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UmweltPlastiksackerl: Aldi kassiert, Österreich verbietet

Im Kampf gegen Wegwerfplastik hat nun auch der Diskonter Aldi ein Einsehen und verlangt künftig auch für Obstsackerl einen Cent.

Symbolbild
Symbolbild © APA/dpa/Federico Gambarini
 

In Deutschland wird das Thema Plastiksackerl derzeit wieder heftig diskutiert. Grund: Die Hofer-Mutter Aldi will künftig selbst für die dünnen Obst-Sackerl aus Plastik Geld verlangen. Wobei lediglich der symbolische Preis von einem Cent verrechnet werden soll, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. 

Der Diskonter reagiert damit auf die immer stärker werdende Kritik an Plastikverpackungen in Geschäften. Als Vorbild dient eine Vorschrift in Italien. Dort sind bereits seit Anfang 2018 rund drei Cent pro Sackerl fällig. Bei der Aldi-Tochter Hofer bleiben die Obstsackerl weiterhin gratis.

In Österreich kommt das Verbot

Auch in Österreich tut sich einiges beim Thema Plastik. Wie berichtet will die ehemalige Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) Plastiktragtaschen generell verbieten lassen. Noch diese Woche wird sie - inzwischen Nationalratsabgeordnete - einen Initiativantrag einbringen und hofft auf einen Mehrheitsbeschluss im Juli. Damit wären Plastiktragtaschen ab 1. Jänner 2020 verboten. 

Ihr Antrag sieht ein Verbot von Einweg-Kunststofftragtaschen ab 1. Jänner 2020 vor - allerdings mit einer Übergangsfrist: Bereits im Lager befindliche Sackerl dürften noch bis Ende 2020 verkauft werden. Nicht betroffen wären sehr leichte Tragetaschen (Obst- oder Knotenbeutel), die biologisch abbaubar sind und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.

Müllsäcke bleiben

Auch Mehrwegtaschen aus Kunststoffgewebe, mit vernähten Verbindungen oder mit vernähten Tragegriffen, die eine entsprechende Stabilität aufweisen und für den mehrmaligen Gebrauch konzipiert sind, dürften weiter benutzt werden - ebenso Müllsäcke, Hundesackerl oder Gefrierbeutel.

Greenpeace verlangte, dass das Plastiksackerlverbot jetzt vom Parlament umgesetzt wird und weitere Punkte zusätzlich aufgenommen werden. Demnach müsse auch sichergestellt werden, dass Bio-Plastiksackerln gentechnikfrei angebaut werden. Auf "falsche Alternativen" wie Papier dürfe nicht gesetzt werden. Die NGO forderte außerdem ein verpflichtendes Angebot von Mehrwegsackerln als Alternative.

 

Kommentare (13)

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compositore
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Erinnern Sie sich noch

Jutte statt Plastik, hat auch nicht funktioniert. Geschätze 90% ist Verpackungsmüll der Lebenmittelindustrie. Und dann noch Umfragen: "Wie viel Müll Österreichs Haushalte tatsächlich produzieren". Ein Haushalt produziert keinen Müll, er erhält ihn zum größten Teil beim tägl. EInkauf, man kann aber natürlich zB. den Reis schon im Geschäft ins mitgebrachte "Plastibecherl" umfüllen ...

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ChihuahuaWelpe55
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Wieso wird nicht wie früher, die leeren Kartons zur kostenlosen und freien Entnahme angeboten?

Verständlich, dass man abkassieren will, nicht nur beim Hofer! Kartons als Plastiksackerlersatz sind das Nachhaltigste, weil sie sonst eh nur weggeworfen werden!

