Graz-WahlPolitik will die Partystadt zähmen, um Anrainer zu schützen

Wird die Altstadt autofrei? Überlebt der Handel den Trend zum Online-Einkauf? Braucht es Regeln, um Anrainer vor der Party-Stadt zu schützen? Das sagen die Wahlkämpfer.

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Das „Sorgenkind Altstadt“ war – nach Bauwut und Verkehrsmisere in den ersten beiden Runden – das dritte heiße Eisen, das die Spitzenkandidaten und -kandidatinnen in der Konfrontation vor der Graz-Wahl diesen Sonntag im Studio der Kleinen Zeitung angreifen mussten.

Kommentare (27)
stprei
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Altstadt West

Der politische Konsens, dass in der Innenstadt West eine Verkehrsberuhigung und Entflechtung kommen soll, ist doch ein alter Hut. Es hängt bloß am Konzept, dass von Verkehrsreferat und Stadtbaudirektion noch immer nicht vorgelegt wurde, weil Kahr möglichst keinen vor der Wahl verprellen will. Das Konzept war eigentlich für spätestens Frühjahr 2021 angekündigt, gekommen ist bisher nichts. Deswegen geht auch mit den Radwegen und der Entlastungsspange für die Herrengasse nix weiter, weil alles ineinandergreift.

Die Anrainergaragen sind zwar eine nette Idee, verlagern aber nur die (enormen) Stellplatzkosten einer Tiefgarage auf die Allgemeinheit.

Die Parties sind wieder am abebben, weil der Sommer vorbei ist und die Gastro wieder offen hat. Und ob die Leute auf einem Platz feiern oder in einem Gastgarten, bleibt sich gleich (konsumfreie Räume und so...).

Und die Feierei im Stadtpark mit aufgemodelten DJ-Lastenrädern und professioneller Beschallung waren übertrieben, das haben auch die Leute selbst eingesehen.

Ach und die Annenstraße war schon vor Nagl mehr als tot und die roten und grünen Revitalisierungsversuche sind gescheitert. Das liegt aber auch an den Vermietern dort, denen egal ist, was in ihren Geschäftslokalen passiert.

gickigacki
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Verkehrslärm

macht mich krank. nicht die parties.

altbayer
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Polini Box

Wenn ich mit meiner 2-Takt Vespa 200PX über den Lendplatz fahre, und durch die laute Techno Musik am Moped meinen eigenen Motor nicht mehr höre, dann ist die "Musik" auch für die Anrainer ein Problem.
Da müssen schon einige dB (zu viel) aus den Lautsprechern kommen, wenn der Beat der Boxen den Sound der Polini Box übertönt.

Reipsi
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In meinen Zeiten

war die Annenstrasse noch die Einkaufsmeile, dann hat sie abgebaut und durch die neue Strassenanordnung wurde der Todesstoß versetzt , bedanken wir uns bei den Gscheiten Leit in Graz .

stprei
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Auf Graz

Ja, da ist man auch noch aus Bruck mit dem Zug auf Graz gefahren und zu Fuß Richtung Hauptplatz spaziert. Jetzt gibt es alles was man sich wünschen kann online oder im EKZ in jeder größeren Bezirksstadt.

Die Annenstraße hat sich nicht adaptiert und zu viel allgemeines versucht. Der Gummineger hat jahrzehntelang überlebt ohne Einschränkung, auch der Singer-Shop besetzt sehr erfolgreich eine Nische. Nur der siebzehnte H&M, Zara, Orsay oder was auch immer wird in der Annenstraße auch keine Frequenz bringen.

egubg
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Vor der Wahl

Nagl hier, Nagl dort und nach der Wahl, wie immer, Nagl fort und als Betonmeister statt Bürgermeister, - so wird es auch wahrgenommen nach diesen Stadt-Entwicklungsdisaster.

Ragnar Lodbrok
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Womit wir wieder bei Politikeralzheimer

angelangt wären. In einem Monat wird es Schwierigkeiten bei der Umsetzung geben, Sachverständige engagiert, Gegensachverständige...solange bis wir uns nicht erinnern können. Inzwischen wird von Nagl fleiß weitergebaut.

