Die jüngste Gemeinderatssitzung von Bad Radkersburg nahm mit einer Gedenkminute seinen Anfang: Wie berichtet, verstarb der langjährige SPÖ-Vizebürgermeister und zuletzt Finanzreferent Christian „Duty“ Duric plötzlich im Alter von nur 63 Jahren.
Seine Nachfolge tritt Andrea Maß an. Sie wurde mit 19 von 21 Stimmen gewählt. „Willkommen zurück“, sagte Bürgermeister Karl Lautner (ÖVP). Maß war bereits von 2020 bis 2025 als Finanzreferentin tätig. Im November 2025 trat sie aus gesundheitlichen Gründen aus dem Gemeinderat aus und kehrte nun nur wenige Monate später auf Wunsch der Fraktion zurück.
Mikros zeichnen Sitzungen auf
Hingegen nicht neu sind schier endlos scheinende Debatten über Verhandlungsschriften von Sitzungen: Neos-Gemeinderat Patrick Sax bestand darauf, eine Ergänzung zu einem Antrag von ihm in das Protokoll aufzunehmen. Dabei ging es um das Konsolidierungskonzept, das der Bürgermeister erstellen soll, und die Betonung darauf, dass es das brauche, um Liquidität gewährleisten zu können. „Es ist wunderbar, was ihr immer alles zu ändern habt. Wir haben ja nichts Besseres zu tun“, sagte der Bürgermeister ironisch. Und Maß fragte verwundert: „Wir diskutieren jetzt eine Satzstellung im Protokoll?“
Einen schlagfertigen Wortwechsel zwischen sämtlichen Gemeinderäten später war die Verwirrung groß: „Willst du jetzt, dass der Beschluss geändert wird?“, fragte Sonja Witsch von den Grünen den Neos-Gemeinderat. Dieser entgegnete, dass es nur um den Zusatz mit der Liquidität gehe – „das macht es konkreter“, fügte er an.
Wie mühsam solche Diskussionen sind, brachte Christina Merlini von der Bürgerliste auf den Punkt: „Es ist so zermürbend, stundenlang Protokolle zu ändern. Wie können wir das lösen, dass es für alle passt?“ Die Antwort darauf stand in der Raummitte: drei Mikrofone, die die Sitzungen nun aufzeichnen.
„Du machst dich damit strafbar“
Noch einmal heiß her ging es dann bei dem Dringlichkeitsantrag von Sax zu Fernwärmetarifen der Bad Radkersburger Quellengesellschaft: Aufgrund des Iran-Kriegs befürchtet er, dass sich Preissteigerungen im Erdöl auch in den Kosten für die Fernwärme widerspiegeln werden. Sax wollte demnach beschließen, dass die Fernwärmetarife in diesem Jahr nicht erhöht werden. Der Antrag wurde in den Ausschuss verwiesen – das reichte ihm aber nicht.
Sax bestand darauf, dass die Tarife zumindest bis zu einer Entscheidung im Ausschuss nicht erhöht werden dürfen. Dann überschlugen sich die Wortmeldungen: „Das kannst du nicht machen“ oder „Das geht nicht“ war von den unterschiedlichsten Fraktionen zu hören. Karl Ruhdorfer von der SPÖ fuhr Sax an: „Du machst dich damit strafbar.“
Nichtöffentliches auf Facebook?
Geschlossen wurde die Sitzung mit breiter Zustimmung, als SPÖ-Gemeinderätin Cornelia Buchmann appellierte: „Wenn etwas im nichtöffentlichen Teil vorkommt, sollte man das nicht anders formuliert auf Facebook hinterlassen. So werden wir nie mehr Leute bekommen, die sich engagieren.“
Wie berichtet, waren umstrittene Facebook-Postings einmal Thema: Der Grüne Gemeinderat Roman Michalus attackierte auf Facebook die schwarze Stadtspitze, die ihm deshalb mit einer Klage drohte. Die Landes-Grünen orteten Bespitzelung.