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Erste-Chef TreichlNullzinsphase dauert "noch 10 bis 15 Jahre" an

Erste-Chef Andreas Treichl gab sich bei den Wirtschaftsgesprächen in Alpbach wenig optimistisch, was die Entwicklung der Zinsen betrifft.

PK ERSTE GROUP AG: 'JAHRESERGEBNIS 2014' /  TREICHL
Andreas Treichl © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Die seit knapp zehn Jahren anhaltende Niedrigzinsphase in Europa wird nach Ansicht von Erste-Chef Andreas Treichl noch lange anhalten. Dies werde noch "die nächsten 10 bis 15 Jahren" weitergehen, sagt der Banker am Dienstagabend bei den Wirtschaftsgesprächen des Forums Alpbach.

Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sei mit "Zinsen nichts mehr zu verdienen", so der Erste-Group-Chef. Die Österreicher hätten aufgrund der Zinssituation und ihrer Veranlagungsgewohnheiten im vergangenen Jahr weit über 5 Milliarden Euro an Vermögen verloren.

Alles investiert in Immobilien

Wegen den Niedrigzinsen und eines fehlenden Kapitalmarkts in Österreich - also wegen fehlenden Investmentalternativen - würde "alles in Immobilien gehen", erklärte Treichl. Auch von sehr wohlhabenden Bevölkerungsschichten werde vor allem in Wohnungen und Häuser investiert. "Deswegen wird Wohnraum so teuer, dass Jungfamilien es sich nicht mehr leisten können." Treichl plädierte dafür, für Besserverdiener Investmentalternativen zu finden, damit die Immobilienpreise wieder etwas sinken.

Der Banker appellierte, das aktuelle Wirtschaftssystem zu reformieren. "Kapitalismus muss solidarisch werden. Ich bin bekennender Kapitalist", sagte Treichl beim Diskussionspanel "Kapitalismus und Demokratie - Ein Machtkampf?" im Tiroler Bergdorf Alpbach. Die Marktwirtschaft müsse weltweit möglichst vielen Menschen zugänglich sein. "Wenn das nicht stattfindet, hat Kapitalismus endgültig ausgedient." Man müsse jungen Menschen die Möglichkeit geben, dass sie sich ein kleines Vermögen aufbauen können. Dies sei aber mit Nullzinsen "sehr, sehr schwer zu erreichen".

Green-Tech: Europas Chance

Die wirtschaftliche Größe und Macht der US-amerikanischen Tech-Konzerne - u.a. Apple, Facebook, Google - bezeichnete der Erste-Group-Chef als "furchterregend" und "unfassbar". "Zu viel Macht in einer Hand ist ungesund."

Nachdem Europa den Zug bei Biotech, Fintech, Künstliche Intelligenz und Social Media verpasst habe, müsse die Europäische Union die weltweite Marktführerschaft bei Klimaschutz-Produkte ("Green Tech") erreichen. "Das wird eine massive Industrie werden. Da kann Europa noch die Führerschaft übernehmen", so Treichl.

Kommentare (2)

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leTal
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Hört sich gut an

Muss noch mein Kredit abbezahlen von dem her nix zu schimpfen

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wintis_kleine
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2
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@le

Schon richtig.
Aber nur nicht vergessen: ohne Zinsen können die Staaten ihr Minus auf unsere kosten(steuergeld) beseitigen.
Und nicht einmal da sind sie in der Lage den Schuldenberg wirklich abzusenken.
Gnade uns(erem budget), sollten die Zinsen wieder steigen.

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