Vor dem Hintergrund der zunehmenden geopolitischen Konflikte haben Rüstungsaktien am Montag zu den Favoriten an den europäischen Aktienmärkten gezählt. In Frankfurt ging es für die Papiere von Rheinmetall, des Rüstungselektronik-Spezialisten Hensoldt und des Panzergetriebeherstellers Renk um bis zu sieben Prozent nach oben. Zuwächse von jeweils rund fünf Prozent gab es bei BAE Systems, Leonardo und Saab zu sehen.
Damit holten die Papiere ihre Verluste des vierten Quartals weiter auf. Da hatten viele Anleger die zuvor bärenstarken Kursentwicklungen genutzt, um Kasse zu machen - auch in der Hoffnung auf ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
Diese Hoffnungen haben sich bisher allerdings nicht bewahrheitet, da Russland sich echten Fortschritten weiterhin verweigert. Hinzu kommt nun noch die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Venezuela. Zudem drohte US-Präsident Donald Trump nach dem Angriff auf Venezuela jetzt auch Kolumbien.
„Fast immer, wenn die Gefahr militärischer Maßnahmen zunimmt, steigen die Rüstungsausgaben, was zu positiven Trends für Verteidigungsaktien führt“, schrieb Branchenexperte Douglas Harned von Bernstein Research am Montag mit Blick auf US-Rüstungskonzerne.
Sollte jetzt Geld im Zusammenhang mit Venezuela oder anderen solcher Aktionen benötigt werden, dürfte dieses eher noch auf die bisher geplanten US-Rüstungsausgaben obendrauf kommen.
Gold und Silber legen zu
Die Preise für Gold und Silber haben am Montag von der gestiegenen politischen Unsicherheit infolge des US-Angriffs auf Venezuela profitiert. Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) stieg um mehr als zwei Prozent auf 4.424 US-Dollar (3.765 Euro). Damit steuert Gold auch am zweiten Handelstag des Jahres auf ein Plus zu.
Ende 2025 war der Goldpreis nach dem am 26. Dezember erreichten Rekordhoch von knapp 4.550 US-Dollar bis auf 4.275 Dollar zurückgefallen. Gold war im vergangenen Jahr eine der gefragtesten Anlageklassen. Der Preis war im vergangenen Jahr um 65 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 1979 nicht mehr.
Bei Silber war das Jahresplus mit fast 150 Prozent noch deutlich höher. Am Montag zog der Silberpreis um fast vier Prozent auf 75,5 Dollar (64,26 Euro) an. In den vergangenen Wochen schwankte der Preis für Silber zuletzt stark. Nach dem Rekordhoch von etwas mehr als 84 Dollar am 29. Dezember ging es zeitweise wieder bis auf 70 Dollar zurück.
Gold gilt als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten
Edelmetalle - allen voran Gold - gelten bei vielen Investoren als sogenannte sichere Häfen, in die die Anleger Geld bei politischen Unsicherheiten schieben. Am Wochenende hatte sich mit dem Angriff der Vereinigten Staaten auf Venezuela die Lage in einem der Konflikte der Welt verschärft.
Ölpreise nach US-Angriff auf Venezuela tiefer
Die Ölpreise haben unterdessen mit Kursverlusten auf die Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch die Vereinigten Staaten reagiert. Nach moderaten Schwankungen kostete Öl am Montagvormittag etwas weniger als noch Ende vergangener Woche. Derzeit wägen die Investoren die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen des US-Angriffs auf das ölreiche südamerikanische Land ab.
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März lag zuletzt bei 60,18 Dollar und damit ein Prozent unter dem Freitagsschluss. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI mit Lieferung im Februar fiel um 1,1 Prozent auf 56,67 Dollar.