Die Gemeindepolitik erlebbar machen: Das ist das Ziel des Debatten-Reigens „Reden wir“ der Kleinen Zeitung. In 17 steirischen Gemeinden diskutieren die Regionalredaktionen mit den jeweiligen Spitzenkandidatinnen und -kandidaten zur Gemeinderatswahl über brennende Themen wie Innenstadtbelebung, Finanzen und Gesundheitsversorgung.
Die Kleine Zeitung wollte eine solche Diskussion auch in Mureck veranstalten, denn es gibt einige Baustellen: Die Mittelschule muss dringendst saniert, die Innenstadt belebt werden. Außerdem ist Mureck neben Tieschen mit SPÖ-Bürgermeister Martin Weber die einzige Gemeinde, die im traditionell schwarz gefärbten Bezirk Südoststeiermark keinen ÖVP-Bürgermeister stellt. Die ÖVP rechnet sich mit dem neuen Gesicht Simon Koiner-Graupp aber hohe Chancen aus, künftig auch in Mureck zu regieren. Das setzt Bürgermeister Klaus Strein (Liste Klaus) unter Druck.
Werde nicht diskutieren
Um eine Podiumsdiskussion in Mureck veranstalten zu können, war das Interesse der Parteispitzen insgesamt jedoch zu gering. Simon Koiner-Graupp von der ÖVP und Tim Tschinkel von der FPÖ sagten einer Einladung zu einer Podiumsdiskussion zwar zu. Klar gegen eine politische Debatte in Mureck sprach sich aber Bürgermeister Klaus Strein (Liste Klaus) aus: Er werde nicht am Podium diskutieren. Ernst Walisch von der SPÖ „wäre es lieber, wenn die Diskussion nicht zustande kommt“. Von der Grünen Gemeinderätin Verena Mayr war die erste Antwort auf die Anfrage zur Teilnahme an einer Gemeinderatswahl-Debatte: „Da sehe ich mich nicht ganz.“ Zu einem späteren Zeitpunkt – als schon feststand, dass die Debatte nicht in Mureck stattfinden kann – bekundete sie doch Interesse, mitdiskutieren zu wollen.
Die Kleine Zeitung kam zu folgendem Entschluss: Wenn die Bürgermeisterpartei mit einer Zweidrittelmehrheit im Gemeinderat die Teilnahme an einer Podiumsdiskussion ablehnt und zwei von weiteren drei Parteien im Gemeinderat – die Freiheitlichen haben derzeit kein Mandat – kein konkretes Interesse zeigen, dass eine solche zustande kommt, ist die Organisation einer Podiumsdiskussion nicht sinnvoll.
Aufreger im Netz
Das Thema wird nun übrigens auch auf Social Media heiß diskutiert. Die FPÖ betreibt damit Wahlkampf: „Schade, dass einige Mitbewerber den Bürgern diese Möglichkeit verweigert haben“, schreibt Tschinkel unter seinem Facebook-Posting.