Bis zur Eröffnung des Semmering-Basistunnels Ende 2029 stellt die Semmering-Bahn ein enorm wichtiges Puzzleteil der Südstrecke dar. Zwischen Wien und Graz fährt nahezu jeder Zug über die älteste Gebirgsbahn der Welt. Diese tagtägliche Belastung hinterlässt natürlich Spuren, weshalb die ÖBB stark darauf bedacht sind, die über 170 Jahre alte Zugstrecke so gut wie möglich in Schuss zu halten und laufend zu sanieren.

Das Viadukt Kalte Rinne wird erneuert
Das Viadukt Kalte Rinne wird erneuert © KLZ / Karin Riess

Ab Samstag, 22 Uhr, laufen die Bauarbeiten an der steirisch-niederösterreichischen Grenze an. Im Fokus steht dabei das Viadukt „Kalte Rinne“, das größte seiner Art entlang der Bahnstrecke über den Semmering. Dieses soll durch die geplanten Maßnahmen etwa besser vor der Witterung am Semmering geschützt werden, auch ein Tausch der Fahrbahn- und Tragwerksplatte ist vorgesehen.

Fernverkehr von Westbahn und ÖBB betroffen

Bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dabei rund um die Uhr im Einsatz, insgesamt werden in das Bauvorhaben rund 20 Millionen Euro investiert. Die Strecke bleibt während der Arbeiten zwar befahrbar, indem man ein Gleis für den Zugverkehr offenhält, dennoch macht sich bis zum geplanten Ende der Arbeiten am 29. Mai von Kärnten bis Wien der Blick auf den Fahrplan bezahlt.

Je nach Wochentag wird das Angebot im Fernverkehr nämlich reduziert und es ist mit längeren Fahrtzeiten zu rechnen. In Semmering und Kapfenberg bleiben bestimmte Züge während der Bauarbeiten sogar überhaupt nicht stehen. Außerdem fallen manche Nachtzüge aus, auch dort ist allgemein mit längeren Fahrtzeiten zu rechnen.

Seit Donnerstag informieren die ÖBB am Grazer Hauptbahnhof mit diesen Flyern zur Baustelle
Seit Donnerstag informieren die ÖBB am Grazer Hauptbahnhof mit diesen Flyern zur Baustelle © KLZ / Moritz Prettenhofer

Schienenersatzverkehr an der Grenze

„Wir bitten Fahrgäste, für ihre Reisen auf der Strecke Wien – Graz – Villach längere Fahrtzeiten einzuplanen“, heißt es bei den Bundesbahnen. Auch die Westbahn, die seit März ebenfalls zwischen Wien und Villach verkehrt, berücksichtigt die Bauarbeiten in ihrem Angebot: Bis zum Ende der Bauarbeiten bleiben deren Züge etwa in Payerbach-Reichenau statt am Bahnhof Semmering stehen.

Der Bahnhof Mürzzuschlag ist im Nahverkehr betroffen
Der Bahnhof Mürzzuschlag ist im Nahverkehr betroffen © KLZ / Moritz Prettenhofer

Im Nahverkehr verändern sich auf steirischer Seite die Abfahrtszeiten der Züge zwischen Bruck und Mürzzuschlag. Wer von Mürzzuschlag aus in Richtung Niederösterreich fährt, muss außerdem von 15. März bis 28. Mai auf den Bus umsteigen: Zwischen den Bahnhöfen Payerbach-Reichenau und Mürzzuschlag herrscht Schienenersatzverkehr.