Von der Vielzahl von Elektroauto-Marken auf dem chinesischen Markt dürfte nur ein kleiner Teil die nächsten fünf Jahre überleben. Nur 15 der 129 Marken, die derzeit in China Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride verkaufen, würden 2030 noch finanziell überlebensfähig sein, erklärte die Beratungsfirma AlixPartners am Donnerstag.
Diese dürften dann etwa 75 Prozent des chinesischen Markts unter sich ausmachen. Der Verkauf werde bei jeweils rund einer Million Einheiten pro Jahr liegen, erklärte die Beratungsfirma.
Preiskampf und erhebliche Überkapazitäten
Dabei werde die Konsolidierung in China voraussichtlich langsamer voranschreiten als in anderen Märkten, sagt Stephen Dyer, Leiter der Automobilsparte von AlixPartners in Asien. Der Grund sei, dass Regionalregierungen nicht überlebensfähige Marken unterstützen könnten, da diese für die regionale Wirtschaft, Beschäftigung und Lieferketten wichtig seien.
Der weltweit größte Automobilmarkt China ist derzeit mit einem Preiskampf und erheblichen Überkapazitäten konfrontiert, die die Rentabilität belasten. Chinesische Regulierungsbehörden haben die Automobilhersteller aufgefordert, den Preiskampf zu beenden.
Appell: Kein Verkauf unter Herstellungskosten
Der chinesische Automobilverband CAAM hatte die Hersteller zuletzt mehrfach aufgefordert, keine Fahrzeuge unter den Herstellungskosten zu verkaufen. Die anhaltenden Preiskämpfe hätten die Rentabilität und Effizienz beeinträchtigt, warnte der Verband am Samstag. Der Appell erfolgte als Reaktion auf eine Preiskampf-„Panik“. Diese begann, nachdem ein nicht namentlich genannter Autohersteller am 23. Mai erhebliche Rabatte angeboten hatte - was zu einer Kettenreaktion bei den Wettbewerbern führte.