Vorerst sind die bestehenden Bankomaten bis Ende 2029 abgesichert. Nun haben sich Nationalbank (OeNB) und Gemeindebund auf das Aufstellen von bis zu 120 neuen Geldautomaten für Gemeinden ohne solche geeinigt. Der Weg zum nächsten Ausgabegerät auf dem Land soll kürzer werden, teilten die beiden Institutionen am Mittwoch gemeinsam mit. „Die OeNB sorgt mit neuen Geräten für eine Lückenschließung des Bankomatennetzes“, hieß es in einer Aussendung.

Unterzeichnet wurde am heutigen Mittwoch eine Vereinbarung zur Installation der 120 neuen Geräte mit einer Gültigkeit von fünf Jahren. Es geht um Gemeinden, in denen es weder einen Bankomat noch eine Bankstelle gibt. Dies waren zuletzt österreichweit ganze 329. Ein Drittel der betroffenen Gemeinden soll mit der Vereinbarung also erreicht werden. Die Auswahl der Gemeinden erfolgt auf Basis von Kriterien wie etwa der Gemeindegröße, Entfernung zum derzeit nächsten Bankomat.

In einer ersten Ausrollung folgt die Einrichtung von 60 Geldmaschinen. Wann die weiteren 60 folgen, blieb vorerst offen.

OeNB und der Gemeindebund unterzeichnen am 26.02.2025eine fünfjährige Vereinbarung für bis zu 120 neue Geldautomaten im Land
Unterzeichneten die fünfjährige Vereinbarung: Direktor Eduard Schock, Präsident Johannes Pressl und Gouverneur Robert Holzmann © OeNB/Christian Stöckl

Chance für Gemeinden ohne Bankomat

Gemeinden, die für die Aufstellung eines Geräts infrage kommen, werden direkt vom Gemeindebund kontaktiert und müssen eine geeignete Fläche und etwa auch die Stromversorgung des Geräts sicherstellen. „Ich appelliere an die betroffenen Gemeinden, diese Chance zu nutzen und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern eine wesentliche Erleichterung im Alltag zu ermöglichen“, so Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl. Zwischen 2021 und 2024 fielen mehr als 500 Bankomaten weg.

„Vor allem in ländlichen Gebieten ist der nächste Bankomat oft weiter entfernt. Mit der Vereinbarung zur Aufstellung neuer Geräte gelingt es uns, die Distanz für die betroffene Bevölkerung zu halbieren. Damit wird der Zugang zu Bargeld einfacher“, so Notenbank-Gouverneur Robert Holzmann. Zu einem Rückzug der Banken aus deren Versorgungsfunktion durch den Abbau von Bankomaten dürfe es aber nicht kommen. Das verhindere die im Vorjahr zwischen Gemeindebund und den Banken abgeschlossene Vereinbarung bis 31. Dezember 2029. Die OeNB werde daher nur in Gemeinden Bankomaten aufstellen, die außerhalb des Geltungsbereichs des Moratoriums liegen, so Holzmann.

Der Österreichische Städtebund ist laut den Angaben vom Mittwoch bestrebt, sich im Frühling dem Abkommen des Gemeindebundes mit der OeNB anzuschließen. Alle Beteiligten kündigten zudem an, den Fokus auf höhere Sicherheitsstandards zu legen. „Entscheidend für die nächsten Monate und Jahre wird sein, die Bargeldversorgung durch Geldautomaten nicht nur geografisch zu gewährleisten, sondern auch sicherheitstechnisch. Dafür und für eine intensive Zusammenarbeit setze ich mich ein“, so Holzmann offenbar mit Blick auf zahlreiche Bankomatsprengungen durch Kriminelle, die sich jüngst häuften.