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Besuch bei K&Ö und TU GrazSchramböck: "Wichtig, dass Konsum wieder funktioniert"

Wirtschaftsministerin Margarethe Schramböck betont beim Besuch bei Kastner & Öhler, wie wichtig es sei, dass der Handel wieder funktioniere. Station machte Schramböck auch an der TU Graz.

Wirtschaftsministerium Margarethe Schramböck mit Bürgermeister Siegfried Nagl und K&Ö-Chef Martin Wäg
Wirtschaftsministerium Margarethe Schramböck mit Bürgermeister Siegfried Nagl und K&Ö-Chef Martin Wäg © APA/INGRID KORNBERGER
 

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) hat am Freitag das Grazer Traditionskaufhaus Kastner & Öhler besucht und am ersten Tag der Wiederöffnung der Gastronomie betont: "Es ist wichtig, dass die Handelsströme und der Konsum wieder funktionieren." Kaufhaus-Chef Martin Wäg blickte auf 26 Millionen Euro nicht gemachten Umsatz zurück, dankte aber Online-Einkäufern: "Der Aufruf hat gefruchtet."

Wäg hatte Ende März einen öffentlichen Aufruf gemacht und dabei um die Liquidität des Kaufhauses - das Haupthaus befindet sich in der Grazer Innenstadt - gebangt. Er forderte damals rasche Hilfe der Bundesregierung. Nun folgte Schramböck seiner Einladung zum Betriebsbesuch. Bei einer Pressekonferenz im recht gut besuchten Cafe Freiblick im sechsten Stock des Kaufhauses - mit exquisitem Blick über die Altstadtdächer und auf den Schloßberg - zeigte sich die Ministerin zuversichtlich, "dass sich die Österreicherinnen und Österreicher an die Vorgaben in der Gastronomie halten werden und der Aufschwung kommt". Österreich bewege sich "Schritt für Schritt" aus der weltweiten Krise heraus.

Online-Shop machte sich bezahlt

Wäg nutzte den Termin, um seine Sorgen darzulegen: "Wir werden heuer einen riesigen Verlust machen und es wird ein großer Liquiditäts-Gap." Die Umsatzzahlen seit der Öffnung des Handels am 2. Mai seien vorerst "überraschend gut". Sport habe sich besser entwickelt als Mode. Der vor sechs Jahren gestartet Online-Shop habe sich bezahlt gemacht: "Wir haben den mehr als vierfachen Umsatz als geplant gemacht und waren fast überfordert", gestand er gewisse Lieferprobleme rund um Ostern ein. Der April sei der "mit Abstand beste Monat im Online-Bereich" gewesen. Da sollen nun auch Arbeitsplätze ausgebaut werden. Dennoch habe der Online-Handel nur zehn Prozent des Umsatzes aufgefangen.

Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) unterstrich die nun wieder herrschende "Symbiose" aus Handel und Gastronomie, auf die alle gewartet hätten. Der Shutdown habe in seinen Augen gezeigt: "Die Wirtschaft ist und bleibt die Lebensader, die nicht versiegen darf." Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk sieht das genauso: "Gastronomie, Handel und Gewerbe sind kommunizierende Gefäße."

"Paradebeispiel einer Innovationsschmiede“

Schramböck besuchte bei ihrem "Graz-Tag" auch das Schumpeter Labor für Innovation an der Technischen Universität Graz. Unter der Leitung von Christian Ramsauer sorgte dieses Labor zu Beginn der Corona-Krise über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen: Man entwickelte und fertigte 3D-gedruckte Gesichtsschilde für die steirische Krankenanstaltengesellschaft (Kages). Ramsauer nützte seine Kontakte in die Industrie und das Innovations-Know-how seines Institutes, um ein österreichweites Netzwerk zu spannen, das sich um heimische Lösungen und Produktentwicklungen zur Bewältigung der Corona-Krise bemüht. 

Bundesministerin Margarete Schramböck (Mitte) zu Besuch im Schumpeter Labor für Innovation an der TU Graz bei Institutsleiter Christian Ramsauer (rechts) und TU Graz-Rektor Harald Kainz (links)
Bundesministerin Margarete Schramböck (Mitte) zu Besuch im Schumpeter Labor für Innovation an der TU Graz bei Institutsleiter Christian Ramsauer (rechts) und TU Graz-Rektor Harald Kainz (links) Foto © (c) Photoreport Helmut Lunghammer (HELMUT LUNGHAMMER Photoreport Helmut Lunghammer)

Von Schramböck gab es viel Anerkennung für diese Bemühungen: „Das Schumpeter Labor für Innovation ist eine Innovationsbrutstätte, in dem es vor Ideen nur so sprüht." Ramsauer und sein Team "haben in den vergangenen Wochen vollen Einsatz und Engagement gezeigt, um schnellstmöglich eine Produktion ‚Made in Austria‘ hochzuziehen".

Ramsauer initiierte eine "COVID Task Force Industrie", die neben den 3D-gedruckten Face Shields (die nun die Firma Payer Medical in Serie produziert werden) hat zahlreiche weitere Ergebnisse gebracht: eine Desinfektionsstraße zur Wiederaufbereitung von Schutzkleidung von  Ortner Group, Christof Group, Saubermacher und VTU sowie ein Notfalls-Beatmungsgerät der Firma Hage Sondermaschinenbau aus Obdach.

