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Gutachten zu Mattersburg-BankBilanz-Explosion, während Konkurrenz schrumpfte

Ein Gutachten im Auftrag einer Anwaltskanzlei listet Auffälligkeiten von 2008 bis 2018 auf, die Kanzlei prangert das Versagen von OeNB und FMA an.

++ THEMENBILD ++ 'COMMERZIALBANK MATTERSBURG'
© APA/ROBERT JAEGER
 

Im Firmenbuch hinterlegte Jahresabschlüsse der Commerzialbank Mattersburg der Jahre 2008 bis 2018 und ein Bilanz- und Ertragsvergleich mit dem Bankensektor insgesamt lässt nach einem Gutachten im Auftrag einer Anwaltskanzlei große Auffälligkeiten erkennen. Für die Kanzlei Hausmaninger Kletter Munition für Klagen gegen die Republik. Das Gutachten stammt von Oliver Lintner als Sachverständigem.

Rechtsanwalt Markus Spani kann nicht nachvollziehen, wie dies den Behörden habe entgehen können. Es hätte keines anonymen Hinweises gebraucht, um eine Prüfung zu rechtfertigen. Ein erfahrender Prüfer hätte klar erkennen müssen, dass das Geschäftskonzept der Commerzialbank Mattersburg schon aufgrund der Bilanzdaten nicht nachvollziehbar und der Verdacht der Bilanzmanipulation eindeutig gegeben sei, schreibt die Anwaltskanzlei, die im Bilanzskandal Mattersburg-Bank Geschädigte vertreten will.

Bankensektor geschrumpft, Bank gewachsen

Auf 25 Seiten werden in der Schrift Auffälligkeiten aufgelistet. Etwa die Entwicklung der Bilanz: Die Bilanzsumme des österreichischen Bankensektors sei von 2008 bis 2019 von 1.069 Mrd. Euro auf 884 Mrd. Euro oder um 17,2 Prozent geschrumpft, der Bankensektor insgesamt sei in acht der letzten elf Jahre geschrumpft. Indes sei die Bilanzsumme der Commerzialbank Mattersburg von 413 Millionen auf 795 Mio. Euro im Jahr 2018 gewachsen, ein Zuwachs um 92,62 Prozent.

Wie mehrfach berichtet dürfte weit mehr als die Hälfte der Bilanz auf "Fake"-Geschäft zurückzuführen sein.

Es erhärte sich der Verdacht, dass staatliche Organe wie Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und Finanzmarktaufsicht (FMA) bei der Commerzialbank ihre Aufsichtspflichten massiv verletzt haben, findet die Kanzlei, für die eine Amtshaftungsklage gegen die Republik nahe liegt. Für wirtschaftliche Analysen ist seit 2008 die OeNB zuständig. Rechtliche Schritte prüfe man auch gegen das Land Burgenland. Experten sähen derzeit aber keine Basis dafür.

Zum Kunden-Einlagen-Verhältnis: Bei Österreichischen Banken stünden pro Euro, der als Kredit an Kunden vergeben werde, zwischen 0,85 und 1,07 Euro Kundeneinlagen gegenüber. In der Commerzialbank Mattersburg seien es mit der 2018er-Bilanz 2,05 Kundeneinlagen pro Euro Kreditsumme gewesen.

Guthaben bei anderen Banken (Kredite an andere Banken): 13,9 Prozent ihrer Bilanzsumme an andere Banken hätten die heimischen Banken 2018 als Kredit bzw. Einlage vergeben. Bei der Commerzialbank Mattersburg habe dieser Satz 47,84 Prozent betragen - dreimal mehr als im Branchenschnitt.

Im Ertragsvergleich kam Lintner auf eine mehr als doppelt so hohe Zinsspanne wie jene von vergleichbaren Banken im Land. Gleiches gelte für den Provisionsertrag bezogen auf die Bilanzsumme.

Der Zinsertrag auf Kredite an Kunden bzw. Einlagen bei anderen Banken sei historisch mit 4,58 Prozent signifikant über dem Branchenschnitt von 2,87 Prozent gelegen. Für einen Zinsertrag von jährlich 4,58 Prozent wären am Bondmarkt Investitionen in riskante Unternehmensanleihen bzw. Ramsch-Papiere nötig gewesen, schreibt die Kanzlei. Von österreichischen Banken seien auf Gelder bzw. Kredite, die sie von anderen Banken erhielten, im Schnitt 1,98 Prozent p.a. bezahlt worden. Unter der Annahme, dass auch die Veranlagungen der Commerzialbank Mattersburg bei anderen Banken durchschnittlich 1,98 Prozent p.a. erzielt hätten, hätten die Kreditzinsen an Kunden 7,31 Prozent ausmachen müssen, um die ausgewiesenen Zinserträge zu erzielen, errechnete der Gutachter.

