Es beginnt mit einem harmlos wirkenden Fragebogen zur Gesundheit, wo gewisse Daten auszufüllen sind und eine Analyse des gesundheitlichen Zustands versprochen wird. Mit plakativen Sätzen wie „Gesundheit ist Reichtum“ oder „Ihr Körper wird Ihnen dankbar sein“, wird der Fragebogen ins Licht gerückt. Versprochen wird eine „maßgeschneiderte und individuelle Gesundheitsanalyse“.

Doch schon bald nach dem Abschicken des Online-Fragebogens, der im Moment auf Facebook kräftig beworben wird, kommt das böse Erwachen. Eine Rechnung in Höhe von 69,90 Euro flattert ins Haus. „Viele wissen nicht, dass sie mit dem Abschicken des Fragebogens ein Abo abgeschlossen haben und zahlen die Summe ein, weil sie Angst haben, dass ihnen weiteres finanzielles Ungemach droht“, betont Gudo Zeilinger, Konsumentenschutzexperte der Arbeiterkammer in Leoben. Im Moment würden sich diesbezüglich viele Menschen, welche in den vergangenen Wochen in diese Abo-Falle getappt seien, an die Arbeiterkammer wenden. Aber auch Watchlist Internet und die Internet Ombudsstelle des Ministeriums sind damit befasst und warnen davor.

Immer mehr Zahlungen

Denn, die Betrüger wollen noch mehr: Schon bald nach der ersten Einzahlung kommen weitere Forderungen, und auch Mahnungen. „Auf keinen Fall sollten diese eingezahlt werden, denn es ist kein gültiger Vertrag zustande gekommen, weil einige Kriterien dafür nicht eingehalten werden“, klärt Zeilinger auf. Es müsste gut lesbar zu erkennen sein, dass man „zahlungspflichtig bestellt“. Das sei auf diesen Formularen nicht ersichtlich, deshalb komme auch kein wirksamer Vertrag zustande. „Man wird nur im Kleingedruckten über Kosten informiert. Das ist nicht rechtskonform“, warnen auch die Experten der Watchlist Internet.

Im Kleinstgedruckten wird man auf Kosten aufmerksam gemacht. Das ist nicht rechtskonform, wird gewarnt
Im Kleinstgedruckten wird man auf Kosten aufmerksam gemacht. Das ist nicht rechtskonform, wird gewarnt © Birnbaum

Ungarisches Konto

Zeilinger weist auch darauf hin, dass alle Einzahlungen auf ein ungarisches Konto erfolgen. „Da hat man wenig Chancen, direkt einzugreifen. Wo in den sozialen Medien Leistungen angeboten werden, kostet das immer etwas. Gratis ist gar nichts, aber in vielen Fällen umsonst“, bemerkt der Konsumentenschutz-Experte. Betroffene sollen die Zahlungsaufforderung wie auch Mahnungen ignorieren. „Wenn bereits jemand eingezahlt hat, dann sollte man eine Anzeige bei der Polizei machen“, erklärt er.