Carlo62
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Was bitte ist ein

Gegensachverständiger?

augurium
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PS

Die Uni liegt am Stadtrand mit sehr guter Verkehrsanbindung und viel Grün zwischen den Gebäuden - es gibt praktisch keine Partyszene wie in Graz!

Carlo62
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@PS

Welche Campus meinst Du? Bis auf den TU-Campus Inffeldgründe liegen alle Universitäten und FH‘s mehr oder weniger mitten in der Stadt.

augurium
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Nagl

redet alles schön, er kennt offensichtlich nicht die vielen leerstehenden Geschäfte. Die Altstadt größer autofrei zu machen ist nicht das Problem, nur wie fahren die Bewohner und Lieferwagen zu und weg - mit Lastenrad? Durch die vielen Events ist die Innenstadt für Bewohner unattraktiv, daher siedeln viele in GU und müssen dann einpendeln, da es keine ausreichenden P&R Plätze gibt und schlechte Öffis. Statt der teuren U-Bahn hätte Nagl seit 18 Jahren Zeit gehabt eine Tunnelverbindung von Nord-Ost-Süd bauen zu lassen- Klagenfurt hat es, daher keinen Durchzugsverkehr! Rund um die Fuzo leistbare Garagen! Einen echten Gürtel rundherum! Ebenso eine neue Skater Halle beim Stadion! Weiteres viele Radwege und viele Bäume. Dort wurde langfristig geplant, z.U. von Graz wo alles zubetoniert wird.

calcit
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In 18 Jahren bringens nicht einmal 100m von irgendetwas durch vor lauter Einsprüchen...

...verbockt habe es die Stadtregierungen vor allem in den 60er und den 70er wo ein Großteil der Straßenbahnlinien eingestellt wurden (da sind unter Nagls Zeiten schon mehr neue Straßenbahnkilometer entstanden) und dann, dass die ganzen Gürtelpläne in der 60er und 70er nicht merh weiter verfolgt wurden bzw. keinerlei funktionieren Verkehrsplanung. In Graz haben immer zuviele mitgeredet, da meinen viele sie verstehn was vom Verkehrswesen und am meisten hat der Speckgürtel dagegen gearbeitet wo mehr und mehr Bauland ausgewiesen wurde und im Endeffekt keinerlei Verkehrsplanung berücksichtigt wurde.

duesenwerni
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"Klagenfurt hat es."?

Sie meinen die Tunnelkette der A2 im Norden von Klagenfurt?
Da könnte man als Grazer doch glatt auf den Plabutschtunnel verweisen.
Und einen Nord-Süd-Tunnel hat Klagenfurt auch nicht.
Aber ich stimme Ihnen zu, dass eine echte Entlastung der Stadt vom Pendlerverkehr nur durch große P&R-Garagen an der Peripherie, gepaart mit einer frequenzstarken Anbindung an den öffentlichen Verkehr, erreichbar ist.
Die einsame Parkgarage auf der grünen wiese in Fölling ist dagegen das abschreckende Negativbeispiel.

LaoQui
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Schwarzblau hat's noch immer nicht kapiert!

Unsere Stadt wird im Sommer zu einem Hitzepol, da wird bald kein Mensch mehr flanieren oder einkaufen wollen, wenn die Einkaufszentren mit wohlklimatisiertem Ambiente und freien Parkplätzen locken. Also müssen wir unsere Straßen und Plätze entsiegeln, begrünen und mit Wasser bespielen. Die alte Koalition zögert:
"Ja schon, aber ohne Autos stirbt die Innenstadt."? In der Sendung wurden Szenen aus der Begegnungszone zwischen Lendplatz und Ökonomiegasse eingeblendet: Autos fahren Slalom zwischen Hindernissen, dazwischen Fußgänger und Radfahrer.
So, bitte, kann es nicht gehen! Es gibt Ansätze, die Innenstadt West zu beruhigen, aber nur äußerst zaghaft. Es muss aber jetzt sofort gehandelt werden: Die Kaiserfeldgasse muss wenigstens bis zur Neutorgasse zur reinen FUZO werden! Über die "kleine Neutorgasse" muss man diskutieren. Die Annenstraße gehört begrünt, auch die Herrengasse darf nicht länger schattenfrei bleiben. Und die Bratpfanne im Joanneum-Viertel muss wieder zum Park werden, der Nikolaipark gehört bis zur Radetzkystraße erweitert, bevor dort der nächste Betonklotz hinkommt! In Barcelona gibt es kleinere Bäume in großen Pflanztrögen, sie geben guten Schatten, und man braucht deshalb nicht überall aufzugraben. Der Bürgermeister soll nicht jammern, das der Besitzer des Areals den Andreas-Hofer-Platz nicht zu einer leistungsfähigen Garage machen will; die Stadt ist ja auch nicht so zurückhaltend, wenn sie über die Probleme einfacher Anrainern drüberfährt.

