Für die passionierten Höhenbergsteiger Christa Leodolter und Reimund Nentwig-Leodolter aus Trofaiach ist Nepal zu einer lebenslangen Leidenschaft geworden. Während sie jahrelang in erster Linie aus sportlichen Gründen in den Himalaya-Staat gereist waren, hat sich ihre Beziehung zu dem krisengebeutelten Land seit zehn Jahren stetig vertieft.
2015 starteten die Ärztin und der pensionierte Kriminalpolizist ein engagiertes Hilfsprojekt für Nepal, das seinesgleichen sucht. „Es waren mindestens 150.000 Euro, die wir im Laufe der Jahre dank der Unterstützung von unzähligen Menschen nach Nepal bringen und dort sinnstiftend einsetzen konnten“, erzählen die Leodolters.
Jeder Euro ist das Zehnfache wert
In diesem Zusammenhang sei wichtig zu wissen, dass in Nepal jeder Euro das Zehnfache wert sei im Vergleich zu Europa, ergänzt Christa Leodolter. Bei jeder ihrer mittlerweile unzähligen Reisen haben sie seither 500 bis 600 Kilo an Hilfsgütern mitgebracht – von medizinischem Material über Medikamente bis hin zu Kleidung und Hausrat.
„Der Bedarf in Nepal nimmt aber kein Ende“, wissen die Leodolters und Gerhard Bichler aus St. Stefan, der das Projekt ebenfalls seit Beginn an tatkräftig unterstützt und der bis auf ein einziges Mal immer mit auf den meist dreiwöchigen Nepaltrips war. „Jeder, der uns begleitet, bezahlt die gesamten Kosten für die Reise und den Aufenthalt selbst. Wir auch; jeder Cent wird für Hilfe genützt“, heben die Leodolters hervor.
Vor zehn Jahren war ein großes Erdbeben, das Nepal erschütterte, der Auslöser für die Leodolters, ihr erstes Hilfsprojekt aus dem Boden zu stampfen: „Dieses Ereignis hat mit Hilfe vieler Freunde und Spender aus Österreich zu unserem ersten Nepal-Projekt geführt“, so Christa Leodolter.
Damals wurden mit ihrer Hilfe kleine Häuser in abgelegenen Dörfern im Solo Khumbu wiederaufgebaut: Das ist ein Gebiet in der hoch gelegenen Everest-Region, die von den Erdbeben ganz besonders getroffen worden war. 2017 wurde mit Hilfe der beiden Leodolters und ihren Unterstützern die zerstörte Grundschule in Gumdel wiederaufgebaut.
Krankenstation und Gebäreinheit
Das bisher größte Projekt – nach zahlreichen Charityveranstaltungen und Vorträgen zugunsten der Nepal-Hilfe – war zwei Jahre darauf der Neubau einer Krankenstation samt Gebäreinheit im Dorf Gumdel. „Diese Krankenstation ist die einzige und wichtigste Anlaufstation für die Bewohner von Gumdel und sieben umliegenden Dörfern“, sagt Christa Leodolter.
Seither arbeiten in der Station ein nepalesischer Arzt und vier Krankenschwestern: „Wir unterstützen sie mit medizinischen Kleingeräten, Medikamenten und Verbandstoffen, indem wir regelmäßig mit Freunden nach Nepal reisen und dabei mehrere Hundert Kilo Hilfsgüter im Gepäck haben.“ Man achte immer darauf, dass die errichtete Infrastruktur von Einheimischen betreut werden könne.
Gefährlichen Schulweg verkürzt
Im hoch gelegenen Dorf Thamo wurde 2022 ein „Health Post“ errichtet, in dem eine Krankenschwester die Bewohner versorgen kann. Außerdem kam eine kleine Vorschule im selben Dorf dazu: „Es gibt dort keinerlei Straßen mehr und die kleinen Kinder ersparen sich nun einen sehr langen, gefährlichen Schulweg.“
Das bisher jüngste Projekt brachten die Leodolters und ihr Team im Herbst 2025 an den Start, als im ebenfalls sehr abgelegenen Dorf Mude eine weitere kleine Krankenstation errichtet und eingeweiht werden konnte. „Auch hier wird eine nepalesische Krankenschwester im Einsatz sein, die die Bewohner von Mude und den umliegenden Dörfern versorgen wird.“
Engagierte Hilfe direkt vor Ort
In Nepal selbst überwacht Freundin und Kontaktperson Buddhi Maya Sherpa, die in Österreich aufgewachsen ist, alle Projekte direkt vor Ort, um einen reibungslosen und korrekten Ablauf garantieren zu können. „Und wir sind mit Freunden und Helfern natürlich auch immer wieder vor Ort“, sagen die Leodolters und Bichler.