„Mittlerweile gibt es einen Wildwuchs an Tools mit Künstlicher Intelligenz. Das Thema Datenschutz wird aber immer wichtiger“, schildert Christian Tautschnig, Geschäftsführer von Streamdiver. Selbst wenn Arbeitgeber den Einsatz untersagen, sei nicht garantiert, dass Mitarbeiter auf ihren privaten Geräten nicht doch schnell ChatGPT befragen.

Das zwanzigköpfige Team des Start-ups aus Klagenfurt habe daher eine Lösung entwickelt, die die Sicherheit firmeninterner Daten garantiere und „mit einer gebündelten Lösung durch Einfachheit punktet“, so Tautschnig. Die Plattform sei speziell auf AI-Content-Marketing ausgerichtet weiterentwickelt worden. Im Hintergrund laufen mehrere KI-Sprachmodelle, Anfragen und Aufgaben erteilt man an „Diver“.

„Wie ein extra Mitarbeiter, der den Ton trifft“

„Unser Chatbot kann aus unstrukturierten Daten und Unterlagen, egal ob man ihn mit Text, Bild oder Video füttert, verwertbare Informationen herauslesen und ableiten. Wenn man etwa einen Blog- oder LinkedIn-Beitrag braucht, kann er wie ein zusätzlicher Mitarbeiter die gewünschte Markensprache und Tonalität treffen und das Ergebnis an Zielgruppen ausrichten“, schildert der Streamdiver-Chef. Für die Endergebnisse, die damit möglich werden, bräuchte es sonst die Assistenz mehrerer Personen.

Technisch hoste man die Cloud-Software als Dienstleister auf eigenen Servern, was Datenabflüsse Richtung USA oder China verhindere. Firmen hätten auch die Möglichkeit, die Lösung auf eigener Infrastruktur laufen zu lassen.

Mit neuen Projekten auf Wachtumskurs

Vom neuen Angebot seien bereits weitere Kunden aus dem DACH-Raum überzeugt. Unternehmen wie Joyn, die Post und Verbund konnte man schon gewinnen. Da die Transkription und Inhaltserstellung in jeder beliebigen Sprache möglich ist, wolle man vom Lakeside Park aus Unternehmen in der gesamten EU ansprechen. Tautschnig: „Diese Art des personalisierten Marketings, das als Sprachrohr nach draußen funktioniert, nimmt zu.“ Neben der automatischen Erstellung neuer Werbeinhalte könne die Plattform auch die automatische Verwaltung aller Marketing-Assets sowie Markt- und Wettbewerbsanalysen leisten.

Ein weiteres Projekt hat Streamdiver bereits in Arbeit: Ein angepasstes KI-Sprachmodell soll künftig auf Firmen-Webseiten eingebettet werden, damit Endnutzer direkt selbst nachfragen können. Kunden so mit Informationen zu versorgen, werde immer gefragter. Auf dem Weg zum Scale-up seien gerade Gespräche mit Investoren beziehungsweise Risikokapitalgeber im Laufen.