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Nachteile befürchtetJö-Bonus-Club: Dicke Luft zwischen Lieferanten und Rewe

Nicht nur Datenschützer sehen die Kundenkarte "Jö" kritisch, sondern nun auch Teile der Lebensmittelindustrie. Sie befürchtet Nachteile, wenn sie sich nicht an der Finanzierung beteiligt. Rewe weist diese Kritik zurück.

Knapp mehr als drei Millionen Jö-Karten sind in Österreich in Verwendung © Rewe
 

Die neue Kundenkarte "Jö" ruft neben Datenschützern auch die Industrie auf den Plan. Die Lebensmittelindustrie befürchtet eine Schlechterbehandlung für Lieferanten, die sich nicht beteiligen. Der Handelskonzern Rewe (Billa, Merkur, Penny usw.), zu dem der Jö Bonus Club gehört, dementiert das.

"Aus dem Mitgliederkreis wurde uns kommuniziert, dass Rewe nach Abschluss der Jahresgespräche und der Jahresvereinbarungen die Lieferanten mit einem Angebotspaket konfrontiert, aus dem der Eindruck entsteht, dass teilweise bis zu 1 Prozent vom Jahresumsatz als Kostenbeteiligung an der Einführung der 'Jö-Karte' gefordert wird", kritisiert der Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie in einem Brief an Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti. Lieferanten, die das ablehnen, fürchten eine Schlechterstellung - etwa bei laufenden Aktionen.

Daten als Gegengeschäft?

Als Gegenleistung für die Beteiligung am Umsatz würden den Lieferanten die Daten aus den Kartenumsätzen zur Lizenzierung angeboten. "Diese Daten haben für manche Lieferanten aber einen sehr geringen bis keinen Mehrwert gegenüber konventionell am Markt erhältlichen Daten", so die Geschäftsführerin des Fachverbandes, Katharina Koßdorff, laut dem Schreiben, das der APA vorliegt. Auch Günter Thumser, Geschäftsführer beim Österreichischen Verband der Markenartikelindustrie, sieht das Angebot von Rewe in "keiner Weise" im Einklang mit den finanziellen Forderungen.

Der Bonus Club

Der Jö Bonus Club gehört zu Rewe International mit seinen Handelsfirmen Billa, Merkur, Penny, Bipa und Adeg. Kunden bekommen mit der Karte auch Angebote bei OMV, Libro, Pagro, interio und BAWAG PSK.

Zu Jö sollen bald ein Baumarkt und Unternehmen aus den Bereichen Mode, Schuhhandel, Telekom und Optik hinzukommen. Derzeit gibt es 3,05 Millionen Jö-Karten, bis 2020 werden rund 3,9 Millionen anvisiert.

Das Vertrauensverhältnis zwischen den Lieferanten und Rewe sei dadurch erheblich beeinträchtigt, so Thumser zur APA. Vor allem kleinere Lieferanten hätten Angst vor Rewes Marktmacht und würden daher "die Krot fressen und das bezahlen", sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Fachverbands, Josef Domschitz, zur APA. Konkrete Namen von betroffenen Lieferanten nannten weder die Lebensmittelindustrie noch der Markenartikelverband. Es handle sich um das Who's who der Branche.

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) habe Hinweise aus dem Markt bekommen, aber keine konkreten Beschwerden, sagte BWB-Sprecherin Sarah Fürlinger auf APA-Anfrage. Ermittlungen gebe es deswegen noch keine.

Rewe dementiert

Rewe dementiert die Vorwürfe. "Nur, wer das Angebot annimmt, hat eine Geschäftsbeziehung mit dem Jö Bonus Club. Ein Angebot kann man annehmen oder ablehnen. Selbstverständlich entsteht denjenigen, die das Angebot nicht annehmen, kein Nachteil in der Geschäftsbeziehung zur Rewe International AG", sagte Rewe-Sprecherin Ines Schurin zur APA. Rewe habe auf die Briefe der Herstellerverbände längst reagiert. Es habe auch bereits weitere Gespräche mit Lieferanten gegeben. Aus Sicht von Rewe sei die Angelegenheit zufriedenstellend geklärt worden. Thumser vom Markenartikelverband bestätigte Gespräche, geklärt ist aus seiner Sicht aber "noch gar nichts".

Auch die Geschäftsführerin der Kundenkarte, Ulrike Kittinger, betonte, dass niemand gedrängt werde, da mitzutun. Hersteller könnten mit den Jö-Daten ihr Sortiment optimieren. Es handle sich aber um eine einfache Analyse und keine Personendaten. "Wir geben keine Einzeldaten her, wir verkaufen keine Adressen, die Analysen sind nicht auf Einzelpersonen zurückführbar", so Kittinger zur APA. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) sowie die Arbeiterkammer äußerten nach Einführung der Kundenkarte im Mai Bedenken an den Vorteilen für die Kunden und puncto Datenschutz.

