„Jedes zweite Unternehmen in Österreich wurde schon gehackt, und das sind nur die offiziellen Zahlen“, weiß der 27-jährige Cybersecurity-Experte Nikolas Kachelmaier aus Trofaiach, der seit seinem Wirtschaftsinformatik-Studium in Graz lebt. Gemeinsam mit Christian Gubesch (27) und Philipp Krenn (31) will er mit der HoliSec GmbH Unternehmen vor Hackerangriffen schützen und sie in Sachen Cybersecurity fit machen.

Begonnen hat sein Vorhaben in seiner Studienzeit: „Mein Studienkollege Christian und ich haben zu der Zeit in einem großen Konzern gearbeitet. Wir hatten da viel mit IT-Dienstleistern zu tun, aber haben uns gedacht, dass wir das selber besser können“, erzählt Kachelmaier. Den Worten folgten schließlich Taten und die beiden gründeten gemeinsam ein Unternehmen.

Jedes zweite österreichische Unternehmen wurde bereits gehackt
Jedes zweite österreichische Unternehmen wurde bereits gehackt © TaylerDerden/stock.adobe.com

„Unser ursprüngliches Ziel war es eigentlich gar nicht, Cybersecurity-Dienstleistungen anzubieten, sondern wir haben Kurse und Awareness-Trainings für Mitarbeiter gemacht. Das war unser Startpunkt“, so der 27-Jährige. „In unseren Schulungen saßen aber oft Entscheidungsträger von Unternehmen, die nicht nur wissen wollten, wie es geht, sondern auch, dass wir uns gleich darum kümmern.“ Aus diesem Grund habe sich der Fokus schlussendlich auf das Dienstleistungsangebot verschoben.

„Ich bin der Techniker, Christian hat mehr Sales-Erfahrung gehabt und dann brauchten wir noch jemanden für das Organisatorische, der sich rechtlich auch gut auskennt. Deswegen haben wir Philipp mit ins Boot geholt und dann 2024 die HoliSec gegründet“, erläutert Kachelmaier. Mittlerweile wird ihr Team noch durch zwei Freelancer unterstützt. „Die Selbstständigkeit ist nichts, was man nebenbei oder halbherzig machen kann. Aber ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, Angestellter zu sein, weil mir das jetzt gezeigt hat, was alles möglich ist, wenn man selber entscheiden kann“, betont der engagierte IT-Experte.

„KMU haben Nachholbedarf“

Vorrangig betreuen Kachelmaier, Gubesch und Krenn Firmen im Raum Graz und Klagenfurt mit 100 bis 250 Mitarbeitern. „Allgemein haben die klassischen KMU im Bereich Cybersecurity oft noch Nachholbedarf. Wir haben schon öfter mitbekommen, dass genau die Firmen, die schon einmal gehackt wurden, oft keine Maßnahmen ergreifen“, schildert der Cybersecurity-Fachmann.

Und auch für Privatpersonen hat Nikolas Kachelmaier einen Tipp parat: „Das Beste, was man machen kann, ist aktiv einen Passwortmanager zu nutzen. Für den überlegt man sich ein sicheres Passwort. Alle anderen Passwörter generiert man und legt man in diesem Passwort-Safe ab.“