Die Inflation in Deutschland ist im Februar deutlicher als erwartet gesunken. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Im Jänner war die Teuerungsrate auf 2,1 Prozent gestiegen, nachdem sie im Dezember mit 1,8 Prozent auf den niedrigsten Wert seit mehr als einem Jahr gefallen war. Von Jänner auf Februar zogen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent an.

Preistreiber blieben einmal mehr die Dienstleistungen: Sie verteuerten sich um 3,2 Prozent (Jänner: 3,2 Prozent). Für Energie mussten Verbraucher dagegen 1,9 Prozent weniger bezahlen als ein Jahr zuvor (Jänner: -1,7 Prozent). Die Preise für Nahrungsmittel zogen um 1,1 (Jänner: +2,1) Prozent an. Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die sogenannte Kerninflation, blieb bei 2,5 Prozent.

„Entschlossene geldpolitische Reaktion“

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt in der Währungsunion mittelfristig eine Inflation von 2 Prozent an. Die nach europäischen Standards berechnete deutsche Inflationsrate lag im Februar bei 2,0 Prozent. Die EZB hat ihren Leitzins von Mitte 2024 bis Mitte 2025 achtmal auf aktuell 2 Prozent gesenkt, weil der Preisdruck insgesamt nachgelassen hat. Seither wurde er nicht mehr angetastet.

„Die entschlossene geldpolitische Reaktion der EZB spielte eine entscheidende Rolle dabei, die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen“, sagte deren Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments. Sie bekräftigte die Erwartung, dass sich die Inflation mittelfristig dem Zielwert von 2,0 Prozent annähern wird und sich das Lohnwachstum verlangsamt.