Vor gut fünf Jahren gründeten die Kärntner Rainhard Fuchs (37) und Andreas Taschas (43) die Glacier Carbon Reduction GmbH mit Sitz in Wien. Das „Klima-Start-up“, gegründet als Fortbildungsschmiede in Sachen Nachhaltigkeit, entwickelte jüngst einen starken KI-Fokus. Die „Climate Academy“ bleibt aber eine tragende Säule. Sie bietet Bildungsprogramme für Lehrlinge bis hin zu Führungskräften, „um Nachhaltigkeit operativ im Arbeitsalltag zu verankern“, erzählt der Klagenfurter Rainhard Fuchs. Seit einem halben Jahr ist er Allein-Geschäftsführer von Glacier. Mitarbeiter sollen zu „Climate Rangers“ werden.

„Glacier AI als zweite Säule“

Zunehmend an Bedeutung gewinnt die zweite, stark wachsende Säule, der Einsatz künstlicher Intelligenz unter der Marke „Glacier AI“. Ziel ist es, den Aufwand für Nachhaltigkeits- und ESG-Management deutlich zu reduzieren. Während viele Unternehmen ESG (Environmental, Social and Governance – Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) noch manuell oder stark beratungsgetrieben umsetzen, bietet Fuchs mit seinem 17-köpfigen Team technologische Lösungen.

Arbeit an ESG-Plattform

Denn trotz Entschärfungen beim Green Deal („Omnibus“) bleibe „der ESG-Druck hoch“, betont Fuchs, insbesondere durch Investoren, Banken und Geschäftspartner. Er will eine ESG-Plattform aufbauen, die mehrere Standards und Ratings gleichzeitig erfüllt, und parallel die internationale Expansion forcieren. „Seit meiner Übernahme als CEO habe ich einen stärkeren Fokus auf KI gelegt“, sagt Fuchs.

„Extrem viel Zeit sparen“

Selbst ihm als Juristen würde es schwerfallen, einen 300 Seiten starken Nachhaltigkeitsbericht zu verfassen. Dank KI spare man Kunden – darunter Andritz, Kelag, Knauf oder RLB OÖ – extrem viel Zeit, indem aus Bestandsdokumenten rasch prüfbare Berichte und Teilberichte erstellt werden. Bis Jahresende soll zudem ein KI-Agent folgen, „der den Namen verdient“, so Fuchs.