Äußerst beunruhigt zeigen sich derzeit Eltern in der Oststeiermark. Ein Mann soll Kinder am Schulweg angesprochen und versucht haben, sie ins Auto zu locken, indem er vorgab, ihre Eltern seien im Krankenhaus und er würde sie zu ihnen bringen. In den sozialen Medien und zahlreichen Eltern-WhatsApp-Gruppen geht es derzeit rund. Warnungen und angebliche Beobachtungen werden hundertfach geteilt und versendet.
Auf Nachfrage bestätigte die Polizei Meldungen in der Gemeinde Anger. Teilweise würden sich die Angaben überschneiden, teilweise, gerade was das beobachtete Fahrzeug anbelangt, auseinandergehen, so Polizeisprecher Heimo Kohlbacher von der Landespolizeidirektion Graz. Auf genaue Details will er nicht eingehen.
Gemeldete Fälle in Hartberg und Eisenstadt
Gemeldet wurden auch Beobachtungen in Eisenstadt und Umgebung, sowie in Hartberg. In einem Schreiben an die Eltern informierte so auch Bianka Neuwirth, Direktorin der Mittelschule Hartberg, über einen ähnlichen Vorfall. „Die Polizei nimmt die Angelegenheit ernst und wird die Schulwege verstärkt kontrollieren“, heißt es darin.
Im Burgenland schickte die Bildungsdirektion ebenfalls ein Schreiben an die Erziehungsberechtigten: „Am Freitag hatte ein Unbekannter ein Mädchen an einer Bushaltestelle an der Hand gepackt und versucht, das Mädchen ins Auto zu locken.“ Streifentätigkeiten - auch in Zivil - wurden verstärkt, Schulen informiert. Aus polizeilicher Sicht gäbe es derzeit aber keinen Hinweis auf eine mögliche Gefahr und keinen Grund zur Beunruhigung.
Viele Gerüchte
Gerüchten zufolge soll es auch in weiteren Teilen der Oststeiermark und im Südburgenland zu dergleichen Beobachtungen gekommen sein, dies kann die Polizei weder bestätigen noch gingen Hinweise und Meldungen ein. „Bei den gemeldeten Vorfällen ist man allen Spuren nachgegangen und hat verstärkt Patrouillen durchgeführt. Von der Polizei selbst gab es dabei keinerlei Beobachtungen dieser Art und bei den Ermittlungen hat sich nichts herausgestellt“, sagt Helmut Marban, Polizeisprecher der Landespolizeidirektion Burgenland.
Generell nehme man solche Vorfälle sehr ernst. „Bitte Beobachtungen wie diese aber immer einzig und allein an die Polizei melden. Es bringt nichts, sich darüber in Foren und sozialen Medien auszutauschen. Nur die Polizei kann hier Hilfe bieten“, so Marban. Natürlich sei es wichtig, dass Eltern wachsam seien und sich auch in diversen Kommunikationskanälen engagieren. Die örtlich zuständige Polizei sollte aber eingebunden werden, um Falschinformationen zu vermeiden und zugleich auch auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen.
Nur offiziellen Mitteilungen vertrauen
Gerade in sozialen Medien würden oftmals Gerüchte und Falschmeldungen kursieren. Kohlbacher rät: „Bitte orientieren Sie sich nicht an Gerüchten, sondern vielmehr an den gesicherten Informationen der Polizei beziehungsweise den Behörden.“
Eltern seien dazu aufgerufen, die Kinder dahingehend zu sensibilisieren und im Falle des Falles Vorkommnisse sofort zu melden. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das wichtige Präventionsprojekt „Kinderpolizei“, in dessen Rahmen Schüler Tipps zum Thema „Ich kenne dich nicht“ bekommen.