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Wasserstoff als ZukunftOMV will Kohlendioxid-Ausstoß um 19 Prozent senken

Der OMV-Chef bekennt sich zu einer Reduzierung der CO2-Intensität. Er hält aber nichts von einem Komplettausstieg aus fossilen Energien. Die Zukunft sieht der Chemiker langfristig bei "grünem Wasserstoff".

Man habe "ein langfristiges Ziel gesetzt, dass wir 19 Prozent unserer CO2-Intensität reduzieren wollen", sagt OMV-Chef Seele. Die Zukunft sieht der Chemiker langfristig bei "grünem Wasserstoff"
Man habe "ein langfristiges Ziel gesetzt, dass wir 19 Prozent unserer CO2-Intensität reduzieren wollen", sagt OMV-Chef Seele. Die Zukunft sieht der Chemiker langfristig bei "grünem Wasserstoff" © Tom Bayer - stock.adobe.com
 

OMV-Chef Rainer Seele bekennt sich zu einer Senkung der CO2-Emissionen durch seinen Öl- und Gaskonzern. Er hält aber nichts von "Extremszenarien" eines Komplettausstiegs aus fossilen Energien. Erdölbasierte Kunststoffe und Medikamente seien weiterhin nötig.

Die OMV arbeite an Maßnahmen, um den eigenen Kohlendioxid-Ausstoß zu senken. Man habe "ein langfristiges Ziel gesetzt, dass wir 19 Prozent unserer CO2-Intensität reduzieren wollen".

In erster Linie gehe es um Verfahrensoptimierung, aber auch um eine andere Gestaltung der Raffinerie-Rückstandsverbrennung.

Weiterhin auf erdölbasierte Kunststoffe setze man, "weil sie einen erheblichen Vorteil für den Verbraucher" hätten. Damit würden zum Beispiel in der Autoindustrie schwere Metalle ersetzt, wodurch sich der spezifische Energieverbrauch senken lasse.

BILANZ-PK OMV AG 'JAHRESERGEBNIS 2018 SOWIE ERGEBNIS 4. QUARTAL': SEELE
Rainer Seele Foto © APA/HELMUT FOHRINGER

"Ich setze auf freie Märkte"

Wenn es billig sei, CO2 auszustoßen, werde man keine Technologieentwicklungen zur CO2-Absenkung haben. "Aber ich setze da mehr auf die freien Märkte und bin für einen intensiveren Emissionshandel von CO2", so Seele auf "Ö1". Derzeit zahlt die OMV - als zweitgrößter heimischer CO2-Emittent nach der voestalpine - um die 100 Millionen Euro im Jahr via Emissionshandel.

Für eine CO2-Steuer sei er nicht, betont Seele. Denn eine CO2-Steuer werde Autofahrer und Haushaltskunden belasten.

Fokus auf Erdgas und Wasserstoff

Wesentlich stärker werde die OMV künftig auf Erdgas setzen, sagt Seele. Aus Erdöl werde die OMV künftig weniger Kraftstoffe machen, allerdings werde man sich wesentlich stärker Richtung Kerosin orientieren, denn "bei Flugzeugen sehen wir derzeit technologisch keine Alternative zu dem, was wir haben. Diese Mobilität sollten wir erhalten".

"Langfristig die beste Lösung" werde grüner Wasserstoff, sein, ist der promovierte Chemiker überzeugt - fügt aber gleich hinzu: "Aber machen wir uns nichts vor: Wir werden beim Thema Wasserstoff kurzfristig keine sehr großen Durchbrüche sehen." Die Technologie müsse reifen - und wenn man Wasserstoff etwa mit überschüssigem Windkraftstrom erzeuge, müsse man als wirtschaftlich denkendes Unternehmen "auch einen Markt finden - und der Markt ist eben sehr klein".

"Wasserstoff-Tankstellen als Museum"

Die OMV habe in den Bau von Wasserstoff-Tankstellen investiert. "Aber ich kann diese Tankstellen mehr als Museum betreiben", weil es noch  kaum Autos dafür gebe.

Kommentare (6)

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melahide
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Wasserstoff

Die ÖVP redet ja auch immer von Wasserstoff, einer Technologie, die erst in Jahrzehnten angewendet werden kann. Und damit gibt man einen Freifahrtschein aus: „Wir würden ja auf Wasserstoff setzen. Gibt es aber noch nicht. Da müssen wir weiterhin mit Verbrennern fahren ....Öl verarbeiten...“

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ChihuahuaWelpe55
0
3
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CO2 gut und schön! Aber

was ist mit den anderen Treibhausgasen?

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gRADsFan
7
5
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Was kümmert die OMV die Klimakrise?

Hauptsache die Geschäftsmodelle laufen weiter... bis irgendwann gar nichts mehr geht

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Aleksandar
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9
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Naja

Wasserstoff als Treibstoff wegen der Abgase ... davon hab ich vor über 40 Jahren in der Schule gehört. Dass aber nichts weitergegangen ist, liegt wohl an der Macht der Wirtschaft und an der Gleichgültigekeit der Konsument/inn/en der Umwelt gegenüber.
"'weil sie einen erheblichen Vorteil für den Verbraucher' hätten". Das sagt genug.
Ach ja, merkt niemand, dass es irgendwie heißer geworden ist?

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pesosope
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Aleksandar

Es mag sein, dass Sie vor 40 Jahren schon davon gehört haben, aber das Wichtigste darüber wissen Sie nicht oder hat Sie bisher auch noch nicht interessiert. Die Technologie ist nicht neu und immer schon eine Hoffnung für die Zukunft, allerdings, und das ist immer das Hauptproblem bei tollen oder viel besseren Sachen, sie kosten Geld, viel Geld, und den Einsatz/Gebrauch muss ja auch jemand finanzieren. Da das halt nur der Endverbraucher ist und er aber keine unendliche Geldmelkmaschine ist, sind diese Technologien eben bisher nicht finanzierbar. Die Welt ist nicht so einfach, aber die Lösungen sind es, wenn alles kostenlos wäre

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brosinor
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Die wenigsten merken die sich anbahnende Katastrophe

Die allermeisten starren aufs Smartphone

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