Es ist eines der Großprojekte der ÖBB: Rund 390 Millionen Euro wurden und werden in die steirische Ostbahn investiert. Diese führt ja von Graz über Gleisdorf, Feldbach, Fehring und Jennersdorf bis ins ungarische Szentgotthárd. Die Verbindung wurde 1873 eröffnet.
Nun, mehr als 150 Jahre danach, wird die Strecke erneuert und vor allem elektrifiziert. Am 25. März findet dazu eine große Bauverhandlung im Rathaus Feldbach statt. Die Pläne liegen in den Gemeindeämtern auf. Auch online gibt es dazu zahlreiche Informationen.
An der Grazer Stadtgrenze wurde bereits gebaut: Der Bahnhof Messendorf wurde umgebaut, bei Raaba wurde eine Unterführung errichtet. Die dortige Haltestelle wurde im vergangenen September eröffnet. Zuvor mussten Pendlerinnen und Pendler zwischen Graz und Gleisdorf rund zwei Monate in die Busse umsteigen. Im Juni soll alles fertig sein. An den meisten Abschnitten der Strecke beginnen die Arbeiten aber erst – und das wird zum Teil massive Auswirkungen auf die Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer haben.
Mehr als ein Jahr lang Schienenersatzverkehr
Derzeit sind ja Züge mit Dieselmotoren unterwegs, bis 2030 sollen alle Züge mit Strom angetrieben werden. Damit wollen die ÖBB ihrem Ziel 2035, 89 Prozent des Schienennetzes mit Strom zu betreiben, näher kommen. Stand 2022 waren rund 74 Prozent der ÖBB-Bahnstrecken elektrifiziert.
Deshalb müssen zwischen Graz und Szentgotthárd Oberleitungen errichtet werden. Dies ist vor allem im 530 Meter langen Tunnel bei Laßnitzhöhe ein Problem. Dieser muss verbreitert werden. Wegen der Arbeiten wird der Abschnitt zwischen Herbst 2027 und Ende 2028 gesperrt. Ein Busersatzverkehr wird eingerichtet.
Sperren gibt es aber auch schon heuer – zwischen Graz und Gleisdorf (25. April bis 4. Mai und 8. bis 23. August) sowie zwischen Fehring und Jennersdorf (14. bis 17. August). Rund 33 Millionen Euro sollen heuer für die Arbeiten ausgegeben werden.
Bauarbeiten in den Gemeinden
Aber was geschieht in den Gemeinden entlang der Bahn? „Die Bahnhöfe und Haltestellen werden mit Oberleitungsanlagen ausgerüstet“, sagt ÖBB-Pressesprecher Herbert Hofer. Gebäude und Bahnsteige müssen adaptiert werden. Das dritte Gleis am Bahnhof Laßnitzhöhe wird aktiviert, der Parkplatz erweitert. „Der ist jetzt schon immer voll“, sagt Bürgermeister Bernhard Liebmann. „Es wird Baustellenverkehr geben. Aber der Ausbau der Ostbahn ist für uns auf jeden Fall eine Aufwertung.“
In Hofstätten wird eine der drei Eisenbahnkreuzungen entschärft. „Beim Urschaweg ist eine Unterführung geplant. Es gibt schon die Einreichplanung“, weiß Ortschef Werner Höfler.
Aufbruchsstimmung in der Südoststeiermark
Was genau am Bahnhof in Feldbach ansteht, werde sich am 25. März zeigen, sagt Bürgermeister Josef Ober. Einige Eisenbahnübergänge wurden bereits aufgelöst, damit Züge schneller fahren können. Ober betont: „Die Entwicklung des Bahnverkehrs in der Region ist äußerst positiv. Wir sind gut angebunden.“
Auch Amtskollege Johann Winkelmaier aus Fehring sieht das so: „Sie ist eine Lebensader und ihr Ausbau bringt viel Lebensqualität mit sich.“ Damit könne man Menschen in der Region halten. Und er hofft, dass auch die Themenbahn zwischen Fehring und Friedberg attraktiviert wird.
Gleisdorfs Bürgermeister Christoph Stark freut sich, dass es zu Stoßzeiten alle 20 Minuten Züge von und nach Graz geben soll: „Man ist schneller in Graz. Da brauche ich das Auto gar nicht mehr anschauen.“ Auch zwischen Graz und Fehring könnten Züge teils alle 30 Minuten unterwegs sein – mit bis zu Tempo 160.
Und ein zweites Gleis? Dieses wird einstweilen an der Trasse nicht verlegt. Zumindest gibt es aber bei den ÖBB Pläne für eine zweigleisige Neubaustrecke durch das Raabtal. Baustart ist da nicht vor 2040.