Glasfaser ist wesentliche Infrastruktur. Gute Internet-Anbindung ist für Gemeinden genauso wichtig wie die Anschlüsse für Strom, Wasser und Kanal. Der Ausbau ist in den ländlichen Regionen und abseits der Ballungszentren eine Herausforderung. Denn dort ist er teuer. Das gilt auch für den Bezirk Südoststeiermark. Für die Umsetzung der Breitbandoffensive mit dem Auftrag des Glasfaser-Ausbaus in unterversorgten Gebieten wurde die Steirische Breitband und Digitalinfrastrukturgesellschaft (sbidi) gegründet.
Südoststeiermark ist Kerngebiet für geförderten Ausbau
In der Südoststeiermark liegt das Gesamtprojektvolumen bei mehr als 100 Millionen Euro. „Die Südoststeiermark ist eines der Kerngebiete der sbidi“, erläutert Geschäftsführer Herbert Jöbstl. Mit dieser Investitionssumme werde man laut Jöbstl auf fast 1000 Kilometer Trassenlänge kommen. „Dort bekommen rund 15.000 Haushalte Zugang zu echter Glasfaser und sind damit vernetzt mit der Zukunft“, so Jöbstl.
Der (geförderte) Vollausbau wird im Sommer in St. Anna am Aigen beginnen – mit einer Trassenlänge von 73,4 Kilometern werden dort 999 Glasfaser-Anschlüsse hergestellt. Dazu St. Anna am Aigen Süd (8,4 Kilometer, 153 Anschlüsse). Aktuell in Umsetzung (Bewerbungs- oder Bauphase) sind laut sbidi auch die Projekte Fehring, Feldbach-Unterweißenbach, Halbenrain, Kirchbach-Zerlach (Dörfla), Mettersdorf am Saßbach, St. Peter am Ottersbach West und Straden West. Sie befinden sich in unterschiedlichen Stadien von Projektentwicklung über bereits erfolgten Verlegungs-Start bis zu Bau und Teilbetrieb (siehe Infobox).
Bad Gleichenberg, Edelsbach bei Feldbach, Paldau West und Straden (Vollausbau) sind derzeit Gebiete in Entwicklung. Das heißt, dass sbidi die Rahmenbedingungen und die Finanzierung mit den Gemeinden klärt. Geplanter Start ist dort voraussichtlich Ende 2026/Anfang 2027.
Glasfaser für 3300 Haushalte im Stadtgebiet
Glasfaser ausgebaut wird in der Region auch ohne Fördermittel, etwa in der Stadt Feldbach. Alpen Glasfaser hat dort im Auftrag von Magenta mehr als 6000 Trassenmeter modernste Infrastruktur für rund 500 Haushalte und Betriebe verlegt – privatwirtschaftlich finanziert. Vier Netzverteiler wurden schon aktiviert. Damit erhalten Haushalte im ersten Bauabschnitt südlich des Bahnhofs demnächst Zugang zu schnellem Glasfaser-Internet mit bis zu einem Gigabit, wie Magenta Telekom und dessen Tochterunternehmen Alpen Glasfaser, das in rund 40 steirischen Gemeinden aktiv ist, in einer Aussendung mitteilen.
In Kürze werde man 3300 Feldbacher Haushalten und Betrieben ultraschnelles Internet bieten, verspricht Alexander Schweiger, Regional Sales Manager bei Magenta. Wer möchte, kann die Grabungs- und Verlegearbeiten auf dem Privatgrund selbst durchführen. Auf Wunsch kümmern sich die Projektbetreiber darum.
Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. „Der Ausbau erfolgt abschnittweise in acht Bauclustern und soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein“, erläutert Manfred Sommer, Projektleiter der Alpen Glasfaser. Aktuell wird auf dem Bauabschnitt südlich der Gleichenberger Straße, im Bereich Färbergasse und Mühldorf gearbeitet.