10,4 Prozent beträgt die Arbeitslosenquote in Kärnten Ende Jänner 2025, das bedeutet, mehr als jeder Zehnte war zu Monatsschluss auf Jobsuche. Konkret sind 28.014 Personen arbeitslos gemeldet oder in Schulungen, ein Plus von 367 bzw. 1,3 Prozent. Die Arbeitslosenrate ist die – nach Wien – zweithöchste Österreichs (siehe Grafik).
Besser entwickelt als bundesweit
Dennoch hat sich der Jobmarkt in Kärnten erneut besser entwickelt als in den meisten anderen Bundesländern (einen leichten Rückgang gab es lediglich im Burgenland). Österreichweit kletterte die Arbeitslosenrate um 0,5 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent.
„Ein guter Start ins Jahr“
Von einem guten Start in das Jahr 2025 spricht der Geschäftsführer des Kärntner Arbeitsmarktservice (AMS), Peter Wedenig, angesichts der tristen Rahmenbedingungen. Vor allem die sinkende Arbeitslosigkeit am Bau (-4,5 Prozent) sei positiv, auch in den Hilfsberufen nimmt die Arbeitslosigkeit ab (-6,4 Prozent). Ein Grund dafür sei das recht milde Winterwetter, aber auch durchaus gefüllte Auftragsbücher, die abgearbeitet werden, so Wedenig.
Noch nicht deutlich niedergeschlagen habe sich die Rezession, die bereits das dritte Jahr in Folge Wirtschaft und Arbeitsmarkt belastet, in der Industrie, so Wedenig. Die Ankündigung des Auftragsfertigers Flex in Althofen, 100 Stellen abzubauen, habe statistisch keinen Niederschlag gefunden. Was aber deutlich wird: Der starke Rückgang an offenen Stellen um 1226 auf 4433, das sind mehr als 21 Prozent. „Die schwache Industriekonjunktur macht sich bemerkbar, aber nicht im massiven Abbau von Jobs. Sondern die Möglichkeiten, zu arbeiten, werden spürbar weniger“, sagt Wedenig. Vor allem im Leasingbereich geht die Zahl an Stellen deutlich zurück.
1000 Beschäftigte weniger
Die Zahl der unselbständigen Beschäftigten ist in Kärnten geschätzt um 1000 Personen auf 213.000 gesunken. Deutlich im Steigen begriffen ist die Zahl jugendlicher Jobsuchender unter 25 Jahren, um 8,1 Prozent auf 2345. Noch sehe er hier aber „keine große Dramatik“ beruhigt Wedenig. Leicht sinkend die Zahl älterer Arbeitsloser über 50 (um 0,8 Prozent auf 8957) sowie der Langzeitarbeitslosen (um 1,8 Prozent auf 2479). Die Zahl der Lehrstellensuchenden und der offenen Lehrstellen hält sich in etwa die Waage (rund 500). Während im Bezirk Spittal die stärkste Abnahme an Jobsuchenden verbucht wurde (-5,4 Prozent), verzeichnet Klagenfurt die stärkste Zunahme (+4,3 Prozent).
Handelskrieg könnte viele Jobs kosten
Größter Unsicherheitsfaktor ist laut Wedenig der drohende Handelskrieg mit den USA. Dieser könnte auch auf die Kärntner Wirtschaft und den heimischen Arbeitsmarkt massive Auswirkungen haben. Kärntens Industriebetriebe sind stark exportlastig, die USA einer der wichtigsten Märkte. Die Einführung von US-Zöllen würde daher, zusätzlich zur konjunkturellen Schwäche, die Lage weiter verschärfen und wohl auch eine Reihe von Jobs kosten, fürchtet der Kärntner AMS-Chef.