Kommentare (21)

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Civium
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Beziehungsmarketing

wer die Beziehung nicht will, muss ja nicht!

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Puschl
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Aggressive Werbung

Ich geh täglich zu B. weil es der nächste in der Umgebung ist. Schön langsam verzichte ich drauf, weil ich die aggressive Fragerei um die JÖ Karte echt nicht mehr aushalte.
JÖ Karte?
Nein!
Wollen Sie eine?
Nein!

Beim nächsten Einkauf das gleiche Spielchen, obwohl man meint, dass dich Verkäufer bald kennen müssten, wenn du täglich dort einkauftst...

Ich denke mir, wer eine hat, der zückt sie eh und die anderen sollen einfach nur in Ruhe gelassen werden.......

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felunt
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blöder Name

noch dazu!

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wollanig
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Voerteilsklub, Friends etc ade

JÖ ist mir unsympathisch und interessiert mich nicht. Gemma halt nur mehr zum Spar

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eston
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Regierung ist gefordert:

Die Kundenschikanierei mit Rabattmarkerlsammeln, Bonuspunkte, Minus25%pickerl, mit nicht mehr überschaubaren Ausnahmen, die Zumüllerei mit Werbeprospekten gehört von der Konsumentenschutzministerin verboten. Die Konzerne sind zu zwingen die Preise auf deutsches Niveau zusenken!

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XStoneX
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JÖ, das ist nicht so einfach...

Ich kaufe recht viel beim Billa ein, da er auch pre-JÖ das Geschäft meiner Wahl war. Mit der Umstellung auf JÖ war ich auch nicht happy, dennoch kommt bei mir - mit 4 Kindern und einer qualitativ möglichst hochwertigen und trotzdem preisbewussten (ich nutze Aktionen wo es für uns Sinn macht) Produktauswahl - nach meinen Berechnungen - zu einer Preisersparnis von rd. EUR 50-70 / Monat. Und viele Produkte sind so oft deutlich günstiger als beim Discounter. Habe da die Preise gut im Kopf.

Das läppert sich dann schon zusammen. Habe trotzdem erstmals die AGB durchgelesen und bin gerade vom Profiling nicht begeistert. Mit einem Murren habe trotzdem auf die JÖ Card gewechselt.

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erstdenkendannsprechen
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ich nicht.

auch wir sind eine große familie, aber die ersparnis ist einfach nicht da. und hochwertiger sind die lebensmittel auch nicht - die werbund täuscht da. ich kann grundnahrungsmittel auch zb. beim hofer kaufen, kommen ebenfalls aus heimischen betrieben (molkereien zb.) auch bio-lebensmittel sind dort nicht teurer als bei billa. fleisch kaufen wir groß ab hof (nahgenuss kann ich empfehlen), ist halt aufwendiger mit dem verräumen, weil wir das zt. selber machen. vorteil: qualität und ich sehe, wie die tiere dort gehalten werden. putzmittel - discounter, viel selber machen (soda, natron, essigreiniger).
ich brauch jö nicht, wenn ich qualität will. und wenn ich etwas mit einem murren unterschreiben müsste (weil ich nicht davon überzeugt bin), dann tue ich es nicht.

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mEmeinesErachtens
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JÖ Karte erhalten aber nicht angebommen und nicht regisitriert.

.
Das dieses Jö Karte zu noch mehr Kontrollen bzw. Datenmaterial führt ist wohl ersichtlich.

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Reipsi
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Ich möchte dazu

sagen , es wird ja niemand gezwungen, also wer es tun will solls tun und wer nicht , nicht, ganz einfach.

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merch
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Schon

Bemerkt, dass z. B. Merkur seit der Einführung der JÖ card um einiges teurer geworden ist?

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jackass85
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Keine JÖ Kart

Mehr regional einkaufen und bei Geschäften ohne schwindliges Kartensystem.

Für mich war die JÖ Kart ein Grund nicht umzustellen sondern auf dieses System zu verzichten.

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eleasar
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Immer, wenn ich gefragt werde:

"Möchten Sie Jö?"
Lächle ich nett und sage:
"Danke, nö!"

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paulrandig
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Es muss viel mehr ins Selbstverständnis sickern,...