 

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Simunek
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Keenzahlen der Bank

Ich habe wiederholt in anderen Medien darauf hingewiesen, dass jeder halbwegs geschulte Bilanzlese die Kennzahlen der Commerzialbank, wenn er sie richtig deutet, niemals akzeptieren kann. Das war eben die die Entwicklung der Bilanzsumme, die Relation zwischen Ertrags- und Aufwandszinsen, die Höhe der Bankguthaben bei anderen Banken, die Wertberichtigungen zu Krediten. Diese Zahlen werden ja auch an die OeNB gemeldet. Wieso ist es möglich, dass niemand das genau sich angesehen hat. Alleine schon der Wirtschaftsprüfer TPA, der seit 2006 die Bank prüfte, was hat der dort substanziell geprüft. Das ist ein Hohn. Das waren Gefälligkeitstestate. Wieso hat die OeNB, die von 2015 bis 2020 3x die Bank prüfte nicht wirklich insistiert. Ja man hat 2015 eine Anzeige bei der FMA gemacht, aber was hat die ihrerseits in die Wege geleitet. Angeblich hat Staatsanwaltschaft nicht weiter ermittelt. Die OeNB hat ja auch die HYPO als nicht distressed bezeichnet im Jahr 2008. Alles unter dem NOWOTNY. Ich verstehe es nicht. TPA als WP hat grob fahrlässig agiert. Das ist ein Haftungsfall. Des Weiteren haben die AR ihre Aufsichtspflicht verletzt. Die FMA ist ebenfalls in die Pflicht zu nehmen. Pucher galt seit 1995 als Problemfall. Ich bin sprachlos. TPA hat die Grundsätze ordnungsmäßiger Jahresabschlussprüfung verletzt. Saldenbestätigungsaktion und Bankbriefe/?? und vertiefende Prüfung bei Verdachtsfall nicht gemacht. TPA wird wohl durch die WP-Aufsichtsbehörde ihre Befugnis verlieren.

Hanna33
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...da brauchen wir aber garnicht ins Burgenland blicken

...in der Steiermark gibt es da auch einige Banken (unterm Giebelkreuz) die ohne Hilfe des Solidaritätsfonds nicht mehr bilanzieren könnten bzw. die dieses Geld bei normaler Ertragslage (ohne Covid) auch niemehr rückzahlen können...

Simunek
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...da brauchen wir aber garnicht ins Burgenland blicken

Würden Sie bitte konkret werden, ja auch Raiffeisen mit den 2800 Bankfilialen ist nicht aus den Augen zu lassen. Da sind die Regionalbanken anzusehen. Das ist oft ein Bankenverbund. auch da muss man hinsehen. Auch dort gibt es ja Leute im AR, die wenig Expertise haben, Lokalpolitiker, Spengler, Dachdecker, Bauern. Außerdem prüft dort der genossenschaftliche Revisionsverband. Wie prüft man nun diese Bilanzen

Mezgolits
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Gutachten zu Mattersburg-Bank: Bilanz-Explosion, ... die Kanzlei

prangert das Versagen von OeNB und FMA an. - Vielen Dank und ich
prangere das Versagen von E-Control und Bundesregierung bei der
zufallsbedingten + ungespeicherten = WERTLOSEN = extrem steuer-
geld- und umweltschädlichen Solar- und Windstrom-Produktion an.
Stefan Mezgolits, staatmitfinanzierter Erfinder.

Simunek
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Gutachten zu Mattersburg-Bank: Bilanz-Explosion, ... die Kanzlei

Ich verstehe ihren Unmut bitte beim Thema bleiben, danke

langsamdenker
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Also für mich heißt das übersetzt

Wer die Bilanz dieser Bank einsehen kann und den Hauch einer Ahnung vom Bankwesen in Österreich hat, hätte draufkommen müssen, dass die vorgelegten Zahlen außergewöhnlich sind.

Tja - dann müssen dort "Gläubige" geprüft haben oder "Ahnungslose". Alles andere schließe ich aus.

Simunek
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Also für mich heißt das übersetzt

Wer gibt da Dauen unten, das können nur die Wirtschaftsprüfer der TPA sein, oder sind es welche der FMA oder der OeNB (Abteilung Bankenprüfung) oder gar ein Jäger oder ein Dachdecker oder sonst ein AR der Bank. Zwei sind zwei zu viel

Simunek
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Also für mich heißt das übersetzt

Siehe meinen Kommentar "Kennzahlen der Bank", alles klar,nur leider ist es jetzt zu spät. Alles was noch verwertbar ist erhält die Einlagensicherung, die anderen gehen LEER aus

haumioh
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langsamdenker

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