Das Kristallgeschäft der Firma Swarovski mit Stammsitz im Tiroler Wattens schreibt weiter schwarze Zahlen. Der Umsatz stieg im Jahr 2025 auf 1,97 Milliarden Euro und erreichte damit ein „organisches Wachstum“ von sechs Prozent, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Auch beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verzeichnete man ein Plus von zwölf Prozent. Die Verantwortlichen sprachen von einem „herausfordernden Umfeld“ für die Jahre 2025 und 2026.
Trotz dieses Umfelds konnte Swarovski „2025 unsere konsequenten Fortschritte fortsetzen, indem wir ein breit angelegtes Umsatzwachstum erzielten, unsere Rentabilität und nun auch unsere Liquidität stärkten und neue Höhen der Markenattraktivität erreichten“, sagte Swarovski-CEO Alexis Nasard. Das Unternehmen sprach von einem „ausgewogenen Wachstum“ mit einem Plus bei allen „Regionen und Kanälen“, angeführt von Nordamerika mit einem Zuwachs von zehn Prozent. In neun der zehn wichtigsten Märkte sei ein „Like-for-Like-Wachstum“ erzielt worden, insgesamt lag dieses bei neun Prozent.
Mitarbeiterabbau in Wattens
Der Schmuckmarkt entwickelte sich jedoch „deutlich besser als der Gesamtmarkt, während die B2B-Geschäftspläne erneuert und die Produktionskapazitäten optimiert wurden“, hieß es. Das schwächelnde B2B-Geschäft war indes im Vorjahr als Grund für einen weiteren Mitarbeiterabbau am Standort Wattens genannt worden, da dort vorwiegend für Geschäftskunden produziert wird.
Die Unternehmensführung sah sich nun jedenfalls im eigenen Kurs bestätigt. „2025 war ein weiterer entscheidender Schritt bei der systematischen Umsetzung des Turnaround-Plans des Unternehmens“, verwies man etwa auf die Einigung der Gesellschafter zur Schaffung einer einheitlichen Kristall-Gruppe – der DSW Kristall AG & Co KG – und „einer klaren gestärkten Führungsstruktur“. Die Umstrukturierung des Unternehmens in den vergangenen fünf Jahren würde Swarovski zudem in die Lage versetzen, „künftig eine beschleunigte Wertschöpfung zu erzielen“, hieß es.
Gedämpfte Konsumlaune
Im Jahr 2026 werde das operative Umfeld dennoch „weiterhin herausfordernd“ sein. Als Grund wurde die zunehmend instabile „geopolitische Lage“ mit dem Konflikt im Nahen Osten genannt. Dadurch werde auch die Stimmung unter den Konsumentinnen und Konsumenten „gedämpft“. Die sogenannte „LUX ignite Strategie“ – damit ist die Herstellung laborgezüchteter Diamanten gemeint – soll weiter verfolgt werden.
Starke Turbulenzen
Der Kristallkonzern Swarovski, der im Vorjahr sein 130-jähriges Bestehen feierte, ist laut eigenen Angaben in mehr als 140 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit rund 18.300 Menschen. In den vergangenen Jahren hatte sich das geschichtsträchtige Unternehmen mit starken Turbulenzen konfrontiert gesehen. Dies betraf sowohl die Konzernführung als auch die wirtschaftliche Situation, nicht zuletzt aufgrund der Coronakrise. Am Stammsitz in Wattens wurden großflächige Kündigungen vorgenommen. Im Jänner waren dort noch rund 2480 Mitarbeiter beschäftigt, künftig sollen es rund 2100 sein. Zusammen mit den Schwesterunternehmen Swarovski Optik und Tyrolit bildet das Swarovski Crystal Business die Swarovski-Gruppe.