Wehmut klingt anders, wenn man Ingrid und Klaus Giermair vom Abschied von ihrem Geschäft DUK in Eisenerz sprechen hört. Ihre Erleichterung, dass ihr Lebenswerk, das sie in 25 Jahren aufgebaut haben, nun weitergehen wird, ist spürbar. Mit Michaela und Thomas Umfer haben sie Nachfolger für „Das unmögliche Kaufhaus (DUK)“ gefunden, die mit Elan und Freude an ihre neue Aufgabe herangehen, wie sie erzählen.

„Wir sind beide mit Leib und Seele Eisenerzer und schätzen hier die Lebensqualität. Dazu gehören aber auch die Geschäfte und wenn der DUK Store geschlossen worden wäre, hätte ein wichtiger Teil gefehlt“, sagt Thomas Umfer. Mit seiner Frau Michaela freue er sich, „so ein gut eingeführtes Geschäft zu übernehmen. Wir wollen natürlich auch das bewährte System der Familie Giermair weitertragen“, bemerkt das Ehepaar, das auch sehr glücklich darüber ist, dass die beiden Angestellten Astrid und Yvonne bei ihnen bleiben.

Sonderposten als Erfolgsgeschichte

Und dieses System hat Klaus Giermair mit seiner Frau Ingrid vor 25 Jahren aus Deutschland importiert. „Ein Freund hatte dort ein Geschäft mit Restposten. Das hat mir gefallen und das Taxigeschäft, das ich vorher betrieben habe, wollte ich ohnehin aufgeben“, erzählt Giermair. Und so spezialisierte sich das Ehepaar auf Sonderposten, die sie im Großen einkauften. Das war im Jahr 2001. Und neben Eisenerz wurde auch am Arlandgrund in Graz ein Geschäft eröffnet.

Spannend dabei sei gewesen, dass die Kunden in Graz eher auf den Preis geschaut haben und weniger auf die Qualität. „In Eisenerz war es immer schon umgekehrt. Das war die Qualität vorrangig und nicht der Preis. Das ist auch heute noch so“, bemerkt Ingrid Giermair. Ihr Mann Klaus fügt hinzu, dass das Geschäft in Graz 2019 aufgegeben wurde. „Nicht der Mietpreis von 11.900 Euro sei das Problem gewesen, sondern neue Vermieter. „Wir hätten einen Zehnjahresvertrag unterschrieben müssen. Da ich damals aber schon 57 Jahre alt war, wollte ich das nicht mehr. So sind wir dann nun noch in Eisenerz gewesen und das hat gut gepasst“, erzählt der Unternehmer.

Vom Sprengstoffhandel zu Waren aller Art

Das Ehepaar Giermair sieht sich als Nahversorger für die Region. „Unsere Kunden kommen aus der gesamten Region, von Eisenerz über Radmer nach Landl und auch weiter. In jüngster Zeit kommen auch viele Leobener zu uns. Geschätzt wird, dass man bei uns wirklich Waren aller Art bekommt, die man sonst oft nur in verschiedenen Geschäften findet“, erzählt Giermair. Und darauf wollen auch Michaela und Thomas Umfer aufbauen.

Mit Handel vertraut sind beide Eheleute. Michaela hat Einzelhandel gelernt Thomas ist Geologe mit eigenem Ingenieursbüro. Beide waren bis Jahresende bei einem Unternehmen angestellt, das mit Sprengstoff für den Bergbau gehandelt hat. „Das haben wir mit Jahresende beendet. Neben dem DUK Store werde ich aber mein technisches Büro als zweites Standbein weiterführen“, erzählt er.

Abschieds- und Willkommensfest

Nicht nur das DUK-System soll weitergeführt werden, auch die Öffnungszeiten bleiben wie gehabt. „Ich werde mit unseren beiden Mitarbeiterinnen und meiner Frau im Geschäft sein. Wir freuen uns wirklich schon darauf, weil wir den Kundenkontakt mögen“, sagt Thomas Umfer. Ingrid Giermair hakt ein: „Viele Kundinnen und Kunden sind ja auch zu Freunden geworden. Sie sind zu uns gekommen, wenn sie auch nur einen Rat oder Hilfe gebraucht haben. Wir haben aber auch immer versucht, alles aufzutreiben, was gewünscht wurde. Das macht unseren DUK halt auch aus.“

Am kommenden Freitag gibt es ein offizielles Übergabefest im DUK Store. „Für uns wird es ein Abschied, für unsere Nachfolger ein Willkommen sein“, bemerkt Ingrid Giermair.