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SchwechatOMV-Chef schließt Raffinerie-Stilllegung nicht aus

Die gesunkene Nachfrage und der Verfall des Ölpreies setzten der OMV zu. Konzern-Chef Seele kann eine Stilllegung der Raffinerie nicht ausschließen.

Die Raffinerie in Schwechat
Die Raffinerie in Schwechat © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Wegen der Coronavirus-Krise steht der OMV-Konzern aktuell massiv auf der Kostenbremse. Milliardeninvestitionen werden eingespart. Europa sei schon in der Rezession angekommen, und man werde bei der OMV kein "Normaljahr" erleben, sagte Konzernchef Rainer Seele in einem Interview mit der "Presse" (Freitagausgabe).

Es würden alle möglichen Maßnahmen verfolgt, die Kosten zu optimieren. Daher könne er Kurzarbeit und Personalabbau für heuer nicht ausschließen. Es gebe aber noch keine Entscheidung darüber. Von staatlichen Vorgaben, Bonuszahlungen in der Krise zu kappen, hält der OMV-Chef wenig. "Wir halten uns an das Aktienrecht: Der Vorstand entscheidet über den Dividendenvorschlag unabhängig. Das haben wir im Februar getan. Ich nehme zur Kenntnis, dass es bei Kurzarbeit Einschränkungen geben soll, die eine andere Dividendenentscheidung bringen sollen." Die OMV werde alles tun, um ihren Entschluss umzusetzen, aber man müsse die Entwicklung abwarten.

Bonusverzicht fraglich

"Ich kann nicht ausschließen, dass wir die Raffinerie stilllegen müssen", sagte Seele der Zeitung. "Dann müssten wir neu diskutieren. Aber davon gehe ich derzeit nicht aus."

Auf die Frage nach einem Bonusverzicht verweist der Konzernchef darauf, dass der Aufsichtsrat im nächsten Jahr über die Boni für 2020 entscheiden werde - je nachdem wie es wirtschaftlich gelaufen sei. "Da brauche ich keine staatliche Vorgabe, um zu sehen, dass ein schwaches 2020 geringe Boni bringen wird. Aber man sollte Manager nicht dafür bestrafen, dass es eine Coronakrise gibt und sie kein Rekordergebnis vorlegen können."

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