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SpurensucheWarum sich Corona am Land mehr ausbreitet als in der Stadt

Scheinsicherheit, mehr Vertrauen und das exponentielle Wachstum: Warum am Land die Infektionskurve steiler ist als in der Stadt.

 

Nur 100 Coronafälle zählte die Südoststeiermark bis zum 8. Oktober – wohlgemerkt seit Beginn der Pandemie. Bis dahin galt der Bezirk mit knapp 85.000 Einwohnern als Musterschüler. Umso härter traf jetzt die zweite Welle die Region: Am 23. Oktober hielt man bei mehr als 200 Coronafällen. „Die Anfänge von exponentiellem Wachstum sind schwer zu erkennen“, erklärt Bernhard Haas, Infektionsspezialist der steirischen Landeskrankenhäuser (Kages), rückblickend. Heute zählt die Südoststeiermark insgesamt mehr als 2000 Infizierte.

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karin666
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Musterschüler? ...

... war der Bezirk noch nie! In jeder Beziehung!
Corona Fälle wurden unter den Tisch gekehrt, vieles verschwiegen! Da kann man leicht „Musterschüler“ sein....

Mein Graz
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Stadt/Land

Ich musste vor einigen Monaten nach Deutschland fahren. Da es mir mit dem Zug auf Grund schlechter Erfahrungen schon etwas zu gefährlich war lieh ich mir ein Auto aus. Zu dem damaligen Zeitpunkt gab es die Regel: Abstand, Maske, Hände waschen, Gastro offen aber mit Vorschriften für Tische und Personen usw.

In Oberösterreich in einem kleinen Dorf musste ich tanken.
Vor der Tankstelle eine Menschentraube, rauchend und tratschend. Ohne Abstand.
Im Tankstellen-Cafe die Menschen dicht gedrängt, ohne Maske, ohne Abstand, alle am Vormittag mit Bier oder Spritzer in der Hand laut redend/schreiend (da schon leicht angeheitert), die Tische nicht mit Abstand sondern sehr eng aneinander, Menschen an der Theke.
Und als Tankstellenkunde MUSS man da durch, sonst kommt man nicht zur Kassa. Ich mit Maske wurde begafft wie ein Alien.

Mich wundert nicht, dass es da zu hohen Infektionszahlen kommen muss.

MuskeTiere4
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“Musterschüler” das Unwort der Pandemie

Die ständige Nennung und damit Betonung von Österreich oder einiger Regionen Österreichs als sogenannte „Musterschüler“ geht die österreichische Corona-Erbsünde Ischgl voraus!
Wie so oft wollten die offiziell und weniger offiziell Verantwortlichen in alt bewährter Weise die Unangenehmheiten ihrer NachLässigkeit unter den Teppich kehren.
Ein jahrzehntelanger Abwehrmechanismus, der vor allem nach der erfolgten Vertreibung des Urvaters der Lehre von den seelischen Reaktionsweisen mitsamt der berühmten Couch oft zur Selbstverteidigung gepflegt wurde.
Diese eingeübte Krisenbewältigungsstrategie greift aber nicht (mehr) sobald die Betroffenen die intensiv herbeigesehnten Sommer- und Winter-Touristen sind. Sie sind die Vergleichsgrösse bei der Feststellung der tatsächlichen „Musterschülerschaft“ Österreichs oder eben nicht so ganz wie behauptet.
Damit müssen wir ohne großes Vertuschungsgerede leben!
Das halten wir aus!

madermax
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Dafür brauchts keinen Experten:

Meine Erfahrung, geboren am Land, eine Zeit in der Großstadt gewohnt:

In der Stadt: Nach der Arbeit schnell in die Wohnung, jeden Blickkontakt mit jedem meiden, 90% der Wiener/Grazer kennen nicht mal die Nachbarn im eigenen Wohnblock.

Am Land: Am Weg vom kleinen Greißler bis zum eigenen Bauernhof: Ein Dutzend Mal: "Hey wie geht's dir und der Familie? Schon dies und das vom Müller Sepp gehört? Ja echt? Wahnsinn. "...

feringo
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Vergleichsbasis

Einfach nur die Zahl der Infizierten, Erkrankten oder Toten zu nennen ist der Grundfehler seit Beginn der Pandemie. Das täuscht und verwirrt ohne Nachrechnung. "Prozente" verstehen alle. Diese wiederum sind leider sehr klein um die Gefährlichkeit der Krankheit zu betonen. Darum werden sie mit 1000 multipliziert. Das ergibt dann z.B.: "543 Infizierte je 100.000" (543 ProHT). Damit sind Staaten, Länder, Regionen und Orte unverwirrend im Augenblick des Lesens vergleichbar.
Auf dem AGES Dashboard COVID19 wird das so dargestellt.

Vergleichsformel: 🙂 >>> % mal 1.000 <<< 🙂