Ob Kleidung, Möbel, Elektronik oder Fahrzeuge – das Angebot auf der Online-Verkaufsplattform Willhaben ist in jeder Hinsicht vielfältig. Auch verschiedene Immobilien werden dort immer wieder zum Kauf angeboten. Und die können kurios ausfallen, wie die Ergebnisse der Suchanfrage für den Bezirk Leoben zeigen.
So sucht eine „Historische Burgruine mit sieben Hektar Wald“ in St. Stefan ob Leoben einen neuen Besitzer. Der Kaufpreis der denkmalgeschützten Burgruine Kaisersberg, die auf einem „aussichtsreichen Hügel thront“ und sich auf einer Liegenschaft mit einer Gesamtfläche von rund 7,67 Hektar befindet, wird mit 250.000 Euro ausgeschildert. Laut Inserat eignet sich die Liegenschaft „sowohl als forstwirtschaftliche Anlage als auch als Projekt für Liebhaber historischer Bauwerke“. Aktuell befinde sich das Objekt in stark renovierungsbedürftigem Zustand und sei nicht öffentlich zugänglich.
Burgherr sucht einen Nachfolger
Burgherr Peter Mayer hatte das historische Gemäuer im Jahr 2020 von dem damaligen Eigentümer Sigurd Hochfellner gekauft und sich um dessen Instandhaltung gekümmert. Mittlerweile ist der Zahntechniker-Meister in Pension 77 Jahre alt und fühlt sich nicht mehr in der Lage, das Objekt selbst zu betreuen: „Ich kann nicht mehr hinauffahren, außerdem habe ich ein Haus gebaut und brauche das Geld, um es fertigzustellen“, erzählt Mayer.
Er wohnte bisher in Eichkögl im Bezirk Südoststeiermark und hat sich nun in St. Stefan im Rosental niedergelassen. „Das Interesse an Burgen hält sich bisher in Grenzen“, meint Mayer. Seit einem Jahr sei er auf der Suche nach einem Käufer: „Inzwischen kümmert sich weiterhin Wolfgang Hauber aus Graz als Burgvogt um die Ruine“, so Mayer.
Zwei Millionen für Schloss Freienstein
Ebenso zu finden ist auch ein Inserat mit dem Titel „Schloss Freienstein – Historisches Anwesen mit exklusivem Flair für Leben und Arbeiten“ in St. Peter-Freienstein. Neben Büro- und Repräsentationsflächen im Haupttrakt stünden im Seitentrakt auch drei Wohnungen parat auf einer Fläche im Gesamtausmaß von 217 Quadratmetern. Die Gesamtnutzfläche betrage 1229 Quadratmeter. Ideal eignen würde sich das Anwesen, das in den letzten Jahren umfassend saniert und revitalisiert worden sei, für Unternehmensnutzung, Wohnen oder eine Mischform. Wer sich dafür interessiert, muss knapp zwei Millionen Euro hinblättern.
Auch Gastronomieinteressierte könnten aktuell das eine oder andere Schmuckstück aus dem Bezirk Leoben auf der Verkaufsplattform wiedererkennen. So wird für 345.900 Euro ein „Gasthaus in Leoben-Göss mit großzügigem Garten“ zum Kauf angeboten. Feinschmecker dürften hinter der Immobilie, die auch Gästezimmer und Nebengebäude für Feiern sowie eine voll ausgestattete Gastroküche einschließt, das Gasthaus „Zum Italo Steirer“ erkennen.
Vom Boutique-Hotel bis zum SIM Campus
Wer bereit ist, 4,5 Millionen Euro zu investieren, der kann sich in Kalwang ein „Boutique-Hotel“ sichern, wie das Objekt im Inserat genannt wird. Beheimatet war darin zuvor der Gasthof „Steinthron“. Das Anwesen, das insgesamt rund 1000 Quadratmeter umfasse, eigne sich mit 15 Appartements zur Vermietung, zusätzlich könnten durch eine Gaststube, einen Veranstaltungssaal und den Weinkeller auch Veranstaltungen wie Hochzeiten, Firmenfeiern oder Seminare dort ausgerichtet werden.
Auch ein altbekanntes Objekt ist nach wie vor auf Willhaben als Kaufobjekt ausgeschildert: Der ehemalige SIM Campus steht als „Einzigartiges Tourismusprojekt mit Altbestand & Zubaukonzept in Eisenerz mit Helikopterlandeplatz“ mit einer Grundfläche von 29.000 Quadratmetern und einer Nutzfläche von 4000 Quadratmetern für 2,5 Millionen Euro zum Kauf. Laut Inserat biete ein bereits entwickeltes Zubaukonzept „enormes Potenzial für eine hochwertige touristische Nutzung“.