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Nach Pleite von Thomas Cook Kunden sollen trotz Insolvenz nicht stornieren

Abwickler für die Reiseinsolvenzversicherung: Andernfalls droht Verlust von Ansprüchen auf Rückerstattungen.

Zehntausende Urlauber sind von der Pleite Thomas Cooks betroffen
Zehntausende Urlauber sind von der Pleite Thomas Cooks betroffen © APA/AFP/COSTAS METAXAKIS
 

Nach der britischen und der deutschen Thomas-Cook-Gesellschaft hat heute auch der österreichische Ableger des internationalen Tourismuskonzerns Insolvenz angemeldet. Kunden sollten aber keinesfalls von sich aus ihre Reise aktiv stornieren, da sie dadurch Ansprüche auf Rückerstattungen verlieren könnten, warnt der Abwickler für die Reiseinsolvenzversicherung gemäß Pauschalreiseverordnung AWP.

Allianz Partners nehme die Ansprüche der Reisenden schnellstmöglich auf und bereite die Auszahlungen an die Kunden der Thomas Cook Austria AG vor. Zudem unterstütze der in Österreich zuständige Abwickler intensiv bei der Rückholung der Reisenden in Zusammenarbeit mit seinen Partnern.

In Österreich sei eine spezielle Taskforce eingerichtet, und das Personal für die Abwicklung im Call-Center in Wien sei bereits aufgestockt worden. "Damit soll sichergestellt werden, dass den Kunden der Thomas Cook Austria AG schnellstmöglich geholfen wird und die Ansprüche betroffener Reisender aufgenommen werden können", teilte der Abwickler Mittwochnachmittag mit.

Für Urlauber, die bereits unterwegs sind, als auch für Kunden, die ihre Reise noch nicht angetreten haben, wurde unter der Rufnummer +43 1 525 03 6853 eine 24-Stunden-"Helpline" eingerichtet.

Ansprüche wie etwa notwendige Flugbuchungen oder zusätzliche Hotelkosten können den Angaben zufolge unter der eigens eingerichteten E-Mail-Adresse thomascook.at@allianz.com eingereicht werden.

Weiterführende Informationen und die Antworten auf die häufigsten Fragen (FAQs) sind auf der Internetseite www.allianz-travel.at zu finden. Sie würden "kontinuierlich erweitert, sobald aktuelle Informationen hinzukommen".

2000 Kundenkontakte an zwei Tagen

An den ersten beiden Tagen verzeichnete Allianz Partners in Österreich laut Eigenangaben bereits mehr als 2000 Kundenkontakte. Bei der überwiegenden Mehrheit handle es sich um allgemeine Anfragen zum weiteren Vorgehen. In Österreich sind Schätzungen zufolge bis zu 19.000 Urlauber von der Thomas-Cook-Pleite betroffen - 4600 befanden sich zu Wochenbeginn in den Zielgebieten, weitere Tausende wollten in den nächsten Wochen ihre Reise antreten.

Kunden, deren Reiseantritt noch bevorsteht, empfiehlt Allianz Partners "die Reisen nicht anzutreten, da in der aktuellen Situation die reibungslose und planmäßige Durchführung der bei Thomas Cook Austria AG gebuchten Reise nicht gewährleistet werden kann". Die Betroffenen sollten sich mit ihrem Reisebüro in Verbindung zu setzen, um sich entweder die Durchführung der Reise bestätigen zu lassen oder mit dem Reisebüro eine Neubuchung mit einem anderen Reiseveranstalter zu vereinbaren.

Urlauber, die bereits mit Thomas Cook auf Reisen sind und vom Hotel zu Zahlungen aufgefordert werden oder deren Rückflüge nicht stattfinden, unterstütze der Abwickler AWP mit entsprechenden Handlungsanleitungen sowie bei der Organisation der Umbuchungen bzw. Rückflüge der Urlauber in Zusammenarbeit mit seinen Partnern.

Sollten für die Fortsetzung der Reise notwendige Zusatzkosten auftreten, müssten die Betroffenen innerhalb einer Frist von acht Wochen ihre Buchungs- und Zahlungsbestätigungen sowie eine Bankverbindung schriftlich bei der Österreich-Niederlassung der AWP P&C S.A. einreichen, um ihre Ansprüche geltend zu machen. Die Einreichfrist endet am 17. November 2019.

Aktuell nehme Allianz Partners die Ansprüche der Reisenden schnellstmöglich auf. Alle konkreten belegbaren Ansprüche, die innerhalb der Frist eingehen, würden an den Versicherer weitergeleitet, so die AWP. Danach könnten die Kunden mit den konkreten Rückmeldungen und Auszahlungen rechnen.

Die deutsche Thomas Cook GmbH und die österreichische Thomas Cook Austria AG wollen aus der insolventen britischen Thomas Cook Group herausgelöst werden und streben eine Unternehmenssanierung und damit eine Fortführung der Geschäfte an.

Kommentare (3)

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lombok
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Ein bisserl witzig ist der Abwickler ab schon!

Es wurde Insolvenz angemeldet und man darf nicht stornieren. Wenn ich in wenigen Wochen meinen Urlaub hätte, würde ich aber schon gerne wissen (und zwar sofort), ob ich mich anderweitig umsehen muss, um meinen Urlaub mit einem anderen Veranstalter zu retten. Oder sollte man bis einen Tag vor Urlaubsantritt zuwarten, um dann gesagt zu bekommen, dass der Urlaub ins Wasser fällt??? Die Versicherungen wollen die Schadenshöhe auf den Schultern der Kunden niedrig halten ...

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rubberduck34
7
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Reisebüro wo man gebucht hat anrufen und beraten lassen was am besten ist. Reisebüros können auch auf andere Anbieter umbuchen wenn notwendig.

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lombok
1
7
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@rubberduck

Leider stimmt das so nicht! Ein Reisebüro ist nur Vermittler zwischen Veranstalter und Kunden. Auf einen neuen Veranstalter umzubuchen, bedeutet für den Kunden, ein weiteres Mal zahlen zu müssen. Und genau das will Die Versicherung derzeit nicht. Anderer Vergleich: Wenn ich einen Audi bestellt habe, kann ich dann auch nicht zu Mercedes wechseln und die Mehrkosten soll sich dann der Autohändler (also wieder Vermittler) irgendwie aushandeln.

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