Im vergangenen Jahr sind etwas weniger Falschgeldfälle registriert worden als 2024. Nach der am Freitag veröffentlichten Statistik der Österreichischen Nationalbank (OeNB) wurden 10.089 gefälschte Banknoten im Jahr 2025 sichergestellt, ein Rückgang um 1,2 Prozent gegenüber dem Jahr davor mit 10.209 unechten Scheinen. Am beliebtesten scheint bei Kriminellen nach wie vor der 50-Euro-Schein zu sein: Fast sechs von zehn sichergestellten „Blüten“ (57,9 Prozent) waren Fünfziger.

Exakt 5851 50-Euro-Scheine wurden aus dem Verkehr gezogen. 18 Prozent oder 1.811 Noten betrafen gefälschte Zwanziger, an dritter Stelle folgte die 100-Euro-Banknote mit 1.335 Fälschungen bzw. 13,2 Prozent. Jede zweite gefälschte Banknote tauchte übrigens in Wien auf (5061 Scheine oder 50,2 Prozent Anteil). Es folgten Niederösterreich mit 1.601 Fälschungen oder 15,8 Prozent und Oberösterreich mit 878 „Blüten“ oder 8,7 Prozent.

Rund 610.000 Euro Schaden im Vorjahr

Der durch Fälschungen entstandene Schaden belief sich 2025 auf 610.870 Euro, was einem Rückgang von neun Prozent gegenüber 2024 entsprach. 671.535 Euro Schaden waren es 2024.

Die Statistik der OeNB betrifft allerdings nur die im Umlauf erfassten Fälschungen, also jene, die tatsächlich wirtschaftlichen Schaden angerichtet haben, zum Beispiel im Handel. Zu diesen Zahlen kamen noch einmal 13.614 „Blüten“, welche die Polizei aus dem Verkehr zog, bevor sie Schaden anrichten konnten.

Die OeNB bereite Information aus europäischen Datenbanken auf und nutze ihre Expertise im Erkennen von Datentrends, was in den vergangenen Jahren mehrmals zu polizeilichen Festnahmen und in weiterer Folge gerichtlichen Verurteilungen geführt habe. Thomas Steiner, Mitglied des OeNB-Direktoriums, betonte: „Uns ist eine zeitnahe und enge Abstimmung mit der Polizei wichtig. Mit Hilfe der Daten und Analysen der OeNB kann die Polizei der Fälschungskriminalität noch gezielter begegnen.“

Scheine mit neuem Design ante portas

Demnächst werden auch Euro-Noten in neuem Design ausgegeben werden. Nach einer entsprechenden Ankündigung der Neugestaltung der Euro wurden sieben potenzielle Themen für die neuen Scheine identifiziert, woraus in einer öffentlichen Umfrage „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“ als zentrale Motive ausgewählt wurden, erläuterte die Nationalbank. 2025 startete der Design-Wettbewerb, bei dem Grafikdesignerinnen und Designer aus der EU ihre Entwürfe einreichen konnten.

Bis Ende März 2026 müssen die ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer laut OeNB ihre finalen Gestaltungsvorschläge vorlegen. Eine unabhängige Jury wird anschließend bis zu zehn Entwürfe (fünf pro Thema) auswählen. Zwischen Juni und Dezember 2026 kann die Öffentlichkeit auf der EZB-Website über die ausgewählten Designs abstimmen. Der EZB-Rat wird dieses Feedback berücksichtigen und voraussichtlich Ende 2026 verkünden, wie die neuen Banknoten aussehen werden.

Sobald der endgültige Gestaltungsentwurf feststeht, geht es in den kommenden Jahren an die technische Umsetzung einschließlich der Integration neuer Sicherheitsmerkmale. Danach wird der EZB-Rat festlegen, wann die neuen Euro-Banknoten hergestellt und ausgegeben werden, so die OeNB.