Kategorie Humanität, die gemeinsam mit der Unicef vergeben wurde und deren Fokus auf einer Verbesserung des Lebens der Menschen liegt.

Parkinson zählt neben Schlaganfall und Alzheimer zu den weltweit häufigsten neurologischen Erkrankungen. 20.000 Menschen in Österreich sind davon betroffen. Durch die steigende Lebenserwartung gehen Experten davon aus, dass sich die Zahl an Parkinson-Erkrankten bis 2030 verdoppeln wird. Der weltweite Markt für Tremipen ist also riesig.

Der Staatspreis für Patente wurde heuer zum dritten Mal vergeben und fand online statt. Patentamts-Präsidentin Mariana Karepova: „Außergewöhnlich gute Erfindungen prüfen wir immer zweimal: einmal, ob sie weltweit neu sind. Und ein zweites Mal, ob sie so gut sind, dass sie für den Staatspreis nominiert werden können. Parkinson-Patienten einem kleinen Stift zur Tremor-Messung auszustatten ist eine der Spitzenleistungen dieses Jahres.“

Und noch zwei weitere Patent-Staatspreise wurden vergeben:

Kunststoffe sollen künftig mit heißem Wasser statt mit umweltschädlichen Lösungsmitteln produziert werden. Mit diesem innovativen Verfahren hat das 15-köpfige TU-Team um Miriam Unterlass den Staatspreis gewonnen: Die Herstellung von kristallinen Polyimiden kann nun auf oft giftige Stoffe verzichten. 

Langfingern macht es Wolfgang Langeder mit „Skarabeos“ schwer. Seine Rucksäcke und Taschen mit Alarmsicherung tragen den Namen des altägyptischen Schutzsymbols und alarmieren via App am Smartphone, wenn ein Taschendieb sein Glück versucht - dafür gab es den Staatspreis in der Kategorie „Beste Marke“.

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