Die schwache Konjunktur macht seit Monaten vielen heimischen Industriebetrieben zu schaffen. Schmerzhaft bekommt die aktuelle Auftragsflaute jetzt auch Flex Althofen zu spüren. Die Produktionsvolumina des Auftragsfertigers sind deutlich unter den Erwartungen geblieben. Deshalb muss sich das Unternehmen schlanker aufstellen und Einsparungsmaßnahmen umsetzen. Wie am Donnerstag bekannt wurde, müssen 100 der 850 Mitarbeiter eingespart werden.
„Die Umsetzung erster Maßnahmen beginnt umgehend, während die spezifischen Details derzeit noch ausgearbeitet werden, wie zum Beispiel der Einsatz an anderen Standorten“, heißt es auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Mit vorzeitigen Pensionierungen, Bildungskarenz und Versetzungen zu anderen Werken, versuche man die Zahl der Kündigungen so gering wie möglich zu halten, wird versichert. Wie hoch die Zahl der Kündigungen sein werde, sei daher aktuell noch nicht abzuschätzen. Für Betroffene werde es einen Sozialplan geben. „Flex Althofen setzt alles daran, alle verfügbaren Alternativen zu prüfen“, wird betont.
Hoffnungsmarkt Medizintechnik
Noch vor wenigen Monaten haben die Situation und die Aussichten für Flex Althofen deutlich rosiger ausgesehen. Am Standort gab es im Vorjahr sogar eine 1,5-Millionen-Euro-Investition. Denn eine Halle wurde umfassend saniert und im Oktober feierlich in Betrieb genommen. Damals zeigte sich Geschäftsführer Martin Reiner sehr zuversichtlich. Dass der Automobilbereich unter Druck stehe, sei zwar spürbar, aber der Medizinbereich zeige sich stabil. Die Medizintechnik wird auch jetzt als Hoffnungsmarkt mit Potenzial genannt. In Corona-Zeiten hat Flex eine Hochphase mit deutlichem Umsatzplus gehabt, die sich langfristig wohl nicht halten ließ. Damals wurde der Mitarbeiterstand mit knapp 1000 Personen beziffert. Mit den nun notwendigen strukturellen Maßnahmen sackt das Unternehmen um ein Viertel auf 750 ab.