Das Entsetzen in der Gemeinde Stallhofen ist groß. Dort wurde am Dienstag gegen 10 Uhr ein junger Storch mit abgetrenntem Kopf entdeckt. „Ich bin die Horstbetreuerin und wurde von der Gemeinde angerufen, dass auf einer Wiese in der Nähe des Horstes der tote Storch gefunden wurde“, erzählt Brigitte Stromberger. Sofort machte sie sich zur Fundstelle auf. „Das Gras dort ist hoch und man hat eine richtige Spur zum Kadaver gesehen. Vermutlich wurde der Storch von einem freilaufenden Hund getötet“, glaubt die Weststeirerin.

Um Hinweise wird gebeten

Der Kopf war vom Körper regelrecht abgetrennt und lag etwa zwei bis drei Meter entfernt. „Dem Schnabel nach war es ein Jungtier. Wir haben Fotos gemacht und auch die Polizei verständigt“, so Stromberger. Eine Anzeige aufnehmen kann diese aber nur, wenn es einen konkreten Verdacht gegen einen bestimmten Hund beziehungsweise dessen Halter gibt. Deswegen wird nun um Hinweise direkt an Storchenbetreuer Josef Haberl unter der Telefonnummer 0699-159 000 87, die Marktgemeinde Stallhofen oder die Polizei Voitsberg gebeten.

In einer Wiese nahe dem Horst in Stallhofen wurde das tote Tier entdeckt
In einer Wiese nahe dem Horst in Stallhofen wurde das tote Tier entdeckt © Privat

Noch in der Früh hatte Stromberger alle drei anwesenden Jungtiere gesehen. „Ich päpple gerade einen Igel auf, den habe ich zwischen 6 und 7 Uhr gefüttert. Da sind die drei jungen Störche am Dachfirst gesessen. Der Biss muss alles zwischen 7 und 10 Uhr passiert sein“, meint Stromberger. Eigentlich kamen in Stallhofen heuer vier Jungstörche zur Welt. Ein Tier wird allerdings gerade in der Storchenstation in Tillmitsch versorgt. Wie berichtet hatte sich der Storch am Wochenende zwischen den Paneelen einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Hauses eingeklemmt. Das Tier musste von der Feuerwehr gerettet werden. „Der Storch hat sich Abschürfungen zugezogen, die nun behandelt werden. Wenn alles gut geht, wird er am Donnerstag schon wieder freigelassen“, berichtet Stromberger.

Freilaufende Hunde

Probleme mit freilaufenden Hunden würde es in Stallhofen immer wieder geben, vergangenes Jahr sei sogar jemand von einem nicht angeleinten Hund gebissen worden. „Aber so etwas wie hier haben wir tatsächlich noch nie erlebt“, betont die Storchenbetreuerin.