Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

27 Prozent mehr UmsatzMobile Fitnesstracker werden in der Coronakrise zum Verkaufshit

Sie sitzen ganz eng am Körper und zeichnen wichtige Körperdaten auf. Mittlerweile wollen erste "Wearables" aber sogar Emotionen aufzeichnen können. Klar ist: In der Coronakrise sind sie gefragter denn je.

Fitbit stellte jüngst sein Modell Sense vor
Fitbit stellte jüngst sein Modell Sense vor © AFP
 

"Herr Doktor, wie hoch ist mein Puls?" - Für die Beantwortung dieser Frage reicht längst der Blick auf die Uhr oder das Fitness-Armband am Handgelenk. Doch inzwischen können die Geräte auch Temperaturen messen, Gefühle erkennen und Herzfrequenzen aufzeichnen.

"Die Menschen haben ein Interesse an Indikationen, die einen Hinweis darauf geben, ob sie sich mit Covid-19 infiziert haben oder nicht", sagt Michael Maier, Deutschlandchef des US-Herstellers Fitbit, der auf der diesjährigen IFA dem Fachpublikum die neue Smartwatch Sense vorstellt. Das Produkt hat zahlreiche Sensoren zur Überwachung, die dem Träger beispielsweise das Stressmanagement erleichtern sollen und Schlafmuster aufzeichnen. Laut den Marktforschern von Gartner geben die Verbraucher für Wearables - nahe am Körper getragene Geräte, die Körperdaten sammeln und analysieren - heuer weltweit 52 Milliarden Dollar (44 Milliarden Euro) aus, ein Plus von 27 Prozent.

Es würden immer mehr medizinische Daten in Fitnesstracker und Computeruhren integriert, sagt Technologieanalyst James Hayward von IDTEchEx. Dies hänge natürlich mit der Corona-Krise zusammen. Auch die geschlossenen Fitness-Studios und der Trend zum Homeoffice steigerten die Nachfrage nach den Geräten. "Deswegen haben die Leute ein größeres Interesse, selbst laufen zu gehen oder Fahrrad zu fahren und wollen diese Aktivitäten überwachen", sagt Hayward. "Das Bewusstsein der Menschen für ihre Gesundheit und Fitness ist so groß wie nie", meint Mayer von Fitbit. Der US-Konzern befindet sich gerade mitten in der 2 Milliarden Dollar schweren Übernahme durch Google. Laut dem Marktforschungsunternehmen Euromonitor International werden heuer in Deutschland 3,16 Millionen Smartwatches verkauft und damit um gut elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Technikmesse in Coronazeiten: Impressionen von der IFA

Wegen der Coronapandemie wurde die Technikschau auf drei Tage verkürzt. An der IFA können nur akkreditierte Medienvertreter, Händler und Hersteller teilnehmen.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)

Nach dem ausgeklügelten Hygienekonzept dürfen an den drei Messetagen ab Donnerstag maximal 750 Menschen zur gleichen Zeit in jeden der drei Veranstaltungsbereiche kommen.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)

Neben einer Bühne für Pressekonferenzen und Präsentationen gibt es zwei weitere Bereiche auf dem Messegelände unter dem Funkturm: Die Innovationsplattformen "IFA Next" und "IFA Shift Mobility" finden in einem Vortragsformat statt. Aussteller und Einkäufer treffen sich in diesem Jahr in einem separaten Bereich, um Geschäfte abzuwickeln.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)

Die IFA hat im vergangenen Jahr rund 250.000 Besucher angezogen. Sie gehört aber auch zu den größten Ordermessen der Welt.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)

Messestammgast Samsung zeigte seine Neuerungen allerdings nicht auf der IFA, sondern vorab in einem eigenen Digitalformat, das im Internet übertragen wurde.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)

Wie Samsung verzichten in diesem Jahr auch Firmen wie Sony, Philips, Lenovo, Amazon und Sennheiser auf einen IFA-Stand. Andere IFA-Stammgäste wie Miele, Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) oder Qualcomm verzichten auf einen Stand, veranstalten aber immerhin Pressekonferenzen. Insgesamt sind nur rund 100 Aussteller vor Ort.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)

2019 verzeichnete die IFA nach Angaben der Messegesellschaft ein Ordervolumen von rund 4,7 Mrd. Euro. Da auch zahlreiche kleinere Firmen aus Asien fehlen, wird diese Zahl in diesem Jahr nicht erreicht werden können.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)

