Nicht die kleinen Fläschchen, sondern das neue Produkt „Jägermeister Orange“ sorgt für mehr Umsätze bei der deutschen Kultmarke.
Die Mast-Jägermeister SE konnte sich trotz weltweit rückläufiger Spirituosenmärkte gegen den Trend behaupten und Marktanteile gewinnen. Haupttreiber war die Absatzentwicklung der Kernmarke Jägermeister, die in einem historisch schwachen Marktumfeld ihren Absatz um 7,7 Prozent auf 117,6 Millionen 0,7-Liter-Flaschen im Jahr 2025 steigern konnte.
Neben einer wachsenden Kernmarke habe auch die Produktneuheit Jägermeister Orange deutlich zum Wachstum beigetragen: Die neue Variante bedient den Trend zu hellen, fruchtigen und mixbaren Spirituosen und erreichte bereits über fünf Millionen verkaufte Flaschen. Der Launch des Produktes zählt in Märkten wie Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik bereits zu den erfolgreichsten Spirituoseneinführungen des vergangenen Jahrzehnts.
„Der Marktstart in Österreich hat unsere hohen Erwartungen weit übertroffen. Die Performance im Handel bestätigt, dass wir mit dieser Innovation einen Nerv getroffen haben“, sagt Tamara Rossegger, Head of Marketing bei Liquid Spirits, dem lokalen Distributionspartner von Jägermeister. Das Unternehmen mit Sitz in Werndorf südlich von Graz zählt auch Stroh zu seinen Kunden.
Rückgänge bei der Konkurrenz
In einem weiterhin insgesamt sehr schwachen Konsumumfeld entwickelte sich die Kernmarke weltweit sehr positiv, wie CEO Michael Volke betont: „In einem Jahr, in dem nahezu alle global bedeutenden Spirituosenmärkte Rückgänge verzeichnen, haben wir unsere Position spürbar ausgebaut. Die lokalen Abverkäufe in den Märkten durch unsere Vertriebstöchter und Distributionspartner erreichten weltweit gar ein Rekordniveau.“
Jägermeister-Welt: Tequila, Gin & Co.
Auch die globale Expansion wurde fortgesetzt: 2025 erfolgte der Markteintritt in über 20 weiteren Ländern mit der Tequilamarke Teremana. Im wichtigen US-Markt belasteten jedoch der rückläufige Markt und der fortgesetzte Lagerbestandsabbau die Entwicklung. Der Absatz sank entsprechend 14,8 Mio. auf 13,3 Mio. Flaschen.
Ebenfalls weiterentwickelt wurde die Hamburger Spirituosenmanufaktur Gin Sul, die seit 2018 ebenfalls zum Markenportfolio des niedersächsischen Familienunternehmens gehört. Im vergangenen Jahr gab es Sondereditionen wie Lima Limao und Jardim do Paradiso.
In Deutschland wird auch kräftig investiert: 17 Millionen Euro fließen in den Bau eines neuen CO2-neutralen Fasslagers am Standort Kamenz. Jägermeister-CEO Volke bleibt für heuer optimistisch: „Auch 2026 erwarten wir keinen Rückenwind aus den internationalen Märkten.“ Ein moderates Wachstum sei möglich.