Für Mercedes-Chef Ola Källenius war‘s ein Heimspiel. In Tuscaloosa, Alabama hat er gelebt, in verschiedenen Funktionen gearbeitet, zwei Söhne wurden hier geboren, und wenn er erzählt, ist Sweet Home Alabama mehr als nur ein Song, es ist Heimat.
Mercedes dockte in den USA an, als es noch nicht en vogue war und Strafzölle und ein weltweiter Handelskonflikt weit weg waren. Heute ist das Werk, in dem inzwischen über fünf Millionen SUVs gebaut wurden, mehr als eine Lebensversicherung in den USA. Auch der GLC wird hier gebaut werden, weitere Modelle sollten und könnten folgen, so bringt man nicht nur SUVs aus der Zollschusslinie. Ein Satz von Källenius begleitet das Bild und entfaltet eine noch stärkere Wirkung: „Das ist immer noch ein Stück Heimat“, sagt er über Alabama.
Eine Milliarde Dollar hat Mercedes zuletzt Jahr für Jahr hier investiert, bis 2030 will man noch einmal sieben Milliarden Dollar locker machen. Dies ist Grund genug, hier auch noch zwei Weltpremieren einzubauen, die am Weltmarkt für Mercedes eine enorme Bedeutung besitzen.
GLE und GLS wurden runderneuert, das sind die wichtigsten Fakten: beginnend mit dem GLE:
Darauf ist Mercedes stolz
Den schönsten Ausblick liefert bestimmt die Coupé-Variante, der ganze GLE wurde grundsätzlich ein bissl aufgefrischt und neu akzentuiert, technisch punktet man beim Fahrwerk mit fünf Multicoreprozessoren und mehr als 20 Sensoren, damit die Active Body Control die Infos (1000 Mal pro Sekunde werden die fahrspezifischen Parameter erfasst) verarbeiten und umsetzen kann.
Mercedes ist natürlich narrisch stolz, „weil dieses aktive Fahrwerk die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad individuell regeln kann, wirkt es nicht nur Wank- sondern auch Nick- und Hubbewegungen entgegen. Beim Bremsen und Beschleunigen taucht die Karosserie nicht mehr ein“, heißt es. Und eine Cloudbasierte Dämpferregelung soll für mehr Komfort sorgen – das wird noch zu testen sein. Nicht in der Cloud, aber auf der Straße. Bei den Motoren lässt man vom V8 (mit speziellen Lösungen wie bei der Kurbelwelle fit gemacht für die neuen Abgasvorschriften) bis zum Plug-in-Hybrid (106 km Reichweite) alles auftanzen.
Der Mercedes GLS im Schnelldurchlauf
Beim GLS schaut‘s so aus: Genauso wie beim GLE betont man den neuen Geräuschkomfort, die Motoren sollen flüsterleise laufen. Beim Design wurde ein wenig nachgearbeitet, auch Mercedes spricht jetzt wie BMW vom Supercomputern und KI-Unterstützung, die im Auto am Fahrerlebnis arbeiten. Die Active Body Control ist de facto systemgleich wie beim GLE, die Cloudbasierte Dämpferregelung, gekoppelt mit der Luftfederung, arbeitet auch hier. Eine kurze Ausfahrt ins Gelände zeigt: Mercedes hat viel Gespür für unsere Bandscheiben. V8 und Sechszylinder-Diesel sind natürlich an Bord.