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Zäsur in der GeldpolitikUS-Notenbank Fed senkt die Zinsen zum ersten Mal seit 2008

Zinswende in den USA: Die Notenbank Federal Reserve reduziert das Zielband für den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Beendet wird zudem die Drosselung des Anleihenprogramms.

Fed-Boss Jerome Powell
Fed-Boss Jerome Powell © APA/AFP/MANDEL NGAN
 

Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins wie von den meisten Experten erwartet gesenkt. Das Zielband für den Leitzins "Fed Funds Rate" werde um 0,25 Prozentpunkte auf 2,00 bis 2,25 Prozent reduziert, teilte die Fed am Mittwoch in Washington mit. Es ist die erste Zinssenkung seit Dezember 2008. Zudem werde die Bank die Drosselung ihres Anleihenprogramms im August beenden, zwei Monate früher als geplant.

Analysten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Angesichts der Abkühlung der Weltwirtschaft und schwelender Handelskonflikte hatte sich der Schritt abgezeichnet. Im vergangenen Jahr hatte die Fed noch vier Mal die Zinsen angehoben. Die nunmehrige Zinswende dürfte Finanzmärkten und der US-Konjunktur neuen Schwung verleihen.

Bereits vor der heutigen Entscheidung hatte US-Präsident Donald Trump den Druck auf die Notenbank noch einmal deutlich erhöht. Es brauche "eine große Absenkung", erklärte Trump. Die Federal Reserve müsse auch ihre Anleihenkäufe wieder ausweiten, forderte er. Diese herunterzufahren und gleichzeitig die Zinsen zu erhöhen, sei "ein großer Fehler" gewesen, so Trump weiter. In den letzten Wochen hatte der US-Präsident seine Notenbanker "völlig ahnungslos" und als "hartnäckigstes Problem" der US-Wirtschaft bezeichnet. 

Der jetzige, kleine Schritt der Fed markiert dennoch eine Zäsur der Geldpolitik: Im Zuge der verheerenden globalen Finanzkrise 2008/2009 senkte die Notenbank die Zinsen aggressiv, um die Wirtschaft zu stabilisieren. 2015 begann sie, den Leitzins wieder sukzessive zu erhöhen.

Der Leitzins, die sogenannte Federal Funds Rate, ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen. Eine Senkung des Zinssatzes verbilligt Kredite, weswegen Firmen leichter investieren können und viele Bürger weniger für Schuldendienst ausgeben müssen und damit mehr Einkommen zur Verfügung haben.

US-Börsen reagieren mit Verlusten

Die US-Börsen haben am Mittwoch erst einmal kaum auf die Zinsentscheidung der Notenbank reagiert. Nach einigen kurzen Ausschlägen nach unten stabilisierten sich die wichtigsten Aktienindizes knapp unter den davor gesehenen Niveaus.

Der Dow Jones notierte wenige Minuten nach dem Zinsschritt mit einem Minus von 0,13 Prozent bei 27.163,00 Punkten, später ging es etwas deutlicher bergab. Vor dem Bekanntwerden der Fed-Entscheidung war der Index minimal im Plus gelegen. Der US-Dollar konnte nach Bekanntgabe der Zinsentscheidung bis dato leicht zulegen, der Euro fiel im Gegenzug geringfügig auf 1,1112 Dollar.

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