Grundsätzlich gilt für Autofahrer am Pfingstwochenende, was auch am Osterwochenende galt: „Am Freitag ist aufgrund der höheren Nachfrage durchaus mit höheren Preisen zu rechnen. Der Sonntag ist üblicherweise ohnehin der günstigste Tanktag der Woche. Wer es sich also einteilen kann, sollte nicht am Freitag tanken, sondern erst am Pfingstsonn- oder montag“, sagt ÖAMTC-Experte Dominik Graf und ergänzt: „Auch am Dienstag gelten dann bis 12 Uhr zumindest noch die Montagspreise, das heißt auch dann kann man üblicherweise noch günstig tanken.“

Auf den Autobahnen ist es nicht nur in Österreich, sondern auch im Ausland meistens teurer. „In Österreich liegen die Preise der Autobahntankstellen aktuell bei bis zu 2 Euro – also deutlich über den Tiefstpreisen und auch über dem Durchschnitt“. Beim Tanken in Slowenien oder Kroatien sollte man unbedingt auf die Produkt- und Preisangabe der Zapfsäule achten. Graf: „Premiumkraftstoffe sind nicht reguliert und kosten oft deutlich mehr. Wer versehentlich zum teureren Produkt greift, zahlt am Ende drauf.“

Tankstopps genau planen

Bei Fahrten ins Ausland lohnt es sich durchaus, die Tankstopps genau zu planen. Die Empfehlungen von Dominik Graf:

  • Italien: Ist das Zielland Italien tankt man am besten (auch freitags) noch an einer heimischen Tankstelle. Speziell bei Super muss man mit plus 20 Cent rechnen, bei Diesel sind es immerhin noch plus 10 Cent mehr, wenn man in Italien tankt.
  • In Slowenien (abseits der Autobahnen) und Kroatien gibt es staatlich festgelegte Höchstpreise. Diese sind jeweils für zwei Wochen bestimmt, es ist deshalb mit keinen Tagesschwankungen über diese Preise, zu den Pfingstfeiertagen zu rechnen. Fährt man über Slowenien nach Italien sollte man also jedenfalls dort tanken: 1,437 Super und 1,440 Diesel.
  • Kroatien ist günstiger als Österreich und auch Slowenien. Am besten tankt man deshalb in Kroatien. Besonders sinnvoll „Volltanken vor der Rückfahrt“. Aktuelle Preise: 1,41 Super und 1,28 Diesel.
  • Deutschland: Hier sind die Preise meistens deutlich höher als in Österreich. Es lohnt sich also zuhause zu tanken.
  • Ungarn: Hier sind die Preise meistens geringfügig günstiger als in Österreich. Man muss sich das Tanken jedoch nicht extra für Ungarn „aufsparen“.

Urlaub in Österreich

Die beste Übersicht über aktuelle Treibstoff-Kosten in Österreich bietet der Spritpreisrechner der e-control. Am günstigsten ist es aktuell also in der Steiermark. Es ist aber durchaus so, dass man in jedem Bundesland eine günstige Tankstelle finden kann. Es lohnt sich ein Blick auf den ÖAMTC-Routenplaner. „Die Tiefstpreise finden sich aktuell bei unter 1,40 Euro“, sagt Graf.

Spritpreise sinken

„Etwa seit Februar beobachtet man in den Monatsdurchschnitten sinkende Sprit-Preise“, sagt der ÖAMTC-Experte. Der Mai war damit auch das bisher günstigste Monat des Jahres. „Grund hierfür war und ist die globale Wirtschaftslage. Konjunktursorgen und daraus resultierende geringe Nachfrage nach Erdöl ließ die Preise sinken. Den letzten großen Dämpfer gab es im Zuge der Zollstreitigkeiten.“ Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2025 lagen die Erdölpreise durchschnittlich über 70 Euro je Barrel, nach den Zollkonflikten fiel der Preis auf unter 60 Euro.

Super ist aktuell zu teuer

Bei den Preisen an den Tankstellen muss man natürlich gewisse Fixkosten berücksichtigen, die unabhängig vom Ölpreis sind. „Dennoch sind die Preise für Rohöl ein wesentlicher Faktor für die Spritpreisbestimmung und hier sehen wir eine zu geringe Weitergabe der Preissenkungen“, sagt Graf.

Speziell beim Preis für Super sei, wenn überhaupt, nur eine geringe Reduktion, meistens war es in den vergangenen Tagen eher ein Pendeln um die Marke von 1,50. „Bei Diesel gab es zumindest eine erkennbare Reduktion. Als Beispiel: Von März, vor dem Zollkonflikt, auf Mai, nach dem Zollkonflikt, ist Diesel durchschnittlich immerhin um 7 Cent günstiger geworden, Super nur knapp über 2 Cent“, erklärt der ÖAMTC-Experte. Aus seiner Sicht gebe es entsprechend mehr Raum für Preissenkungen. „Auch vom IHS gab es dahingehend Meldungen, dass speziell Super aktuell zu teuer ist.“