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Ulrike Guérot"Corona-Krisenmanagement ist Armutszeugnis für Europa"

Krisen, sagt Ulrike Guérot, waren lange Zeit das Lebenselixier der EU. Seit der Finanzkrise sind sie nur noch Vorwand zur Renationalisierung. Europas Schwäche sei der Ausdruck dieses Irrwegs.

Ulrike Guérot ist Politikwissenschaftlerin, Publizistin und Professorin an Department für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Uni Krems. Ihre Kernidee ist die Europäische Republik
Ulrike Guérot ist Politikwissenschaftlerin, Publizistin und Professorin an Department für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Uni Krems. Ihre Kernidee ist die Europäische Republik © DED
 

Sie sagen, dass die Menschen ein starkes Europa wollen, dennoch gewinnen populistische, nationalistische Politiker Wahlen. Wie kommen Sie darauf?
ULRIKE GUÉROT: Wenn ich sage, dass die meisten Leute für Europa sind, dann sage ich ja nicht, dass sie für die EU in ihren bestehenden Strukturen sind. Als im April die Universität Oxford gefragt hat, ob die Menschen ein europäisches Grundeinkommen wollen, sagten 72 Prozent ja. Zwei Drittel wollen eine europäische Arbeitslosenversicherung. Es gibt die Sehnsucht nach einem anderen, sozialen und demokratischen Europa. Aber dieses Europa ist nicht da, nicht in diesen Konturen.

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jg4186
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Lust auf Europa machen

Ein schöner Titel!
Mit Sicherheit hat Europa nur eine gute Zukunft, wenn wir zusammenstehen, zusammenhalten. Die EU war und ist der Versuch dazu. Nationalstaaten werden viele Probleme nicht lösen können. Ich hoffe sehr auf unsere Kinder und unsere Jugend: Sie wachsen schon mit der EU auf, lernen früh ihre Vorteile kennen. Und ich denken dabei auch an die Jugend in Ungarn, Polen, Frankreich ... Sie werden hoffentlich ein Zurück in den kleinkarierten Nationalstaat nicht wollen. Weil sie hautnah miterleben, was ihnen die EU gebracht hat und bringt.

Shiba1
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Das ist ja das Problem:

Die Jugend kennt nix mehr anderes als sie EU. Dass es früher ohne und gar nicht so schlecht funktioniert hat, wissen die Jungen nicht und man verschweigt ihnen das konsequent. Dieser undemokratische Bürokratiemoloch mit seiner Organisation nach dem Muster des ZK in Moskau (Stichwort "Kommissare") ist gescheitert

ichbindermeinung
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EU-Personalstand um 10-15% wegen dem Brexit kürzen u. 1-2 Milliarden sparen

wegen dem Brexit (minus 6-7 Milliarden pro Jahr netto - keine Coronaanteils Rückzahlungsmitfinanzierung über die Plastiksteuer /CO2Importzölle / Digitalsteuer...) und dem Wegfall von ca. 66 Millionen Unionsbürger, müsste die Zahl der ca. 50.000 EU-Mitarbeiter der EU-Behörden in Belgien u. Luxenburg um 10% - 15% gekürzt werden, weil es viel weniger Geld und viel weniger Arbeit für die EU-Verwaltung gibt. Die Einsparung würde sicher 1-2 Milliarden pro Jahr bringen

campanile
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die 'bösen nationalstaaten'

funktionieren aber seit 70 jahren in europa gar nicht schlecht, warum sollte man sie abschaffen? sollen bei uns gar nicht gewählte politiker oder beamte aus brüssel über soziales, migration,bildung etc. entscheiden? ein europäisches grundeinkommen halte ich für völlig naiv. eine eu, die bei wirtschaft, außen-und verteidigungspolitik gut koordiniert ist, wäre schon ein erfolgsmodell.

RonaldMessics
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Auch wenn die....

....EU zerfällt, das Leben geht weiter. Aber soweit sollte sich das historische Wissen in unseren Köpfen breit machen, dass wir erahnen können, wie die Zukunft politisch gestaltet wird. Wir werden Politik mit Nationalisten erleben, die uns Zäune empfehlen, und die in weitere Folge Feindbilder erstellen. Ihr Erfolg ruht nur auf die Hervorhebung des nationalen Egoismus. Gelingt es nicht einen Erfolg einzufahren, sondern Armut in gesellschaftlicher Mehrheit zu erzeugen, wird ein Schuldiger gefunden. Das Volk, egal welches in Europa, wird erzürnen. Aus Feindschaft wird Krieg. Hurra Europa, so funktionieren wir Europäer ganz klassisch europäisch.

VH7F
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Die EUschi redet gefühlt nur vom Co2

Die neue Hitze wird uns dann in 100 Jahren vielleicht umbringen.

Kommunikation
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Die gute Frau Guérot

macht denselben Fehler, der in fast allen Diskussionen zu Europa zu finden ist: Europa wird immer mit der EU gleichgesetzt. Die EU ist aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte kaum mehr reformierbar.
Europa ist aber viel größer; nicht nur nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs. Auch Osteuropa ist Europa!

dieRealität2020
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so ist es, ein stimmiger Hinweis; die Frau Guérot haben wir unbedingt benötigt, als wären die Menschen in Europa und in der EU dumm,

das Frau Guérot konnte der Großteil der Menschen und unzählige "Experten" schon vor ihrem Studium feststellen. Sie sind jedoch am Ende der Kette von 1.128+ Meinungen.

dieRealität2020
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jetzt wissen wir es, warum es dieses 1.128+ Meinung gibt

"...Guérots jüngstes Werk, das Sachbuch „Nichts wird so bleiben wie es war – Europa nach der Krise“ ist kürzlich im Model Verlag erschienen..."
.
der Selbstdarstellung sich in Szene zu setzen, wissentlich der Tatsache, dass das eine hervorragende Kosten/Nutzen/Rechnung für eine Zeitung bringt. Naja das gehört zum gesellschaftspolitischen Leben unserer Gesellschaft. Alle Beteiligten können daraus ihren Vorteil ziehen. Hier ist man bei der Kleinen Zeitung österreichweit "Leader". Respekt.

GordonKelz
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Vor diesem Hintergrund...

...wird auch die Frage der Sterbehilfe noch
diskutiert..das gehört zum Armutszeugnis
dazu!
Gordon Kelz