kukuro05
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In Barcelona...

....werden Bäume und Pflanzen betreut und bewässert!
In Graz werden kleine Beete bepflanzt und danach kümmert sich niemand mehr darum. Alles verkommt in Kürze und verunkrautet..

LaoQui
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Zu: Nikolaipark bis zur Radetzkybrücke verlängern!

Das ist der längliche Platz am Grieskai. Südlich davon hat ein Investor das historische Flossmeisterhaus abgerissen . Die alte Linde hätte er wohl auch gern umgeschnitten, aber dort ist der Mini-Park dann doch rechtzeitig von Verkehrsfläche in öffentliche Parkanlage umgewidmet worden. Übrigens: Man könnte dann auch die dortige Tiefgarage erheblich vergrößern!

Mario_82
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Wenn

Graz irgendwann mal vernünftige P+R Anlagen mit einer guten Anbindung realisiert, könnens die ganze Stadt Autofrei machen.

Carlo62
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Meine Rede!

Mit einer U-Bahn, die wie ein X über (unter) die Stadt gelegt wird und den Flughafen mit dem LKH verbindet und die Magna Werke mit Andritz. Die beiden Linien kreuzen sich bestenfalls am Hauptplatz oder Jakominiplatz. Diese Idee habe ich schon vor 30 Jahren vorgeschlagen.

Hgs19
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Ist ja Wahnsinn was diese unnötigen Kleinparteien wollen

Ja sperrt die ganze Innenstadt für den Verkehr ab! Geschäfte gehen dann pleite, Steuern bleiben aus und irgendwann ist die ganze Stadt dann tot. Totgemacht von der Politik. Detroit lässt grüßen!

checker43
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Detroit

hatte sicher nicht wegen einer verkehrsberuhigten Innenstadt seinen Niedergang.

Hausverstand
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Die ÖVP lebt noch in der Steinzeit

In Wien wollen alle mittlerweile verkehrsberuhigte Zonen, selbst die WK ist nach einer jahrzehntelangen Opposition dafür, weil es letztlich das Geschäft belebt. Nur das politische Fossil Nagl traut sich nicht aus seiner verkehrspolitischen Steinzeithöhle.

gickigacki
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autos ist nicht gleich Verkehr

ich fahre nicht zum Einkaufen in die Innenstadt weil ich mich mit sem fahrrad nicht willkommen fühle. wäre aber gerne bereit viel mehr geld dort zu lassen wenn dem anders wäre.

Ragnar Lodbrok
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Egal ob Altstadt West oder Ost...

das Hauptproblem sind tagtäglich über 100.000 Pendlerautos! Über 100.000 die in der Früh in die Stadt rein - und am Abend wieder rausfahren.

Carlo62
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Die 100.000 Pendler…

…sind in der Früh für 10-15 Minuten auf der Straße und am Nachmittag nochmals. Wer sitzt denn von 8:30 bis 16:00 in den vielen Autos?

rb0319
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Klar

die sind in 15min rein und am Abend in derselbenzeit wieder draußen aus der Stadt. Deshalb staut es täglich stundenlang am Vormittag und am Nachmittag.

Carlo62
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@rb

Denk mal nach: wenn die Pendler sowohl vormittags als auch nachmittags stundenlang im Stau stünden, wann wären sie dann bei der Arbeit? Also stehen tagsüber die Grazer selbst stundenlang im Stau, oder?

 
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