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KonjunkturIHS: Österreich auf solidem Wachstumspfad

Kein starkes, aber ein solides Wachstum prognostizieren die Wirtschaftsforscher des IHS. Bis 2023 soll das BIP im Schnitt um 1,6 Prozent wachsen.

IHS Chef Martin Kocher Seepark Hotel Management Club
IHS Chef Martin Kocher Seepark Hotel Management Club © 
 

Die Wirtschaft in Österreich dürfte in den Jahren bis 2023 weiter solide wachsen, die Arbeitslosigkeit aber auf aktuell hohem Niveau stagnieren, erwartet das Institut für Höhere Studien (IHS). Für das Budget geht das IHS von Überschüssen aus. Die Zinsen werden tendenziell noch niedriger sein als derzeit.

Von 2019 bis 2023 dürfte laut Mittelfristprognose des IHS die Wirtschaft im Schnitt jährlich um 1,6 Prozent zulegen. Das wäre zwar etwas weniger als in den vergangenen fünf Jahren (1,8 Prozent), aber doch mehr als im Euroraum (1,4 Prozent). Für die Weltwirtschaft geht das IHS von rund 3,4 Prozent Wachstum aus, für China von "nur" mehr rund 5,8 Prozent. Dabei unterstellt das Institut, dass es zu keiner weiteren Eskalation der Handelskonflikte kommt.

Exporte lassen nach

In Österreich wird in den kommenden fünf Jahren der private Konsum das Wachstum absichern, Investitionen und Exporte dürften hingegen nachlassen. Mit rund 1,75 Prozent bleibt die Inflation auf dem von der EZB angestrebten Niveau von etwas unter zwei Prozent.

Wermutstropfen ist, dass die Arbeitslosenquote nicht mehr spürbar zurückgeht. Nach nationaler Definition dürfte sie 2023 weiter 7,2 Prozent betragen, nach EU-Definition gut 4,5 Prozent.

Zuversichtlich ist das IHS in Bezug auf das Budget. Es geht von einem Budgetüberschuss aus, "der zur Finanzierung einer Steuerreform verwendet werden könnte". Allerdings seien unverändert Strukturreformen nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft langfristig zu sichern.

Hard Brexit "keine Katastrophe"

In Großbritannien ist der Brexit-Hardliner Boris Johnson neuer Premierminister. Sollte es unter Johnson zum "Hard Brexit", also zum ungeordneten Austritt der Briten aus der EU kommen, wäre das für Österreich "keine Katastrophe", aber sicher nichts Positives, schätzt der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Martin Kocher.

Vielleicht, so meinte Kocher am Mittwoch vor Journalisten, könne man sogar optimistisch sein: Vielleicht sei es für Johnson sogar einfacher, einen Brexit-Deal durchs Parlament zu bringen als für seine Amtsvorgängerin Theresa May.

Das IHS hat nach eigenen Angaben kein Szenario für einen "Hard Brexit" für Österreich erarbeitet. Österreich würde von einem relativ harten Austritt der Briten aus der EU begrenzt betroffen sein, weil mit Großbritannien nicht so viel Handel betrieben werde. Unmittelbar und kurzfristig würde die heimische Konjunktur damit nicht sehr tangiert. Wohl aber könnte sich insgesamt der gegenwärtige Abwärtstrend in Europas Konjunktur in dem Fall noch stärker beschleunigen.

In den Augen von Kocher ist die Wahrscheinlichkeit eines Harten Brexit aber immer noch gering.

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