Um die Grazer Fernwärme unabhängiger von Gas zu machen, suchen sogenannte „Seismik-Trucks“ im Auftrag der OMV seit Anfang Februar nach geeigneten Heißwasservorkommen im Untergrund umliegender Bezirke. Nach Abschluss der Messungen in der Südoststeiermark werden die Spezialfahrzeuge demnächst auch in den Bezirken Leibnitz und Deutschlandsberg im Einsatz sein.

Großflächige Messungen sind in den Gemeinden Empersdorf, Heiligenkreuz am Waasen, Allerheiligen bei Wildon, St. Georgen an der Stiefing und Schwarzautal geplant. In Hengsberg, Wildon, Wettmannstätten, Groß St. Florian, Frauental an der Laßnitz und Deutschlandsberg werden die Trucks hingegen nur vereinzelt aktiv sein.

Messungen in erster Leibnitzer Gemeinde

In der Marktgemeinde Schwarzautal haben die Arbeiten bereits begonnen. Seit rund einer Woche sind die Seismik-Trucks dort unterwegs, berichtet Bürgermeister Alois Trummer. „Die Geophone wurden am Wochenende am Straßenrand aufgestellt“, sagt er. Die Bevölkerung sei vorab informiert worden – Verunsicherung oder gar Sorgen gebe es diesbezüglich nicht. Bisher sei es auch zu keinen Verkehrsbehinderungen gekommen.

Die Spezialfahrzeuge sind seit Februar unterwegs
Die Spezialfahrzeuge sind seit Februar unterwegs © KLZ / Manfred Neuper

Dennoch ist im Zuge der Messungen mancherorts mit Einschränkungen im Verkehr zu rechnen, wie die OMV auf ihrer Website mitteilt. Grund hierfür ist die Arbeitsweise der „Seismik-Trucks“, die auf einer Strecke von insgesamt 900 Kilometern vor allem auf öffentlichen Straßen unterwegs sind und den Boden im Schritttempo untersuchen.

Dabei erzeugen sie kontrollierte seismische Schwingungen, die bis zu 3,5 Kilometer tief in den Boden vordringen und von unterschiedlichen geologischen Schichten reflektiert werden. Die zuvor installierten Geophone erfassen die Reflexionen und zeichnen sie auf. Auf diese Weise erhalten die Experten detaillierte Informationen über die jeweilige Gesteinsstruktur und mögliche Heißwasservorkommen in der Tiefe.

Keine Auswirkungen auf die Umwelt

Laut der OMV bewegen sich die entstehenden Bodenerschütterungen im Bereich natürlicher Bodenschwingungen und haben keine Auswirkungen auf die Umwelt. Auch Manfred Rechberger, Bürgermeister der Gemeinde Hengsberg, zeigt sich angesichts der bevorstehenden Messungen gelassen: „Selbst wenn man direkt daneben steht, sind die Schwingungen nicht wahrnehmbar“.

Wann genau die Trucks in den weiteren Gemeinden der südweststeirischen Bezirke eintreffen, ist derzeit noch unklar. Einen fixen Zeitplan gibt es nicht. Über eine Online-Karte informiert die OMV jedoch darüber, wo Messungen bereits abgeschlossen sind und wo sie innerhalb der nächsten 48 Stunden stattfinden.

„Wir rechnen damit, dass es Mitte März losgeht“, meint Peter Neger, Bürgermeister von Wettmannstätten. Ähnlich klingt es auch in der Gemeinde Empersdorf: Laut Bürgermeister Volker Vehovec erwarte man den Start der Messungen binnen zwei bis drei Wochen. Schrittweise werden sich die „Seismik-Trucks“ schließlich bis zum Fuße der Koralpe vorarbeiten. Im April soll das Projekt abgeschlossen sein.