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Sam125
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Ja für den Handel im allgemeinen, ist die verordnete Plastiksackerlfreiheit ,

mehr als lieb, denn so können Sie sich ein anständiges Zusatzeinkommen sichern, wie es ja bei der letzten Tragetaschen Verordnung auch schon war! Bei meinem Lebensmittelnhändler gab es auf einmal nach der Kassa, keine Kantons mehr, zum einpacken der Lebensmittel! Bei Nachfrage warum es auf einmal keine Kartons mehr gibt, sagte mir eine Verkäuferin, dass es ihnen Verboten wurde! Jede auch noch so kleine Veränderung, die der Handel für die Umwelt durchführen muss, zahlt der Konsument doppelte und dreifach zurück!!

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marinerjoe
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Ich habe in den letzten zehn jahren keine drei Plastiksackerl

im Geschäft gekauft, --- es ist doch kein Problem, immer welche Wiederverwendbaren oder aus Stoff dabei zu haben.

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stprei
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Gibt es ja

Ich hatte noch nie ein Problem, einen Karton zu bekommen. Allerdings muss man die Mitarbeiter fragen, dass die Bananenschachteln im Bereich nach der Kasse lagern ist tatsächlich nicht mehr üblich.

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ChihuahuaWelpe55
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Beim Hofer muss man leider oft schnell sein

da sonst die Kartons schnell im Abfall verschwinden. Dass es bei den Anderen oft den Eindruck eine „Müllstirlers“ oder Sparfuchs erweckt, muss ich recht oft geflissentlich ignorieren. Das muss eigentlich belohnt werden, denn wir nehmen den Geschäften den „Müll“ ab, den sie sonst entsorgen müssten. Aber scheinbar ist es rentabler, 20 Cent zu verlangen und die Kartons gleichzeitig zu entsorgen, als diese wieder einfach am Ausgang kostenlos anzubieten!

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ChihuahuaWelpe55
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*20 Cent für ein Sackerl

zu verlangen [...], als ..

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Christian Hubinger
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So wichtig so ein Verbot ist - machen Plastiksackerln gerade 0,5%!!! aller

produzierten Kunststoffe aus!
Hier kann man toll populistisch Werbung machen!
Die meisten Kunststoffe werden in der Baubranche, Autoindustrie, Textilindustrie und Pharmaindustrie verwendet.
0,5% sind zwar ein Anfang - aber nicht einmal ein Tröpfchen auf dem heißen Stein.

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Südsteirer
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Der „produzierten Menge“

Aber nicht der verbrauchten Menge oder?

An und für sich haben Sie recht, es ist recht wenig. Aber es ist ein guter 1. Schritt, der den Menschen nicht wirklich weh tut, wie es zB Verbote von „Plastikkleidung“ oder PET Flaschen machen würden..

Aber es darf auch nicht bei diesem 1. Schritt bleiben, das is klar!

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Christian Hubinger
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Naja, wenn etwas produziert wird,

dann wird es auch ge- bzw verbraucht. Wie gesagt - die Menge ist im Vergleich lächerlich - trotzdem ist es ein Anfang...

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eadepföbehm
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Wo hast du denn diese Statistik her.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Plastiksackerl 0,5% der Kunststoffproduktion ausmachen.

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Christian Hubinger
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Sorry 0,6%...

Dirty Hanno - ORF Doku vom 14.3.2019. In Österreich werden pro Jahr 1.000.000 Tonnen Kunststoff produziert - davon 6.000Tonnen in Form von Plastiksackerln. Und!!! Wird ein Papiersackerl nur 1x verwendet, ist der ökologische Fußabdruck des Plasticksackerl wesentlich geringer! Der Energieaufwand beim Papiersackerl ist so groß!

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eadepföbehm
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Ob sich der Dirty Hanno da nicht verrechnet hat.

Mir kommen 0,5 o. 0,6% allein für die Plastiksackerl ziemlich viel vor, wenn man bedenkt, was heutzutage alles aus Plastik erzeugt wird.
Von den ganzen Gehäusen für Elektrogeräte, Autoteilen, Kunststoffverpackungen, Getränkeflaschen bis zu Blumentöpfen ud Möbeln und diese Liste ließe sich noch Kilometerlang fortsetzen.

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