„Das Schumpeter Labor für Innovation ist für unterschiedliche Industriebranchen erste Anlaufstelle für die interdisziplinäre Produktentwicklung in einer frühen Phase", betont Ramsauer. "Dabei binden wir die Maker-Community ganz gezielt mit ein in die bereits etablierte Kooperation von Industrie und universitärer Forschung." Dies ermögliche "neue Ansätze, innovative Ideen und die rasche Produkteinführung – entscheidende Faktoren, nicht nur in Zeiten der Krise", so Ramsauer.

Harald Kainz, Rektor der TU Graz, ergänzt: „Innovationsforschung sowie eine praxisnahe und interdisziplinäre Ausbildung am Puls der Zeit sind gerade für künftiger Fach- oder Führungskräfte, aber auch für Jungforscherinnen und -forscher essentiell. Dieser Zugang hat an der TU Graz Tradition.“

 

 

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ma12
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kasperl

Bei Kurzarbeit oder Betriebsschließung hat man JA SO VIEL GELD VERDIENT, dass man grenzenlos shoppen kann! Lady, Hirn einschalten, falls überhaupt vorhanden.

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wildkraut
0
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Gott Mammon

Hauptsache "Konsum", Brot & Spiele wie im alten Rom.
Die Hoffnung auf einen Konsum-Verzicht der Umwelt und der Zukunft unsere Kinder zuliebe war leider nur von kurzer Dauer

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brosinor
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Gott Konsum....

....wir bitten dich erbarme dich unser dann erbarmen wir uns deiner

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heinz31
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Kastner ? Nein Danke

Hat die reiche Inhaberfamilie jetzt doch die 5 Millionen "Soforthilfe" erhalten, die er im ORF "gefordert" hat, weil er ansonsten zusperren muss? Das war ziemlich frech, meine ich.
Alleine wegen dieser Arroganz sieht mich dieser "Laden" nie mehr wieder. Auch mache ich in letzter Zeit immer mehr Preisvergleiche - da war das angebliche "Aushängeschild" nie nicht einmal in der Nähe von Günstig.

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Balrog206
7
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Du

Warst vielleicht einmal als Kind beim Kastner ! Wenn du nur auf günstig aus bist solltest in die Zentren fahren da gibts deine 1€ T-shirt !

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steirischemitzi
2
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Gott sei Dank...

... darf man noch selbst entscheiden, ob man sich diesem Konsumwahn auch hingibt oder nicht.

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Miraculix11
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Die Frau Minister versteht wohl nicht...

..dass sie und andere in der Regierung (inkl. Vorgängerregierungen) die Krise mitverursacht haben. Keine Pandemiepläne, keine Masken, keine Schutzanzüge...Österreich war in keinster Weise vorbereitet. Dann habens die Notbremse gezogen und die Wirtschaft abgewürgt und die Menschen eingesperrt.

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unterhundert
7
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kann jetzt der Kastner,

das Dach so machen , wie es vor Jahren vorgeschrieben wurde. Zeit hätte diese Fa. jetzt ja gehabt.

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derhannes
5
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Hauptsache Konsum

Ich muss sagen, ich habe die Zeit, in der es nicht so viele Möglichkeiten zum Konsum gab, fast genossen und mir jetzt eine "neue Bescheidenheit" angewöhnt. Was brauche ich wirklich? Warum wollte ich immer das und das haben? Muss ich wirklich jedes Jahr mit dem Flieger in den Urlaub? Und ehrlich gesagt, selbst gekocht schmeckt meistens besser als im Gasthaus. Ich fand auch die Stille während des Lockdowns und die wenigen Autos auf den Straßen ziemlich erholsam. Wieso muss jetzt wieder alles weitergehen wie vorher?

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tigeranddragon
2
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Ich

weiß zwar nicht ob ich sonst mit ihren Meinungen konform gehe, spielt aber heute keine Rolle, denn jedes ihrer Worte in diesem Posting kann man zumindest doppelt unterstreichen.

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brosinor
3
17
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Sie auch?

ich auch! Dann sind wir schon zwei.
A bissl wenig um die Welt zu retten.
Aber wir machen uns die Welt wie sie uns gefällt
Ohne Gott Konsum. Dafür ohne Stress, ohne Schuldenberg und Herzinfarkt!

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uomo23
2
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.... wie vorher?

Weil es jedes Jahr Rekorde gab. Sei es bei Übernächtigungen, Tourismus, der Handel (zb. das Weihnachtsgeschäft) usw.
In ein paar Monaten wenn kein großer Covid 19 Rückfall kommt wird es so sein wie 2019. Alle jammern jetzt und am Ende heißt es wieder Rekorde, Rekorde....
Ab heute haben die Gastronomie und demnächst die Hotels offen, dann gehen die Arbeitslosen Zahlen zurück und es wird wieder eingekauft bis der Schuldenberg einen erdrückt. So sind ein Großteil der Menschen. Man wird durch die Werbung auch so erzogen. Immer das neueste, das beste usw.

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selbstdenker70
0
33
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...

Punkt 1. Ich geb dir in allem recht. Punkt 2. Weil unser krankes System nur mit ständig steigerndem konsum funktioniert. Die Chancen für ein umdenken waren jetzt da, aber das wird jetzt sofort wieder verspielt...

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