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Fahnen auf HalbmastVolkswagen würdigt Ferdinand Piëch

Nach dem plötzlichen Tod des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch würdigen VW-Management und der Familien-Clan das Lebenswerk des Auto-Enthusiasten.

Archivbild von Ferdinand Piëch
Archivbild von Ferdinand Piëch © APA/AFP/THOMAS KIENZLE
 

Mit Fahnen auf halbmast würdigt Volkswagen den langjährigen Konzernchef und späteren Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch. Im Namen aller 660.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kondolierten Aufsichtsrat und Vorstand den Angehörigen, wie der Autobauer am Dienstag in Wolfsburg mitteilte.

"Ferdinand Piëch hat Automobilgeschichte geschrieben - als leidenschaftlicher Manager, genialer Ingenieur und als visionärer Unternehmer", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch.

Seit den 1960er Jahren habe Piëch die Entwicklung des Automobils, der Industrie und vor allem von Volkswagen zum globalen Mobilitätskonzern maßgeblich gestaltet, vorangetrieben und geprägt, sagte der Österreicher Pötsch. Das Unternehmen und die Menschen hätten ihm unendlich viel zu verdanken.

Konzernchef Herbert Diess bezeichnete Piëch als mutig, unternehmerisch konsequent und technisch brillant. "Vor allem hat Ferdinand Piëch Qualität und Perfektion bis ins Detail in den Automobilbau gebracht und tief in der Volkswagen-DNA verankert", sagte Diess.

Der ehemalige Top-Manager war am Sonntag im Alter von 82 Jahren gestorben, wie seine Ehefrau Ursula Piëch am Montagabend mitgeteilt hatte. Zum Gedenken sollen in verschiedenen VW-Werken die Fahnen auf halbmast gesetzt werden.

Auto-Enthusiast und Stratege

Die Familien Porsche und Piëch haben das Lebenswerk und die Verdienste des verstorbenen Ex-VW-Chefs Ferdinand Piëch gewürdigt. "Wir trauern mit der Familie um Ferdinand K. Piëch, den außergewöhnlichen Manager und Ingenieur, den Strategen und ganz einfach auch den Auto-Enthusiasten, der er zeitlebens war", betonte Wolfgang Porsche, Aufsichtsratschef der VW-Dachgesellschaft Porsche SE und Cousin Piëchs, am Dienstag in einer Mitteilung.

Ferdinand Piech: Der VW-Patriarch

Der junge VW-Manager

Ferdinand Piëch auf einem Archivfoto 1975. Am 17. April 1937 wurde Piëch in Wien geboren, der legendäre Porsche-Gründer Ferdinand Porsche war sein Großvater. Nach dem Studium in Zürich arbeitete Piëch ab 1972 für die VW-Tochter Audi NSU.

APA/Audi Nsu Auto Union Ag

Audi-Chef und Thronfolger

1988 wurde Piëch Vorstandschef der Audi AG. Das Bild aus demselben Jahr zeigt ihn mit Carl Horst Hahn, damals Vorstandschef von Volkswagen. Am 1. Jänner 1993 folgte Piëch nach dem Abgang Hahns an die VW-Spitze. Volkswagen schrieb damals hohe Verluste.

APA/dpa/Michael probst

Zurück auf die Erfolgsstraße

Innerhalb von drei Jahren brachte Piëch den VW-Konzern in die Gewinnzone zurück. Das Foto von 1999 zeigt ihn mit dem damaligen Kanzler von Deutschland, Gerhard Schröder (rechts), bei der Grundsteinlegung für ein VW-Werk in Dresden. Mitte: der damalige Ministerpräsident von Sachsen, Kurt Biedenkopf.

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VW und der Luxus

Unter Piëch steigt VW in das Luxussegment ein. Unter anderem wurden Bentley, Bugatti und Lamborghini gekauft und das Oberklassemodell Phaeton herausgebracht.

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Die Übergabe

Piëch war bis 2002 Vorstandschef von VW, ihm folgte Bernd Pischetsrieder nach. Piëch wechselte indes an die Spitze des VW-Aufsichtsrates.

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Ablöse im Streit

Wirtschaftlich war Pischetsrieder mit VW sehr erfolgreich, dennoch kam es 2006 wegen "persönlicher Differenzen", wir es offiziell hieß, zum Bruch mit dem mächstigsten Mann im Konzern, Ferdinand Piëch.

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Die Ära Winterkorn beginnt

Martin Winterkorn, enger Vertrauter von Piëch, übernahm am 1. Jänner 2007 das Steuer bei VW.

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GTI-Treffen und Spitzengagen

Winterkorn und Piëch beim GTI-Treffen am Wörthersee. Winterkorn machte nicht zuletzt durch seine Spitzengagen von sich reden. 2011 erhielt der VW-Chef 17,456 Millionen Euro – so viel wie noch kein anderer Vorstandsvorsitzender eines DAX-Unternehmens vor ihm.

Daniel Raunig

Der Bruch

2015 kommt es zum Bruch und zum offenen Machtkampf zwischen Piëch und Winterkorn. Piëch distanziert sich von Winterkorn und tritt zwei Wochen später von allen Mandaten im VW-Konzern zurück - nachdem sich große Teile des Konzerns hinter Winterkorn gestellt hatten. Bald darauf, im Herbst 2015, muss aber auch Winterkorn seinen Hut nehmen. Er war über den Abgasskandal gestolpert.

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Am 25. August starb Ferdinand Piech 82-jährig im Klinikum Rosenheim in Bayern.

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Mit dem Cousin verbänden ihn viele gemeinsame Erinnerungen. "Im Mittelpunkt stand dabei das Ringen um das Erbe unseres Großvaters Ferdinand Porsche, das wir erfolgreich weitergeführt haben", sagte Porsche.

Ferdinand Piëch war am Sonntag im Alter von 82 Jahren gestorben. Sein Bruder habe die deutsche Autoindustrie geprägt wie kein Zweiter, betonte Hans Michel Piëch in der Mitteilung. "Und er war eng verbunden mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Volkswagen-Konzerns, in guten wie in schlechten Zeiten."

Porsche und Hans Michel Piëch sind die Sprecher ihrer jeweiligen Familienzweige, die gemeinsam die Porsche SE kontrollieren. Auch Ferdinand Piëch war dort einst großer Anteilseigner und Aufsichtsratsmitglied, hatte sich aber aus der Holding zurückgezogen.

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