Seit mittlerweile 28 Jahren ist die niederösterreichische Bäckerei Ogoralek „am Markt“, wie es so schön heißt. Die Geschichte der Familie und ihrer Waren reicht aber noch viel weiter zurück. 140 Jahre alt und über Generationen weitergegeben soll beispielsweise jene böhmische Rezeptur sein, nach der die Ogoraleks noch heute ihre Butter-Rahm-Schaumrollen zubereiten und dann tausendfach an große Supermarktketten liefern. Sind die Abnehmer nun Interspar oder Billa Plus, sollen im Jahr 1891 „angeblich auch Kaiser Franz Joseph und seine Begleittruppe an einer Jubiläumsausstellung in Prag nach unserem Rezept gebackene Schaumrollen gekostet und anschließend nach Wien bestellt haben“, ist auf der Homepage des Unternehmens zu lesen.

Wie dem auch sei, an der „Feinbäckerei“ steht mit dem 26-jährigen Lukas Ogoralek mittlerweile ohnehin jemand, der lieber nach vorne blickt. Deswegen entschied sich Ogoralek, gemeinsam mit Maciej Dzialoszynski und David Jovanovic das Start-up Yumzi zu gründen, das mit der gleichnamigen App durchstarten will.

Filter und Dolmetscher

„Wir haben uns einfach überlegt, wie wir der Gastronomie helfen können. Es ist ja nicht zu übersehen, dass dort an allen Ecken und Enden die Ressourcen fehlen“, erzählt Ogoralek. Letzteres führe beispielsweise zu „analogen Karten, bei denen sich niemand auskennt“. Genau an diesem Punkt will Yumzi Abhilfe schaffen und entwickelte eine Lösung für digitale Karten. Per QR-Code kann diese auf „normalen“ Karten verankert werden. Aus der Sicht der Gastronomen reicht es prinzipiell aus, eine PDF-Datei der eigenen Karte hochzuladen. Den Rest erledigt die Software des Start-ups.

Dieses bietet einerseits dank des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz eine automatische Übersetzung sämtlicher gelisteter Speisen oder Getränke. Zudem baut Yumzi auf eine ausgefeilte Filterfunktion. Allergiker sollen so ebenso schnell Speisen sortieren können wie Vegetarier oder Veganer. Nicht zuletzt wolle man per KI auch die Visualisierung der Speisen „professionalisieren“.

Man sehe sich als „unkomplizierte Ergänzung“ oder als Möglichkeit für die „Umstellung von der physischen zur digitalen Speisekarte“, sagt Lukas Ogoralek, der nach knapp zweieinhalbjähriger Entwicklungszeit auf erste Kundschaft verweisen kann. Im Einsatz ist die Yumzi-Technologie bereits bei der Figlmüller Gruppe, LeBurger, Elissar oder bei In-Dish.