Immobilien haben sich in Österreich längst als beliebte Geldanlageform etabliert. Während die Wertsteigerungen in den letzten Jahren, vor allem im urbanen Bereich, beträchtlich waren, tun sich immer wieder Herausforderungen auf, wenn man die Immobilien zu Geld machen will.
„In bestimmten Lebensphasen kann es aber wichtig werden, auf dieses Vermögen zuzugreifen“, heißt es dahingehend von den Gründern des 2018 gegründeten Start-ups Bambus, Franz Hoerhager und Sebastian Pfisterer. Sie haben es sich zum Ziel gemacht, „gebundenes Immobilienvermögen spontan und unkompliziert wieder in Liquidität umwandeln zu können“. Ohne dabei auf die Vorteile von Immobilienvermögen verzichten zu müssen, wie betont wird.
Möglich ab 100.000 Euro Ankaufswert
Wie das Prozedere abläuft? Bei einem Teilverkauf zahlt Bambus, also der Käufer, den Wert des verkauften Anteils aus. Dafür wandert das Unternehmen als Miteigentümer der Immobilie ins Grundbuch. Für die Nutzung des verkauften Anteils wiederum wird eine Gebühr an Bambus gezahlt.
Den verkauften Anteil könne man „nach einem Zeitraum von drei Jahren jederzeit wieder zurückkaufen“, heißt es von Bambus. Auch könne „jederzeit der Gesamtverkauf der Immobilie erwirkt“ werden. Durchschnittlich erwirbt das Start-up „ein Drittel der Immobilie“, wie es im Gespräch mit der Kleinen Zeitung heißt. Möglich ist der Teilverkauf bei Bambus ab einem Ankaufswert von 100.000 Euro, „generell“ kauft das Start-up „nur Anteile von schulden- und lastenfreien Immobilien“. Ist eine Restschuld vorhanden, wird diese zunächst mit dem „Kaufpreis für die Lastenfreistellung der Immobilie“ getilgt.
Warnung der BaFin
Wie das Jungunternehmen selbst ans Geld kommt, um die Käufe zu realisieren? „Wir haben zwei Kanäle“, sagt Franz Hoerhager. Einerseits seien das „Investoren und Banken“, andererseits gibt es Partnerschaften mit „crowdfundig-artigen Plattformen, bei denen wir einzelne Häuser listen“. Den „Großteil“ aber würde man mit Variante eins bewerkstelligen. 60 Prozent am Start-up gehören den Gründern, der Rest von Bambus ist auf Investoren aufgeteilt.
In Deutschland übrigens wurde das Thema Teilverkauf sehr schnell sehr groß. Das rief die dort ansässige Bankenaufsicht BaFin auf den Plan. Diese warnt vor „teilweise schwer erkennbaren Nachteilen und Unsicherheiten“ – vor allem mit Blick auf Rückkauf oder Gesamtverkauf. Unter anderem, weil „für die Solvenz des Teilkäufers keine staatliche Stelle einstehen wird“.