Die aktuelle Wirtschaftsflaute und die internationalen Turbulenzen trüben die Konsumlaune der Kärntner. Das hat 2024 auch die Raiffeisen Bankengruppe Kärnten gespürt. Die Einlagen sind um 5,1 Prozent von 6,9 auf 7,3 Milliarden Euro gestiegen. „Die Sparquote ist deutlich gestiegen“, sagt Manfred Wilhelmer, Sprecher des Vorstandes der Raiffeisen Landesbank Kärnten. Das könne ein „Turbo für die Zukunft“ sein, wenn der Konjunkturmotor wieder startet und sich die Stimmung aufhellt. Allerdings rechnet er erst 2026 damit. Positiv entwickelt hat sich für die Bank auch das Finanzierungsgeschäft, das mit 6,7 Milliarden einen Spitzenwert erreicht hat. An Firmen wurden im Vorjahr um 4,5 Prozent mehr Kredite vergeben. Aber auch die Wohnbau-Kredite „ziehen wieder an“, wie Wilhelmer betont. Das nahende Auslaufen der strengen Kreditvergabe-Richtlinien (KIM-Verordnung) und die niedrigen Zinsen befeuern die Nachfrage.

Zweitbestes Ergebnis

„2024 war trotz einiger Herausforderungen ein sehr erfolgreiches Jahr“, resümiert Wilhelmer bei der Bilanz-Pressekonferenz. Das bekräftigt auch sein Vorstandskollege Gert Spanz: „Mit einem Betriebsergebnis von 174,7 Millionen Euro liegen wir zwar unter dem Rekordjahr 2023, haben aber das zweitbeste Ergebnis der Bankengeschichte erzielt.“ Die Bilanzsumme wuchs um 192,9 Millionen auf 11,5 Milliarden Euro. Besonders erfreulich sei die gute Kapitalausstattung der Bankengruppe. Denn mit einem Kernkapital von 1,056 Milliarden Euro und einer Kernkapitalquote von 19,2 Prozent habe Raiffeisen Kärnten eine starke finanzielle Basis.

1552 Mitarbeiter sind derzeit für die Bankengruppe tätig, die 23 Raiffeisenbanken und die Landesbank umfasst. „Die regionale Präsenz vor Ort ist für uns von entscheidender Bedeutung“, betont Vorstand Georg Messner. Das zeige sich nicht nur an den 122 Bankstellen, sondern auch an den kärntenweit 200 Bankomaten. Seit 2024 treibt Raiffeisen die Gründung von Erneuerbaren Energiegenossenschaften voran. Aktuell gibt es bereits 37. Im Laufe des Jahres soll die Zahl auf 50 Energiegenossenschaften mit 2000 Teilnehmern steigen.

Änderung im Vorstand

Eine Änderung im Vorstand der Landesbank steht bevor. Spanz scheidet auf eigenen Wunsch kommenden Jahr aus dem RLB-Vorstand aus. Er war 29 Jahre lang für die RLB tätig. Sein Posten wurde bereits öffentlich ausgeschrieben und soll bis Jahresende neu besetzt werden. Die offizielle Ablöse soll in der Generalversammlung 2026 erfolgen.