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Geldpolitische Ziele EZB-Rat Holzmann: "Alles steht zur Diskussion"

Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und EZB-Rat Robert Holzmann: Geldpolitische EZB-Ziele in kommenden Monaten am Prüfstand.

Robert Holzmann
Robert Holzmann © APA/Helmut Fohringer
 

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Aussagen des Gouverneurs der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und EZB-Rats Robert Holzmann die geldpolitischen Ziele in den kommenden Monaten auf den Prüfstand stellen. "Alles steht zur Diskussion", sagte Holzmann am Montag in Wien.

Die neue EZB-Chefin Christine Lagarde hatte am 14. November die Mitglieder des EZB-Rates zu einem ersten informellen Treffen im Schlosshotel Kronberg nördlich von Frankfurt geladen. Lagarde bemüht sich um Aussöhnung im obersten Notenbanker-Gremium, nachdem das neue Anleihenkaufprogramm bei einigen EZB-Räten für Unmut gesorgt hat. Der Rat besteht aus den sechs Mitgliedern des Direktoriums und den Präsidenten der nationalen Zentralbanken der 19 Mitgliedstaaten des Euroraums. Die Amtszeit von Lagarde begann am 1. November. Sie löste Mario Draghi ab, der von 2011 bis Ende Oktober 2019 im Amt war.

Bei dem informellen Treffen sei es darum gegangen, wie man in Zukunft kooperieren will, unter anderem sei es um Entscheidungsfindung und Kommunikation gegangen, sagte Holzmann. "Wir sind auf einem guten Weg, das zu verändern, wie es passiert", so der EZB-Rat. Die inhaltliche Debatte über die Geldpolitik soll nun folgen.

Transformation in Osteuropa im Fokus

Holzmann eröffnete am Montagnachmittag die OeNB-Konferenz "European Economic Integration (CEEI)" in Wien, die sich heuer mit den vergangenen 30 Jahren der Transformation in Osteuropa und der wirtschaftlichen Zukunft beschäftigt. Der OeNB-Gouverneur bezeichnete den Wandel als "Erfolgsgeschichte". Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sei es zuerst holprig losgegangen, aber dann habe es einen Wirtschaftsaufschwung gegeben, der nur kurzfristig durch die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 unterbrochen wurde. Die Finanzmärkte in Osteuropa und Südosteuropa seien auch stabil, betonte Holzmann.

Warum es dennoch Unzufriedenheit in Osteuropa mit der wirtschaftlichen Entwicklung und populistische Politströmungen gibt, sieht die EBRD-Chefökonomin Beata Javorcik durch mehrere Punkte begründet. Die vormals im Kommunismus herrschende relativ gleiche Einkommensverteilung sei nach 1989 auseinandergegangen. "Einige haben verloren." Auch manche Menschen seien nicht mit der in der Marktwirtschaft vorhandenen Unsicherheit klar gekommen. Ein weiterer wichtiger Punkt, weswegen es Unzufriedenheit in Osteuropa gebe, sei die Massenauswanderung, sagte die Chefökonomin der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). "Viele junge Menschen haben ihr Heimatland verlassen." Dies würde sich auch auf die Wahlergebnisse auswirken.

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