Die fünfte Mobilfunkgeneration 5G mit hohen Datenübertragungsraten wird nach Einschätzung von Qualcomm-Präsident Cristiano Amon in naher Zukunft von quasi jedem neuen Smartphone unterstützt werden. Das stellte Amon am Donnerstag in der Eröffnungsrede der Technikmesse IFA in Aussicht. Bisher ist 5G nur in teuren Spitzen-Smartphones sowie einigen Mittelklassegeräten verfügbar.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)

Eigentlich kann die Branche der Heim-Elektronik in diesem Jahr ganz zufrieden sein. Obwohl klassische Produkte der Unterhaltungselektronik wie Fernsehgeräte sich nicht besonders gut verkaufen, konnte die Branche insgesamt die Umsatzrückgänge der Vorjahre stoppen.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)

Mit einem Umsatzplus von über 5 Prozent wurde der Trend sogar umgekehrt, auch weil Laptops, Monitore und andere Geräte für das Homeoffice reißenden Absatz fanden. In jedem anderen Jahr hätten Hersteller, Händler und technikbegeisterte Verbraucher die Innovationen der Branche auf der Technik-Messe IFA gefeiert.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)

Doch 2020 ist nicht wie jedes andere Jahr. Wegen der Coronapandemie wurden rund um den Globus Technik-Messen wie der Mobile World Congress in Barcelona oder die Ceatec, die wichtigste Elektronikmesse Japans, abgesagt oder komplett ins Internet verlagert. In Berlin wollen die Messemacher die IFA allerdings nicht nur im Netz als Wachstums- und Innovationsmotor der Branche unter Beweis stellen, sondern auch ganz analog auf dem Gelände unter dem Funkturm.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)
(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)

Die Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Verbreitung des Coronavirus bestimmen nun auch den Teil, der für die IFA-Aktivitäten geöffnet wird. Nach dem ausgeklügelten Hygienekonzept dürfen an den drei Messetagen ab Donnerstag maximal 750 Menschen zur gleichen Zeit in jeden der drei Veranstaltungsbereiche kommen. Große Ampeln signalisieren den Besuchern, ob sie eine Halle oder den Citycube betreten dürfen oder noch warten müssen.

(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)
(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)
(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)
(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)
(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)
(c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)
1/18

Bisher ist Apple mit der Watch der unangefochtene Branchenprimus in einem Markt, in dem sich auch Huawei, Garmin, Samsung und eben Fitbit tummeln. Der iPhone-Konzern, der keine Verkaufszahlen veröffentlicht, kommt Schätzungen zufolge auf einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent.

Die Wearables-Sparte wird für das Unternehmen aus dem Silicon Valley immer wichtiger. Doch ausruhen kann sich Apple auf der Position nicht: Auch Amazon steigt nun in den Wettbewerb um den Platz am Handgelenk ein. Ende August stellte der weltgrößte Onlinehändler sein Fitness-Armband Halo vor, das mit 99 Dollar günstiger als die meisten Konkurrenzmodelle ist.

Amazons Halo kommt ohne Bildschirm

Laut Gartner-Analystin Annette Zimmermann lässt es sich schwer mit den Produkten von Apple oder Fitbit vergleichen, weil Halo keinen Bildschirm besitzt. Interessant sei allerdings der Fakt, dass das Armband Emotionen wie Freude oder Verwirrung aufzeichnen könne. Sie rechnet damit, dass künftig noch viel mehr Anbieter Gefühle der Träger analysieren werden. Amazon versichert, die Privatsphäre werde gewahrt.

Experten sind der Meinung, dass die Coronakrise nicht nur den Fokus auf Gesundheitsfunktionen von Armbändern und Smartwatches legt, sondern im Bereich Wearables noch einmal ganz neue Geschäftsbereiche entstehen. "Inzwischen setzen Firmen im Arbeitsalltag Armbänder und Smartwatches ein, um Abstandsregeln zu überwachen und Kontakte nachvollziehen zu können", sagt Zimmermann. "Das Wachstum im Bereich Wearables wird noch zulegen", ist sich Maier sicher. Zimmermann rechnet allerdings nach einem Schub im laufenden Jahr wieder mit einer Normalisierung 2021.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

ichbindermeinung
0
2
Lesenswert?

alles nur ausländische Produkte

schade alles nur ausländische Produkte und nichts made in Österreich