...dass Daten bares Geld wert sind. In Summe erhalten die Konzerne durch unsere Daten mehr an Wert als wir im Gegensatz Vergünstigungen erhalten.
Daten = Wert = Geld
Es braucht doch keiner glauben, dass Konzerne derartig große Investitionen tätigen, ein riesiges Netz an Teilnehmern aufbauen, Infrastruktur implementieren und dem Kaiser astronomisch teure Werbeminuten, -seiten und -plakate schenken, wenn sie nicht ganz sicher sind, damit aus uns mehr Geld rauszuholen als sie hineinstecken.

Auch, wenn jeder einzelne von uns denkt, er/sie sei ein "mündiger Konsument", der eh nur kauft, was er braucht, - es stimmt einfach nicht. Da sind Profis am Werk, die uns und unsere verborgenen Entscheidungsmechanismen, unsere Wünsche und unsere Instinkte besser kennen als wir selbst. Ja, wir können dagegen ansteuern, aber es kostet permanent Kraft, ganz rationell gegen das eigene Unterbewusstsein zu kämpfen. Und manchmal wird man "schwach". Anschließend sind wir unglaublich gut, im Nachhinein schnell einen vernünftigen Grund für den Kauf zu finden.

Nein. Ohne mich.

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Bumsdi
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Abmelden geht einfach!

Die Umstellung auf Jö nahm ich zum Anlass, mich bei den diversen friends-Clubs schriftlich abzumelden. Natürlich mit dem Hinweis, das meine Daten zu löschen sind und keinesfalls weiter verwendet werden dürfen. Eine schriftliche Bestätigung erhielt ich und vor allem bekomme ich seither keinen weiteren Werbemüll mehr!

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paulrandig
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Bumsdi

Genauso macht man das. Hab ich auch. Und nicht den Eindruck, irgendwo draufzuzahlen. Im Gegenteil: Die Vergünstigungen für Kunden sind so gering, dass das wegfallende Grübeln, wo man was und wann als nächstes kauft und welche Verbilligung wann am meisten bringt, deutlich mehr Lebensqualität liefert als die kurzfristige Freude, irgendetwas um ein paar Euro günstiger gekriegt zu haben, das man sonst eh nicht gekauft hätte.

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eskri
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Erfahrung

... als Konsument habe ich bis dato nur positive Erfahrungen gemacht

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kropfrob
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Ja klar, ...

... als Konsument sehen Sie zunächst auch nur den Rabatt, der beim Einkauf abgezogen wird ("Jö schau, sochon wieder 3 Euro = 1 Kaffee/Eis/was auch immer eingespart"). Aber als mündiger Konsument sollten Sie sich auch informieren, was im Hintergrund alles passiert:
1. Das ganz muss natürlich finanziert werden. D.h. bei der ursprünglichen Preisgestaltung wird bereits berücksichtigt, dass ein entsprechender Spielraum nach unten bleibt, ohne dass der Handelskonzern draufzahlt. Und jetzt will man offenbar auch noch die Lieferanten zur Kasse bitten - das war ohnehin nur eine Frage der Zeit bis dieses Druckmittel angewendet wird.
2. Selbstverständlich werden die Daten im Hintergrund gespeichert (und auch weiterverkauft - siehe oben). Woher sonst sollten z.B. die individuellen Einkaufsgutscheine kommen, die im Beitrag von "Eltern" weiter unten angesprochen sind? Wenn Sie wissen wollen, was man solchen vermeintlich harmlosen Daten alles anstellen kann, dann schauen Sie sich den Vortrag "Spiegelmining" von David Kriesel an (einfach bei youtube nach Stichwort und Name suchen). Dauert zwar eine Stunde - ist aber sehr sehenswert. Und auch wenn Rewe abstreitet, die Daten derart zu nutzen, besteht doch die Gefahr dass irgendwann irgendwer kommt und das macht. Der ist dann froh, wenn er auf eine Datensammlung von mehreren Jahren zurückgreifen kann.

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Eltern
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Gefällt nicht!

Das Prinzip der neuen Jö-Bonus Karte ist für mich noch nicht ganz durchschaubar. Wann ich wo und wie meine Punkte einlösen kann. Auch vermisse ich die Gutscheine, die man in regelmäßigen Abständen z.B. von Merkur, Billa, Bipa... zugeschickt bekommen hat.

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sonja65
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Gegenströmung

Diese lästige JÖ-Karte verärgert meiner Meinung nach mehr Kunden, als sie Kunden bringt. Ich kaufe nur noch dort ein, wo mich keiner nach einer Kundenkarte fragt, z.B Spar, Hofer..

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kumberg
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Aber wie wir alle wissen

Die Gier ist bei vielen gross - da geben sie alle Daten her - wenns sein muss auch die Höhe des Einkommens - nur etwas zu bekommen, was man sich vorher selbst bezahlt hat.

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kumberg
6
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Kann nur gratulieren

Ich auch

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