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"Pokerkönig" Zanoni gibt aufConcord Card Casinos werden "endgültig" geschlossen

"Das ist schlicht und ergreifend eine Hetzjagd, die jetzt zu Ende ist." Peter Zanoni sieht sich von den Finanzbehörden ins Aus gedrängt und schließt die Concord Card Casinos jetzt "endgültig".

© APA/Barbara Gindl
 

"Pokerkönig" Peter Zanoni hat den Kampf gegen die Finanzbehörden verloren und gibt auf: "Mit großen Bedauern sehe ich mich veranlasst bekanntzugeben, dass ich mit dem heutigen Tage die Concord Card Casinos endgültig schließen muss", schrieb Zanoni am Montag seinen Mitarbeitern. Am Dienstagvormittag werde der Insolvenzantrag eingereicht, sagte er zur APA.

Seine Auseinandersetzung mit den Steuerbehörden sieht Zanoni als Kampf "David gegen Goliath" - wobei David diesmal unterlag.

Zanoni liegt seit Jahren wegen der Besteuerung seines Geschäfts mit der Finanz im Clinch - besteuert würden nämlich nicht die Gewinne seiner Casinos, sondern die Spieleinsätze der Pokerspieler. "Für jeden Brutto-Euro muss ich fünf Euro Abgabe zahlen, und da sind die Kriegsopfer-Abgabe und die Vergnügungssteuer noch nicht dabei, die jede für sich eine erdrosselnde Wirkung haben. Das ist schlicht und ergreifend eine Hetzjagd, die jetzt zu Ende ist."

Den Ausgang einer noch beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) anhängigen Beschwerde, über die im Februar hätte entschieden werden sollen, könne er nicht mehr abwarten, sagte Zanoni zur APA. Über die Jahre hätten sich Steuerschulden von rund 600 Millionen Euro angesammelt, "nicht einmal der liebe Gott kann das bezahlen". Auch am Europäischen Gerichtshof ist noch ein Verfahren anhängig.

Bei Jahresumsätzen um die 30 Millionen Euro könne das keinen Tag länger funktionieren, "das kann nur auf eine Insolvenz hinauslaufen". Der Antrag werde morgen (Dienstag) Vormittag übergeben.

Zuletzt hatte Zanoni sieben seiner zwölf Concord Card Casinos wieder aufgesperrt, um dort das Spielen gratis anzubieten und die Entscheidung des VfGH und des EuGH abzuwarten. Davor hatte er seine zwölf Spielstätten Anfang Jänner nach Razzien der Finanzpolizei schließen müssen, seine Lizenz war ausgelaufen.

Kommentare (3)

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Glamshell
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Typische österreichische Steuer, um ein Unternehmen abzudrehen

Für jeden Brutto-Euro muss ich fünf Euro Abgabe zahlen... schlimm, dass so was in Österreich möglich ist. Als Basis von der Steuer nicht den eigenen Umsatz sondern das Geld, das die Spieler am Tisch haben (und das auch nur die etwas angeht, weil ja nur für die Dienstleistung bezahlt werden muss), heranzuziehen ist eine klassische Lösung, um ein Unternehmen zu vernichten. 30 Millionen Umsatz pro Jahr und die Steuer macht pro Jahr ein Vielfaches vom Umsatz aus - und keiner hat ein Problem damit. Wenn bei der Tankstelle nicht das Getankte Benzin als Steuerbasis sondern die PS-Anzahl der Autos genommen würde, dann würde das keiner verstehen. Wenn beim Taxi nicht der Umsatz sondern die Anzahl der vorbeigehenden Fußgänger als Steuerbasis herangezogen werden würde, dann würde jeder fragen, was das soll.
Erreicht wird, dass die Casinos in Grenznähe im Ausland jetzt mehr Umsatz machen - und dort stehen Spielautomaten und andere Angebote mit hohem Suchtpotenzial. So werden wieder ein paar Spielsüchtige, die dann in Österreich von der Spielsuchthilfe betreut werden dürfen, herangezogen.

gonde
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Das muß ja fast ein Glasfaserkabel gewesen sein! Jetzt gibt man ihm die Gelegenheit, sich rechtzeitig ins Ausland abzusetzen.

500 Millionen Steuerschuld, das muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen!

semperubique
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über eine halbe milliarde steuerschulden?

da muss aber über lange zeit ein guter draht zur finanzbehörde vorhanden gewesen sein.