Um bis zu 17 Millionen Euro weniger werden dem steirischen Arbeitsmarktservice (AMS) im kommenden Jahr an Förderbudget zur Verfügung stehen. Die Mittel sinken von heuer 168 Millionen Euro auf knapp 151 Millionen Euro. Kritik kommt nun von Horst Schachner, Vorsitzender des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) in der Steiermark. „Es macht mich fassungslos, wenn zur gleichen Zeit die Arbeitslosigkeit steigt und die Mittel des Arbeitsmarktservice sinken“, so Schachner in einer Aussendung. Die Bundesregierung, so sein Vorwurf, handle „hier zum Schaden der Arbeitslosen und zum Schaden der Wirtschaft“.

Schachner verweist auf den Anstieg der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten. So waren mit Ende Juni 2024 39.159 Steirerinnen und Steirer ohne Beschäftigung, ein Zuwachs von 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Die Arbeitslosenzahlen steigen und inflationsbedingt kosten auch Schulungs- und Vermittlungsmaßnahmen mehr Geld“, so Schachner. Aus seiner Sicht sei daher „eine Ausweitung des AMS-Budgets, um die Arbeitslosigkeit einzudämmen und den Qualifikationsbedarf der Zukunft zu erfüllen, der einzig verantwortungsvolle Weg“.

Schachner: „Es wäre eine Katastrophe für den steirischen Arbeitsmarkt, wenn etwa Schulungsträger ihr Angebot sehr deutlich einschränken müssten oder bestimmte, dringend nachgefragte Qualifizierungen nicht mehr angeboten werden könnten. Viele Arbeitslose, wir rechnen mit Tausenden Betroffenen, würden unter dem Sparkurs leiden.“ Er fordert eine Rücknahme des Sparkurses und eine „zukunftsweisende Dotierung des Arbeitsmarktservice“.

Lang: „Völlig falsches Signal“

Auch der steirische SPÖ-Chef und Vize-Landeshauptmann Anton Lang spricht im Zusammenhang mit der Mittelkürzung von einem „völlig falschen Signal“. Viele steirische Unternehmen würden „aufgrund der aktuellen Wirtschaftssituation vor enormen Herausforderungen“ stehen. Dies führe derzeit auch zu einer sehr angespannten Lage am Arbeitsmarkt, die sich leider bereits in einer viel zu hohen Arbeitslosenquote niederschlage. „Gerade in solchen Zeiten braucht es ein starkes AMS, das von der Bundesregierung dementsprechend wertgeschätzt wird. Die Kürzung der Mittel ist ein völlig falsches Signal und ein Schlag ins Gesicht für Tausende Steirerinnen und Steirer und die heimische Wirtschaft.“

Scharfe Kritik kommt auch von AK-Präsident Josef Pesserl: „In der aktuellen Situation dem AMS Gelder zu streichen, schadet der gesamten Wirtschaft und widerspricht jeder Vernunft.“ Besonders bei Förderungen für Frauen und Jugendliche würden „massive Einschnitte drohen“, warnt Pesserl.